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Leselupe.de > Ungereimtes
der spiegel gespiegelt
Eingestellt am 30. 10. 2010 17:15


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HerbertH
???
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vor dir das hinter dir
ein sprung im glas vor
aufgedampftem
metall reflektiert

lichteinfall von links
das geöffnete fenster
darinnen die aufgebrochene
bodenkrume feucht glitzernd
zylinder braun mit lichtreflexen
blätter noch bereift
auch darin spiegelt sich die sonne
helle fluren

von rechts der dunkle flur
die wohnhöhle voller
erinnerungen an lebensfrüchte
das licht von links wirft lange
schatten in das rechts
spuren der gestalt
die vor dem spiegel steht
sich nicht wahrnehmen mag

im spiegel dahinter
bespiegeln sich spiegelbilder
langsam in der ferne verblassend

__________________
© herberth - all rights reserved


Version vom 30. 10. 2010 17:15

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Rhea_Gift
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Das is mir zuviel spiegelnde spiegel die sich spiegeln...

würds straffen:

quote:
lichteinfall von links
das geöffnete fenster
die aufgebrochene bodenkrume
glitzert feucht

von rechts der dunkle flur
die wohnhöhle voller
erinnerungen an lebensfrüchte

das licht wirft lange
schatten in das rechts
spuren der gestalt
die vor dem spiegel steht
sich nicht wahrnehmen mag

im spiegel dahinter
eröffnen sich bespiegelte
unendlichkeiten


Nur ne Idee...

LG, Rhea

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...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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HerbertH
???
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Hallo Rhea,

über eine Verdichtung der letzten Strophe hatte ich auch schon nachgedacht, mich aber dagegen entschieden.

Bei den anderen Strophen passen die Kürzungen nicht so recht mit den Bildern in meinem Kopf zusammen und der Stimmung, die ich transportieren möchte.

Ich denke noch mal nach darüber.

Danke für die Anregung

lG

Herbert
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Karl Feldkamp
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Lieber Herbert,
der Spiegel ist in Lyrik und Prosa eine vielbeschäftigte Metapher. Daher ist mir das Spiegeln des Spiegels auch ein wenig zu viel, es sei denn, du nimmst andere Metaphern zur Hilfe, die den unendlichen Raum dahinter beschreiben...
Übrigens eine Kleinigkeit: das zweite "vor" in der ersten Strophe ließ mich stolpern. Ich würde ein "in" daraus machen.
Mein Vorschlag insgesamt kürzen und ungewöhnlich Metaphern für jene Räume suchen...
Herzliche Grüße
Karl
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Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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HerbertH
???
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Lieber Karl,

das doppelte vor in Strophe 1 ist inhaltlich korrekt, ein "in" stimmt nicht.

Dass der Spiegel als Metapher häufig vorkommt, OK.

Vom Titel her und der letzten Strophe soll sich dem Leser die Kette von Bilder erschliessen, die man erhält, wenn man vor einem Spiegel steht und darin einen Spiegel erblickt, der sich hinter dem Betrachter befindet. Bitte mal ausprobieren, falls diese "unendliche Bildkette" sich im Spiegel spiegelnder Spiegelbilder unbekannt ist. Andere Metaphern wären dafür auch nicht klarer, denke ich. Am ehestens kämen noch die Puppen in der Puppe in Frage, aber da ist die Zahl der verschiedenen Ebenen eher zu klein.

Das Thema ist also Selbstbezüglichkeit und infiniter Regress.

In Strophe 1 ist dazu passend zusätzlich eine Bedeutungsebene als Einleitung, die den Blick des Lesers auf die Funktionsweise des Spiegels lenken soll, "Glas vor Metall". Das Spiegelgedicht bespiegelt den Spiegel als Spiegel ...

In Strophe 2 und 3 geht es um seitliche Blicke des vor dem Spiegel stehenden Betrachters, nach links in die umgebende Natur, nach rechts in die Wohnung. Dies "spiegelt" die Kreise, in denen der Betrachter lebt und empfindet, es sind also gleichsam Spiegelbilder seines Daseins.

Strophe 4 ist das inhaltliche Ziel.

Statt immer nur einen Aspekt zu bringen in jeder Strophe habe ich versucht, das jeweilige Bild mit einigen wenigen Pinselstrichen zu malen.

Dass die Metapher des Spiegels hier "ausgelutscht" ist, will sich mir nicht erschliessen. Die Konnotationen sind inhaltlich ja möglicherweise noch gar nicht allen Lesern klar, weshalb ich hier das gemacht habe, was ich eigentlich nicht so gern mache: den eigenen Text für den Leser interpretieren. (Denn die Gefahr besteht, die interessanten Interpretationen des Lesers damit auszubremsen.)

Kurz gesagt: es mag sein, dass meine Intentionen noch nicht beim Leser so ankommem, wie ich es gerne hätte.

Normalerweise bin auch ich ein Freund sehr weitgehender Verdichtung. Diesmal allerdings widerstrebt mir das, weil ich
sehr klare Bilder mit mir wichtigen Details vor Augen habe, die ich ungern dem Verdichten opfern möchte.

Ich werde nochmal nachdenken, wie ich die Bilder noch klarer und schärfer fassen kann. Das wird aber wahrscheinlich nicht auf eine Kürzung hinauslaufen.

Trotzdem vielen Dank für das Feedback. Ich weiss offene Worte zu schätzen.

lG

Herbert




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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
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Lieber Herbert,
die Absicht deines Textes ist mir schon klar, ja, sie ist überklar. Und das ist m.E. nicht notwendig.
Ich liebe Gedichte, die ein Rätsel in sich tragen, damit ich damit auch ein wenig geistige Arbeit habe...
Herzliche Grüße
Karl
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Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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