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Leselupe.de > Ungereimtes
der tod ist nur ein adlerschrei
Eingestellt am 10. 02. 2009 17:30


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Perry
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Registriert: Aug 2004

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der tod ist nur ein adlerschrei


die nacht ein schĂŒtzendes dach mit sternen als löcher
hÀtte wohl ein dichter geschrieben
doch dafĂŒr ist keine zeit denn dem morgen graut
vor dem was der tag ans licht bringen wird
du liegst eingerollt im teppich neben mir
die sonne umhĂŒllt die berge im osten mit rosarot

nirgends ist die stille so echolos wie hier
der blick so unbegrenzt von zÀunen und verboten
wir hatten auf eine zukunft getrunken
aus deren brunnen kein wasser mehr sprudelte
auf fontĂ€nen angestoßen die lĂ€ngst versiegt waren
bis auf die eine die aus deinem herzen schoss

ich trinke mein glas leer auf dein wohl das gelingen
deiner reise in ein land in das nur engel reisen können
der tiefe grund des meeres schien mir zu kalt
deshalb brachte ich dich an diesen hohen hort
wo du dem himmel am nÀchsten bist
und ich von der hölle nur einen schritt entfernt

hörst du des adlers ruf das kÀuzchen klagen
ich lege dich ins morgenlicht eine rose auf der brust
möge dich der teppich tragen wie einst aladin
zu den mÀrchenschlössern aus tausend und einer nacht
möge mir der dolch frieden geben die tat sĂŒhnen
war ich doch nur die hand die dich erlöste


Version vom 10. 02. 2009 17:30
Version vom 10. 02. 2009 23:28

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1536
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Hi Perry,

ein schwieriges Thema, das Du bearbeitest. Ich hatte in der Lupe ein Àhnlich gelagertes Gedicht versucht.

Der Mord, auch der, der möglicherweise im Auftrag geschieht, also eigentlich ein Töten auf Verlangen darstellt, ist hier unter einer Ă€ußerst bilderreichen Sprache quasi "verborgen". Manche der Bilder sind bereits besetzt, andere erschließen sich nur, wenn man sich auf den sperrigen Text einlĂ€ĂŸt. Das Sujet ist nicht einfach, und der innere Monolog, mit dem es behandelt wird, nimmt die Wendungen, die eine solche Rechtfertigungsrede eben nehmen kann.

Deine Sprachfertigkeit ĂŒberrascht mich immer wieder, wobei ich das Bild des Blutes, das aus dem Herzen springt, nicht ungedingt als ĂŒberraschend ansehen. Diese Strophe ist auch die schwĂ€chste im Glied, obwohl sie zugleich das Scharnier zum wichtigsten Perspektivenwechsel darstellt. Der Inhalt ist als solcher "grenzwertig". Nun darf Kunst mehr, da sie spekuliert, als der Mensch als Tat dĂŒrfte. Das mĂŒssen wir bei der Kritik solcher Texte immer im Auge behalten.

Nun ist der Tötung des oder der Geliebten am Ende die AnkĂŒndigung der Selbsttötung, also der ultimativen Strafe und Erlösung, zugesellt. Damit wird aus dem beschriebenen Ereignis der Doppelselbstmord unglĂŒcklich Liebender. Und wie wir wissen, ist das bereits ein hĂ€ufiges Thema der Literatur und der Kunst als solcher. Diesen VorgĂ€ngern muß sich dieser Text zuordnen und aus dieser Sicht betrachten lassen.

Insgesamt habe ich diesen Test mit Interesse gelesen. Ganz anfreunden kann ich mich mit ihm aber nicht.

Lieber Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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