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Leselupe.de > Kurzgeschichten
der erste Tag
Eingestellt am 03. 11. 2013 14:48


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holzwurm
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2013

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Es ist völlig egal womit man sein Geld verdient, predigte S Vater. Die Grundregel lautet: man ist fleißig, pĂŒnktlich und immer ein bisschen besser als die Anderen. S war skeptisch.
„Gehört denn nicht auch ein bisschen Leidenschaft dazu? Die Liebe zum Beruf. Kommt Beruf denn nicht von Berufung?“
„Die Leidenschaft kommt mit dem Erfolg“, wischte der Vater ihre EinwĂ€nde vom Tisch. Außerdem welche Wahl hĂ€tte sie denn. Ihre Zeugnisse waren mies und ohne freundschaftlichen Kontakt der Eltern, hĂ€tte sie mit Sicherheit noch keine AusbildungsstĂ€tte.
VerkÀuferin oder Einzelhandelskauffrau hörte sich nicht nach Himmel auf Erden an. Hinzu kam noch ein Anfahrtsweg von drei Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Laufen inklusive.
Sie schwieg. Er hatte Recht. Wahlmöglichkeiten bestanden eigentlich gar nicht. Sie hatte das GefĂŒhl, dass ihr Vater kurz vor einem Infarkt stand wenn sie sich weiter zieren wĂŒrde. Besser sie sagte nichts mehr. Versöhnende oder begeisterte Worte wĂŒrde sie jetzt nicht finden.
Es handelt sich um ein renommiertes Damen OberbekleidungsgeschĂ€ft. Ein kleiner Familienbetrieb in einem großen Haus.
Mit mĂ€ĂŸigen Aufstiegschancen dachte S. Daran konnte sie sich noch aus ihrem Wirtschaftsunterricht erinnern.
Wenn Du gut bist, hatte der Vater gesagt, kann man die Ausbildung auch auf 2 bzw. auf 2 1/2 Jahre verkĂŒrzen.
Na super dachte S und dann ?
Eine Antwort hatte sie auch nicht. Über die Zukunft oder die Zeit nach ihrem zwanzigsten Lebensjahr hatte sie sich noch gar keine Gedanken gemacht.
S Bruder war das totale Gegenteil von ihr. Obwohl zwei Jahre jĂŒnger, wusste er jetzt schon was er einmal werden wollte. Seine Schulnoten waren von beeindruckender Konstanz. Der ganze Stolz ihrer Eltern.
Nun also, trat S bei Heuer und Bartes ihre Ausbildung an. Die Firma hatte sie nur genommen, weil der ChefeinkĂ€ufer seine Hand, fĂŒr die Tochter seines Freundes, ins Feuer gelegt hatte. Da S die Schule abrupt wĂ€hrend des laufenden Schuljahres beendete, fing sie ein paar Wochen spĂ€ter, als die anderen Auszubildenden, im Unternehmen an. Keiner wollte in der Hutabteilung lernen, daher war das die Übriggebliebene in der S nun unter kam. Hier musste immer viel gerĂ€umt, geputzt und sortiert werden.
Denen, die ihre Ausbildung aus Leidenschaft begannen, oder deren Eltern ein Ă€hnliches GeschĂ€ft fĂŒhrten, war das klar. Nicht zuletzt weil der persönliche Umsatz zĂ€hlt, der zu einer SondervergĂŒtung fĂŒhrt, war die Mantel und Jacken- oder auch die Abendmodenabteilung, begehrter und somit schon besetzt.
Gleich am ersten Tag, fuhr S den langen Weg allein, ohne Begleitung ihrer Eltern, zu ihrer neuen WirkungsstĂ€tte. Von der letzten Station der S-Bahn, an der sie ausstieg, waren es noch gut 15 Minuten Fußweg bis zu Heuer und Bartes.
Das jetzt jeden Tag bei Wind und Wetter, mit 20 Tagen Urlaub im Jahr und einer schlechten VergĂŒtung. Tiefer konnte man nicht sinken. Von Leidenschaft, Liebe zum Beruf, keine Spur. Der Personalchef Herrn Schmitt fĂŒhrte S in ihre neue Abteilung, erinnerte sie daran warum sie hier ĂŒberhaupt arbeiten dĂŒrfe und ermahnte sie eindringlich ihr Bestes zu geben, da auch fĂŒr Auszubildende eine Probezeit von drei Monaten vertraglich geregelt ist. Sie wurde ihrer direkten Vorgesetzten Frau Nilsen vorgestellt. Eine sehr kurzhaarige, leicht aufgekratzte, große Frau, mitte vierzig. Sie hatte weißblondes Haar und eine androgyne Figur, die in Hosen sehr ansprechend aussah. Das Abteilungsleiter wenig Zeit fĂŒr Azubis haben, wenn der Personalchef durch das Haus lĂ€uft, sollte S noch lernen.
Frau Nilsen teilte sie gleich zum MĂŒtzen sortieren ein, und wandte sich dann wieder ihrem Vorgesetzten zu. S hatte keine Einweisung erhalten wie diese zu sortieren waren, so ordnete sie sie nach Farben. Die bunten MĂŒtzen in monochromatischen FarbverlĂ€ufen in den SchĂŒtten liegen zu sehen, gefiel Frau Nilsen. Nur wie ihre neue Auszubildende aussah, das gefiel ihr weniger.
Es erfolgte, wie schon zuvor durch Herrn Schmitt, die Ermahnung, dass das Erscheinungsbild des VerkĂ€ufers stets tadellos zu sein hĂ€tte. Jeans wĂ€ren im ĂŒbrigen verboten, dabei verwies sie auf S Hose. Sie zeigte ihr den kleinen Verschlag in dem sich neben Lager, NĂ€hutensilien gerade noch ein Stuhl befand, sowie die obligatorische FusselbĂŒrste. S blickte auf ihren Pullover und befreite sich von den Flusen.
„Ich habe nur Jeans“ sagte sie leise.
„Kind, das ist kein Problem dann kaufen wir Dir eine Hose“.

Sie lernte das Stechuhrprinzip und auch die zufÀllige Taschenkontrolle kennen. Die Kantine, die Pausenregelungen, den Umkleideraum, ihren Spind, in welchem Stockwerk welche Abteilung lag.
Die ihr beilÀufig vorgestellten Personen, konnte sie namentlich nicht alle behalten, aber das schien man auch nicht zu erwarten.
Frank, wohl ein echter Streber unter den Azubis fĂŒhrte sie herum und erklĂ€rte ihr, mit aufmunternden Worten die wichtigsten Gepflogenheiten und Orte. Auch die Personalwege die nur die Angestellten benutzen durfte zeigte er ihr. Er war nett und sie fasste schnell zutrauen.
Zum Kaffe verabredete er sich mit ihr in der Kantine und lieferte sie dann wieder in der Hutabteilung ab.

SpĂ€ter nahm Frau Nilsen sie mit in die Hosenabteilung. Und dort bekam sie eine schwarze, weite Stoffhose verpasst, die ihr abzĂŒglich ein paar Prozente als Negativposten von ihrem zukĂŒnftigen Auszubildenden Gehalt abgebucht wurde. So Begann S den ersten Tag ihres neuen Lebens mit Schulden und war damit in bester Gesellschaft.

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Das ist ein Entwurf. Schnell in die Maschine gehauen, also bitte nicht so kritisch mit Rechtschreibung und Orthografie sein, sondern eher mit dem Inhalt
Danke

__________________
E.WDB

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Dnreb
Guest
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der erste Tag

Hallo Holzwurm (hĂŒbscher Name!)

...ĂŒber den "Werkstattcharakter" Deiner Geschichte lĂ€sst sich trefflich streiten; will ich aber nicht.

Du erzĂ€hlst flĂŒssig, das gefĂ€llt mir gut. Leider wirkt das letzte Drittel arg gestaucht, obwohl die Zeitachse (der erste Arbeitstag) unverĂ€ndert bleibt. Auch aus den Nebenfiguren (und der schönen Idee mit der Hutabteilung) kannst Du viel mehr herausholen, vielleicht Beziehungen und Beziehungslosigkeit stĂ€rker herausstellen.

Das ist jetzt so meine Idee, kannst Du auch gleich wieder vergessen: Eine resignierte Protagonistin langweilt doch nur. Einiges an Phantasie hat sie schon zu bieten (die schön sortierten Farben); wie wĂ€re es jetzt noch mit einer krĂ€ftigen Portion Trotz: Ich mache den Job, aber mit einer "ausgeklĂŒgelten" Mischung aus IndividualitĂ€t und "notwendiger" Anpassung.

Herzliche GrĂŒĂŸe
Bernd (Dnreb)

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Maribu
???
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Der erste Tag

Hallo Holzwurm,

Letzter Absatz: Die Hose wurde ihr sicherlich nicht als Negativposten abgebucht! (Der Gegenwert)

Frau Nilsen sagte: "Kind das ist kein Problem dann kaufen wir Dir eine Hose." - Das hört sich nach kostenloser Dienstkleidung an.
...bekam sie eine schwarze, weite Stoffhose verpassst. (Sie wurde ihr also aufgezwungen, egal, ob sie sie leiden mochte oder nicht)

Deswegen mein Vorschlag:

"S. war sehr ĂŒberrascht, dass der Preis fĂŒr die Hose - die sie nicht mal gerne trug - lediglich um Personalrabatt reduziert,
am Monatsende von ihrem Konto abgebucht wurde." So begann...

Liebe GrĂŒĂŸe
Maribu

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John Wein
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Obwohl der Stoff nicht gerade prickelnd ist, las sich die Geschichte doch recht flĂŒssig und darauf kommt es schließlich an: den Leser bei der Stange zu halten.

Mir sind zwei kleine Ungeschicklichkeiten aufgefallen:

1.Keiner wollte in der Hutabteilung lernen, daher war das die ÜbriggebliebeneSektion( od. Sparte, der Bereich)in der S nun unter kam.

2.Er erinnerte sie daran warum sie hier ĂŒberhaupt arbeiten dĂŒrfe und ermahnte sie eindringlich ihr Bestes zu geben, da auch fĂŒr Auszubildende eine Probezeit von drei Monaten vertraglich geregelt ist sei

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John Wein
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2013

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ach ja! ein paar liebe GrĂŒĂŸe schicke ich noch hinterdrein!
JW

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holzwurm
Wird mal Schriftsteller
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an alle die so nett waren es zu lesen und zu antworten

Hallo ,
Danke, das ihr die Geschi. gelesen habt.
Ja ich weiss, es ist warscheinlich mehr drin. Die Liebe zum Detail verließ mich doch dann recht bald, was immer ein schlechtes Zeichen ist. Das liegt bestimmt auch daran , daß ich keinen Plan hatte wohin die Reise denn nun gehen sollte.
Danke fĂŒr Eure guten BeitrĂ€ge die alle auch aus meiner Sicht richtig sind.
Ich habe auch nicht weiter gemacht weil mir der Spannungsbogen fehlt. Verschiedene Theorien habe ich mir zu recht gelegt.
z.B Übernahme des Ladens durch eine Verschwörung bis hin zu einer menschlichen Tragödie in dem S eine tragende Rolle spielen sollte.
Aber das alles war irgendwie schon einmal da. In etwas anderer Form aber doch nicht wirklich neu.
Schlicht ausgedrĂŒckt: mir viel nichts spektakulĂ€res ein.
LG Ellis
__________________
E.WDB

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