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Leselupe.de > Kurzgeschichten
die Treppe
Eingestellt am 05. 02. 2001 01:17


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flammarion
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Die Treppe

Ich war drei Jahre alt und erwachte in meinem Gitterbett. Die Sonne lachte mich an und ich lachte zur├╝ck. Auf dem Baum vor dem Fenster sangen die lieben V├Âgelein ihre Zwitscherlieder. Gern h├Ątte ich mitgesungen, aber die Oma, die Tante und der Onkel sagten immer, da├č ich leise sein mu├č. Ich r├╝ttelte an den Gitterst├Ąben, wie ich es morgens immer tue. Dann kam n├Ąmlich jemand, mich zu holen. Diesmal nicht. Ich r├╝ttelte st├Ąrker. Wo blieben sie heute nur? Ich stand ungeduldig auf. Die V├Âgelein waren verstummt. Ich f├╝hlte mich m├Ąchtig gro├č und begann, im Kreis herumzulaufen, die rechte Hand immer auf dem Gitter. Es machte gro├čen Spa├č, im Bett zu laufen und seinem Knarren zu lauschen. Aus lauter Lebenslust begann ich zu singen, alle Verbote mi├čachtend. Pl├Âtzlich war das Gitter weg, ich stand in einem normalen Bett. Schnell sprang ich hinaus und lief durch die Zimmer, um die Erwachsenen zu suchen. Da fiel mir ein, da├č die Oma k├╝rzlich gestorben war. Ich war nicht traurig dar├╝ber, sie war eine garstige Alte gewesen. Endlich traf ich auf zwei mir v├Âllig unbekannte Leute, doch ich wu├čte: das sind Onkel und Tante. Sie waren ausgehfertig gekleidet. Der Onkel sagte ernst: ÔÇ×Zieh dich rasch an, du wirst heute eingeschult.ÔÇť Ich explodierte voller Freude: ÔÇťHurra! Hurra! Hurra!ÔÇť Die Tante darauf d├╝nnlippig: ÔÇ×Jaja, beeil dich, wir kommen sonst zu sp├Ąt!ÔÇť Ich rannte zu meinem Bett zur├╝ck und zog m├╝hsam die l├Âchrige Unterw├Ąsche an, das wei├če Kleid mit den lustigen roten P├╝nktchen und die Schuhe. Als ich sie endlich anhatte, sah ich die Str├╝mpfe liegen. Die Tante hatte inzwischen schon zweimal gerufen: ÔÇ×Beeil dich!ÔÇť Sollte ich nun die Schuhe wieder ausziehen? Das w├╝rde lange dauern. Die Str├╝mpfe an? Das w├╝rde lange dauern. Dann die Schuhe wieder an? D a s w ├╝ r d e l a n g e d a u e r n! Also sprang ich zu dem Ehepaar. Wir verlie├čen die Wohnung. Dabei dachte ich: ÔÇ×Neue Schuhe auf nackten F├╝├čen? Das gibt Blasen! Aber die Einschulung ist ja schnell vorbei, es wird nicht schlimm.ÔÇť Die Tante sprach mit gerunzelten Brauen: ÔÇ×Geh mal schon immer auf die Stra├če, wir m├╝ssen noch schnell was erledigen.ÔÇť Ich war verdutzt ÔÇô konnte das nicht erledigt werden, w├Ąhrend ich mich anzog? Doch ich wagte keinen Widerspruch. Z├Âgernd ging ich die Treppe hinunter. Die Erwachsenen waren schon sehr weit ├╝ber mir, als ich mich ├Ąngstlich nach ihnen umsah. Die Tante winkte: ÔÇ×Geh nur ruhig weiter, wir kommen gleich.ÔÇť So ging ich beklommen weiter die Treppe hinunter, doch befand ich mich pl├Âtzlich unter ihr. Es war, als w├╝rde mein Kopf sich bem├╝hen, die Treppe hinunterzugehen, aber das wollten, sollten und mu├čten die F├╝├če tun. Verwirrt rumpelte ich mich vorw├Ąrts. Die Treppe wurde immer l├Ąnger. Was ist hier blo├č los? Dachte ich und wu├čte, ich bin inzwischen schon wieder ├Ąlter geworden. Da wurde es hell und ich stand normal auf der Treppe. Aufatmend ging ich hoch. Dann erschrak ich ÔÇô das war die falsche Richtung! Zur Stra├če mu├čte ich anderslang! Ich sprang hastig die Treppe hinunter, mehrere Stufen auf einmal nehmend. Wie gro├č bin ich jetzt wohl? Scho├č es mir durch den Sinn und schon befand ich mich wieder in Dunkelheit und Schmutz unter der Treppe. M├╝hselig versuchte ich, vorw├Ąrts zu kommen. Na, zu sp├Ąt f├╝r die Einschulung war es nun ganz sicher. Es ging mir auch gar nicht mehr darum, zur Schule zu kommen, sondern auf die Stra├če, zu Menschen! Es wurde wieder hell, aber wo war ich jetzt? Ich stand in einem gro├čen Kaufhaus ÔÇô hoch ├╝ber allen Leuten, die gesch├Ąftig, gem├╝tlich, satt und zufrieden, traurig, gelangweilt und was wei├č ich nicht noch alles waren - auf einem wei├č gestrichenen Eisentr├Ąger, der schnell rostete. Vor Angst zitternd beobachtete ich die Leute und hoffte, da├č irgendjemand mich bemerkt. Es mu├čte mich jemand bemerken, mein Atem rasselte laut durch die Halle. Meine Knie zitterten so stark, ich f├╝rchtete, den Halt zu verlieren und abzust├╝rzen. Mein Halt war die Wand in meinem R├╝cken. Ich pre├čte mich bebend an sie. Wo war die Treppe geblieben? Sie hatte mich auf diesen Tr├Ąger gespuckt und war verschwunden! Gegen├╝ber, weit entfernt von mir, stie├č der Tr├Ąger an eine zierliche Holztreppe, die ÔÇô kunstvoll geschwungen und verziert, gut gepflegt und dick lackiert ÔÇô mir viel zu schade erschien, um von mir betreten zu werden. Ich wagte sowieso auch nicht den winzigsten Schritt auf diesem Eisentr├Ąger. Ich hatte Atemnot vor Angst. Alleine kam ich nicht weiter, ich mu├čte die Leute auf mich aufmerksam machen. Ich rief vorsichtig: ÔÇ×Hallo, kann jemand Hilfe holen?ÔÇť Alle blieben stehen und blickten sich um, niemand sah hoch. Ich mu├čte deutlicher werden: ÔÇ×Kann jemand Hilfe holen? Ich bin hier oben.ÔÇť Vier oder sechs Menschen liefen sofort los, um Hilfe zu holen, die anderen gingen wieder ihren Besch├Ąftigungen nach. Einige aber starrten mich an. Ich hoffte, da├č jemand eine Leiter bringt und unter mich stellt. Aber gibt es zehn Meter hohe Leitern? Die Feuerwehr pa├čt nicht durch die Kaufhaust├╝r. Sie werden eine Pyramide aus Leitern errichten m├╝ssen, um mich und mein wei├čes Kleid mit roten P├╝nktchen zu retten. Wird die Pyramide einst├╝rzen, wenn sie meine einhundert Kilo zu sp├╝ren bekommt? Einige der Untenstehenden hatten sensationsl├╝sterne Gesichter. Wie ich diese Gaffer verabscheute! Kein Mitgef├╝hl, nur Bosheit! Entsetzt erkannte ich, da├č ich eine gereifte Frau bin. Gleich werden die Reporter kommen und mich ausfragen und keiner wird mir die Geschichte mit der Treppe glauben und morgen wird alles in der Zeitung stehen oder sogar im Fernsehen sein und alle werden von meiner Schande wissen und mich auslachen! Oh, dieses niedertr├Ąchtige Grinsen! Dann schon lieber abst├╝rzen. Augen zu dabei . . .
Bum-bumm, bum-bumm, bum-bumm machte mein herz, da├č das bett vibrierte. o gott, was f├╝r ein albtraum! Da ich nicht wieder einschlafen konnte, hab ich ihn hier aufgeschrieben, sagt mal was dazu. Lieben gru├č

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Old Icke

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zauberei
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hmmm...

... ist irgnedwie gut geschrieben, sagt mir mein Gef├╝hl.

Meine Interpretation ist die folgende:

Kaum sind wir Kind, sind wir auch schon erwachsen und m├╝ssen
uns damit abfinden, m├╝ssen die "Bosheit" der Menschheit wohl oder ├╝bel ertragen. Zwischendurch jedoch kommt
immer wieder dieses Kind in uns zum Vorschein(Gott, sei Dank!)

Ich verstehe jedoch nicht diese "hundert Kilo".
Und welchen Part ├╝bernehmen die Reporter?
Sollte ich begriffsstutzig sein???

Liebe Gr├╝├če, zauberei

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flammarion
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liebe zauberei

danke f├╝r dein interesse und f├╝r die lieben worte. die "regenbogenpresse" ist f├╝r mich das schlimmste, was es gibt. diese flut von klatsch und tratsch! warum l├Ą├čt man die leute, die keinem was tun, nicht einfach ihr leben leben? warum mu├č an jedem herumgezerrt werden? vor allem finde ich es ungerecht, wenn jemand verspottet wird, der ohne eigenes zutun in eine mi├čliche lage geraten ist. das ist mir in meiner schulzeit sehr oft passiert. und niemanf hat mir je zur seite gestanden... lieben gru├č
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Old Icke

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flammarion
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ich wiege inzwischen tats├Ąchlich 100 kg. frustspeck...
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