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Leselupe.de > Kurzgeschichten
der verliebte Uhu
Eingestellt am 05. 03. 2010 10:44


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Lena Luna
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2010

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Der verliebte Uhu

Uhu Bubu wohnte am Hang einer Bergkette in einer komfortablen H√∂hle mit einem wunderbaren Blick √ľber die angrenzenden Felder und W√§lder.

Sonnenauf ‚Äď und unterg√§nge konnte er auch auf seinem Stammsitz, dem Ast einer knorrigen Kiefer betrachten und schmackhafte Beute gab es genug in dieser sch√∂nen Welt.
Eigentlich das ideale Leben f√ľr einen jungen Uhu, der noch ungebunden und voller Tatenkraft war.
Doch eine innere Unruhe und unerkl√§rliche Neugierde trieb ihn, seine n√§chtlichen Beutez√ľge weiter auszudehnen, wobei er immer mehr in die N√§he eines kleinen D√∂rfchens kam.
Dort, fand er bald heraus, gab es neben einer alten Steinkirche, unter deren Dach ganze Familien von frechen Dohlen hausten, auch einen Friedhof.
Hier wohnte in einer Eiche ein geschwätziges Käuzchen, das ihm etwas angeberisch von dem wunderbaren Mäusevorkommen berichtete, welches es hier auf dem Friedhof und auch in der alten Kirche gäbe.
Durch ein Loch im Dach hätte es Zugang zu dieser Speisekammer gefunden.
Gemeinsam flogen sie am nächsten Abend zur Kirche und das Käuzchen zwängte sich durch ein Loch unter dem Giebel und Bubu kletterte hinterher.

Das Mondlicht erhellte den Raum spärlich, aber Eulengetier braucht ja auch kaum Licht, um die kleinen Nager zu entdecken.
Davon gab es hier in der Tat eine reichliche Anzahl, die sich in tr√ľgerischer Sicherheit wiegten und zwischen dem Gest√ľhl hin und her wuselten.
Sogar auf dem Altar saßen sie und kicherten frech.
Das Lachen verging ihnen recht schnell und Käuzchen und Uhuh saßen bald darauf gesättigt auf der obersten Balustrade.
Da ging unten im Kirchenschiff ein Licht an und eine junge Frau betrat den Raum.
Sie ging die knarzende Treppe hinauf, den Gang entlang und setzte sich an etwas, das wie ein Brett in einem Kasten aussah.
Etwas Geknister und Gescharre und die Frau streckte die Arme aus und lies die Finger hin und her wandern.
Pl√∂tzlich f√ľllte ein Klang den hohen Raum, den unser Uhu noch nie in seinem Leben zuvor vernommen hatte.
Schöner als aller Vogelsang, so schein es ihm.
Und dann machte diese Menschenfrau auch noch ihren Mund auf und zwitscherte dazu.
Uhus f√ľhlen sich ja immer etwas minderwertig, weil ihr Gesang in der Vogelwelt keinen hohen Rang hat, ja man wird sogar absch√§tzig als Grufti beschimpft.
Aber kein Vogel konnte so singen wie diese Menschenfrau, fand er.
Und in diesem Moment verliebte er sich.
Es war ihm nat√ľrlich gar nicht klar, was mit ihm da passierte, denn er hatte sich noch nie zuvor verliebt.
Nun sa√ü er Nacht f√ľr Nacht in seinem Versteck und wartete und hoffte seinen zwitschernden Schwarm wiederzusehen.
Bald hatte er heraus, dass seine Angebetete jeden 2. oder 3. Abend kam und f√ľr ihn sang.
Als Dank f√ľr diese wunderbare Musik und Zeichen seiner Ehrerbietung legte er ihr heimlich in der Nacht k√∂stliche Spitzm√§use oder fette Feldm√§use auf den Stuhl, auf den sie sich immer setzte.

Als Beweis daf√ľr, dass er genau ihren Geschmack getroffen hatte und es ihr gut bekommen war, nahm er die Tatsache, dass sie alles restlos aufgefuttert haben musste, da nicht einmal Gew√∂lle zur√ľckgeblieben war, wenn er wieder Nachschub brachte.
Heute Abend hatte er sich eine besondere √úberraschung ausgedacht.
Er war fr√ľher als sonst losgeflogen, hatte ein kleines Kaninchen erbeutet und nun so fr√ľh auf den Geschenktisch gelegt, dass sie es heute Nacht noch verspeisen konnte.
Er flog zu seinem Logenplatz und wartete auf seine geliebte Sängerin.

Aber dass sie sich so freuen w√ľrde und ihre Stimme zu diesem hohen Tremolo anschwellen w√ľrde, hatte er nicht erwartet.
Auch nicht, dass sie sich gleich schlafen legen w√ľrde.
Als er sie nun betrachtete, wie sie so dalag, fragte er sich, ob sie vielleicht von ihm tr√§umen w√ľrde.


Version vom 05. 03. 2010 10:44

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Tante Oma
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Registriert: Feb 2009

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Hallo Lena Luna!

Zuerst einmal ein herzliches Willkommen auch von mir auf der Leselupe!
Die Idee zu Deiner Geschichte gefällt mir gut!
Wenn Du die Tiere miteinander sprechen l√§sst, w√ľrde das Ganze lebendiger!
Das Ende der Geschichte gefällt mir nicht so gut.
Du könntest schreiben, dass der Uhu mit der Frau Kontakt aufnimmt, bei ihr Gesangsunterricht nimmt und als Höhepunkt der Geschichte singen sie miteinander ein Lied!

Herzliche Gr√ľ√üe
Tante Oma


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Lena Luna
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2010

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Fabel

Hallo Tante Oma,
leider w√ľrde so ein Schluss den Sinn der Geschichte absolut verfehlen.
Denn ich könne ein Epimythion dahinter setzen , so in etwa:
" Liebe macht blind " oder : "die Projektion unserer W√ľnsche auf das Objekt unserer Begierde l√§sst Schein-Realit√§t enstehen."
LG
Lena

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