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Leselupe.de > Kurzprosa
der riese onassis
Eingestellt am 01. 06. 2002 09:20


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margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
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neben mir stand ein riese
ich reichte ihm gerade mal bis zur hüfte
er war schwarz und trug einen maßgeschneiderten
sommeranzug, seine gewaltigen füße steckten
in sandalen
„die habe ich mir selbst gemacht“, grinste er mir
aus den wolken zu
sein gesicht war offen und gutmütig, soweit ich
das aus meiner perspektive beurteilen konnte
ich wollte keine dämlichen fragen stellen in der
art: wie ist die luft da oben? ich fragte:
„was macht man, wenn man so groß ist?“
„man ist einsam“, sagte er. seine stimme hallte
wie aus einer fabrikhalle.
„da bist du nicht allein.“ langsam bekam ich
nackenschmerzen. „wie heißt du?“
„onassis. nenne mich onassis“, lachte der schwarze
riese neben mir, dass mir schwindlig wurde
„und wie nennst du dich, kleiner mensch?“
„diego“, gab ich zurück, „ich schreibe
prosagedichte.“ unwillkürlich streckte ich ihm
die hand entgegen, was lächerlich aussah
der riese sackte in die knie. mein arm verschwand
bis zum ellenbogen in seiner pranke. komischerweise
empfand ich keine angst. wir hatten jetzt blickkontakt
„diego, du bist auch einsam?“ fragte er beinahe
zärtlich, immer noch meine hand haltend, „obwohl
du klein bist?“ ich sah deutlich die verwunderung
auf seinem gesicht
ich hätte dem riesen gerne geantwortet, dass einsamkeit
ein los des dichters sei, eine selbst gewählte einsamkeit
ein schwermütiger geist, der die tragik des daseins
erkennt, ein mit dem leben hadernder geist, der
ewig allein bleibt, etc., aber ich brachte nichts von dem
über die lippen
„willst du vielleicht so groß sein wie ich? groß wie
onassis?“ er ließ meinen arm los und richtete sich
demonstrativ auf. mechanisch hob ich den blick
ich stand neben einem riesen. ich war nicht allein
ich war nie allein gewesen. ich wusste gar nicht, was
allein-sein heißt

diese erfahrung hatte mich onassis, der riese, gelehrt



__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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wolfsfrau
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Einsamkeit

Hi Margot

schönes Märchen wenn man der Einsamkeit die Hand
gibt ist man schon zu zweit die Einsamkeit als großer schwarzer Riese kam gut rüber und bei onassis denk immer
an die großen Öltankerschiffe auch wie schwarze Riesen

Viele liebe Grüße
die Wolfsfrau
__________________
Wo ist das letzte Einhorn?

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margot
???
Registriert: Mar 2002

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es kommt darauf an: wie stehe ich zur einsamkeit?

guten morgen, ja, onassis könnte für die einsamkeit
stehen. in jedem fall steht er für das spirituelle
in der welt, für den mystischen "großen geist".
hast du "the green line" mit tom hanks gesehen?
in dem film spielt auch ein schwarzer riese eine
wesentliche rolle. vielleicht inspirierte mich das
unbewußt zu meinem mini-märchen. wenn du den film
noch nicht gesehen hast, gucke dir ihn unbedingt
an!
ich denke, in jedem von uns steckt ein onassis ...

liebe grüße
margot
__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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margot
???
Registriert: Mar 2002

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entschuldige

heißt, glaube ich, "the green mile".
__________________
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nally
Festzeitungsschreiber
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"ich hätte dem riesen gerne geantwortet, dass einsamkeit
ein los des dichters sei, eine selbst gewählte einsamkeit
ein schwermütiger geist, der die tragik des daseins
erkennt, ein mit dem leben hadernder geist, der
ewig allein bleibt, etc." - wow. ja, es war "mile" und ich fand des film wirklich gut.
__________________
"Ich werde nie aufgeben captain, denn ich will im Spiel der Mächte weiter bestehen und meinen Vers dazu beitragen."
Club der toten Dichter

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G.Knöll
???
Registriert: Mar 2002

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Hallo liebe Margot,
ich weiß nicht, ob dem Diego der Riese etwas gelehrt hat?
Denn wenn,dann müssen wir gerade SO etwas doch selbst ERFAHREN.
Aber die Geschichte sagt mir sehr zu.

mfG

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