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Leselupe.de > Gereimtes
dichter haarloos
Eingestellt am 07. 09. 2009 16:43


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Walther
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dichter haarloos


wird das haar am haupt erst lichter,
wĂ€chst in dir ein großer dichter!
traum von jugend leis heran:
hattest haare, warst ein mann,
jedenfalls nicht auf der brust,
jedoch in der hose lust!
machte dir ganztags zu schaffen.
machtest dich ganz gern zum affen!

heute sitzt du in der ecke,
runder tisch, gedeckte decke,
mitten drin ein bierglashumpen,
in der schnute alte stumpen,
reimst die verse wie 'ne eins,
doch berĂŒhmt ist heute keins:
das gedicht ist ehrlich böse,
löst es sich erst vom gekröse

deiner grauen zellen los.
ist auch rasch die hoffnung groß,
dieses wÀr es endlich nun,
sahnehÀubchen von dem tun,
das da heißt das verseschmieden,
doch es hat erneut gemieden
deine muse, den gedanken,
um den rum sich strophen ranken,

die das weltall hell erleuchten
(so wie's die gefĂŒhle deuchten,
die dich leise da beschlichen
und dann hyperschnell entwichen,
der erkenntnis platz zu machen,
deine werke wÀrn zum lachen
und darĂŒber zu gebrauchen,
um den tabak aufzurauchen,

der in selbige gepackt,
das ist leider eben fakt,
lĂ€ĂŸt sich leicht in qualm auflösen,
dabei lĂ€ĂŸt sichs herrlich dösen,
ernsthaft aber auch sinnieren,
wenn die mÀdelz nett flanieren
in den viel zu kurzen röcken,
busen wider körbchen löcken,

ach, egal, sie sind halt mist!),
wo es kalt und dunkel ist.
eines merk dir, alter sÀnger,
besser wird's nicht, wenn du lÀnger
das verstehen noch vermeidest:
löse dich, bevor du leidest,
von dem traum von pantheon:
da sind doch die großen schon.

Und die kleinen bleiben kleine,
haben sie auch lange beine,
hohe hacken an den schuhen,
stĂŒnden gar auf bĂŒchertruhen,
hÀtten eine offne bluse,
wÀren muse, blieben muse:
drum, herr dichter, sei nicht eitel,
steh zu deinem hohen scheitel!

steh dazu, dass es nichts werde
mit dem lorbeer auf der erde:
du kannst reimen, du kannst singen,
doch es wird nie richtig klingen.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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gitano
Guest
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Hallo Walther!
Der Text ist zu lang im VerhÀltnis zu dem was er zu erzÀhlen beliebt. Wollen ist löblich, können ertrÀglich.
Obwohl inhaltlich-logisch auch etwas verquer ist der letzte Achtzeiler von der Wirkung her der StÀrkste. Den Viezeiler danach braucht der Text nicht.
Die Ironie im Text dringt nicht wirklich durch weil er sowohl im ErzĂ€hlstil als auch in der Haltung des LI zwar satirisch daher kommen möchte aber an den eigenen UnzulĂ€nglichkeiten hĂ€ngenbleibt. Hier fehlen knackende Poenten und neue Sichtweisen oder eben radikale VerkĂŒrzungen um den Text inhaltsdichter zu machen. Es gibt sehr viele Stellen die nicht wirklich witzig sind und auch keiner Poente dienen, erwecken den Eindruck "FĂŒllungen" zu sein.
Was ebenfalls auffÀllt sind die vielen Bildlogischen Fehler:

z. B:
reimst die verse wie 'ne eins,
doch berĂŒhmt ist heute keins:

Die Eine Aussage bezieht sich auf eine Gedichtzeile / Vers
die untere hingegen auf ein Gedicht.

davon gibt es zuviele im Text!
...und erweckt nebenher den Eindruck "erzwungener Reime"..leider!

Positiv fĂ€llt auf, dass Du durchaus ein metrisches verstĂ€ndnis/ Empfinden fĂŒr Sprache hast!
...und augenblich kommt bei mir die Frage auf; Warum macht er nicht mehr daraus?

Das Thema ist schon sehr interessant vom wollen und möchten...!
Ich habe kĂŒrzlich selbst einen Text dazu hier eingestellt ("einsicht") Ob Satire, Ironie, Philosophie spielt dabei weniger eine Rolle...es zu beschreiben reicht meiner Meinung nach nicht.

Fragen:
Wo ist der Fokus?
Deine Position?
Welches thematische Spannungsfeld? (+ und -)
es gÀbe noch viele mehr...

Etwas Arbeit braucht der Text noch...
Liebe GrĂŒĂŸe
gitano

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
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Hi gitano,

danke fĂŒr Deinen Eintrag. Du hast Dir sehr viel MĂŒhe mit einem reinen Blödsinnstext gemacht, den man auch so lesen sollte. Besonders danke ich Dir, daß Du festgestellt hast, daß mir im Laufe meiner Dichtversuche nicht nur gelungen ist, das Eine oder andere trocken zu legen, sondern auch eine gewisse Sicherheit im Metrum zugewachsen ist. Schön, daß das einmal einer merkt.

Zu Deinem bildlogischen Problem: Wenn Du die Strophe weitergelesen hÀttest, wÀre Dir der Bezug aufgefallen:

quote:
reimst die verse wie 'ne eins,
doch berĂŒhmt ist heute keins:
das gedicht ist ehrlich böse,
löst es sich erst vom gekröse
Blau markiert findest Du ihn.

Schön wĂ€re es gewesen, wenn Du die anderen "fehlenden" BezĂŒge ebenfalls vermerkt hĂ€ttest, dabei beachtend, das dieses Werk eines ist, und zwar grenzenlos unernst und ebenso grenzenlos unkorrekt. Manche Satzzeichen sind dazu da, die Verwirrung sozusagen herbei- und ins LĂ€cherliche zu ziehen. Jedoch: Wer BĂ€nkelsang und Fasenacht nicht mag, ist bei diesem - Ă€hem - Reimwerk schlecht aufgehoben.

Zum Thema "Vermerken": Du gestattest, daß ich Dir ein wenig Nachhilfe in Rechtschreibung zu Gute kommen lasse: Erstens einmal schreibt man die "Po-Ente" richtig "Pointe", schon deshalb, weil das Wort so geschrieben einen weiteren Lachflash auslöste. Selbige "Hintern-GĂ€nse" - also die Pointen natĂŒrlich - sind ĂŒbrigens, wenn schon, denn schon, "knackig" und nicht "knackend". Nur wenn man das "k" vor dem "nackig" wegließe, wĂ€re das ungefĂ€hr dann das Gleiche (und immer noch nicht Dasselbe).

Zu Deinen Fragen: Diese stellen sich hier nicht, weil der Zweck der Übung nichts anderes als die sich Selbstverhohnepiepelung des LyrIchs zum schenkelklatschenden Ablachen der Leserschaft ist. Kurz: Das Werk ist eo ipso und per se völlig wertlos und damit zugleich eigentlich total ĂŒberflĂŒssig.

Nur uneigentlich, ja, da macht es vielleicht ein paar Leuten Spaß (Dir leider nicht, aber das ist, glaube ich, eher Dein eigenes Pech und nicht meines oder das anderer).

In diesem Sinne wĂŒnsche ich Dir frohes Dichten und Werken. Und nimm's nicht gar so schwer.

Und zwar weder das Leben, noch das Dichten.

Lieber Gruß W.


__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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