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Leselupe.de > Kurzgeschichten
die besondere anna
Eingestellt am 06. 05. 2001 19:40


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zettelstraum
BlĂŒmchendichter
Registriert: May 2001

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anna und der igel

Oktober in einem Dorf vor den Bergen.
Anna findet in ihrer Hofeinfaht einen Igel. Nichts besonderes eigentlich, denn Anna ist fĂŒr solche Dinge prĂ€destiniert, fĂŒr Sachen, die ein bißchen andersartig erscheinen, fĂŒr eine Frau, die mit 24 schon verheiratet ist, in einer Zeit, in der man so viel Wert auf FlexibilitĂ€t, Aussehen, Freiheit und Freizeit wert legt. Aber Anna ist da ein bißchen anders, so ist fĂŒr sie der Igel eine willkommene Abwechslung fĂŒr Anna.
Sie legt den Igel in eine Kiste, die sie in der Garage fand. NatĂŒrlich hat Anna dabei Handschuhe an, weil sie alles Neuartige erst mal vorsichtig angeht. Sie stellt ihm eine Schale Milch hin, denn irgendwie erscheint er ihr krank oder wie sie es gern nennt: oarm.
Die nĂ€chsten Tage geht sie wieder ihrem Alltag nach, lĂ€ĂŸt sich von ihrem Mann zur Arbeit fahren, einem gutaussehenden, etwas Ă€lteren jungen Mann in guter Anstellung. Sie denkt aber stets an ihren kleinen Freund, den sie auch jeden Abend aufsucht, um mit ihm zu reden, ihn anzuschauen, sich um ihn sorgend.
Eines Tages geht sie denn auch zu einem Tierarzt, dessen Schild sie in einer Mittagspause zufĂ€llig gesehen hat, und fragt ihn danach, was kleine Igel fressen. Dieser lĂ€chelt Anna an, da Anna fĂŒr ihr Aussehen doch eine sehr natĂŒrliche Art besitzt, was manche MĂ€nner sehr stutzig macht. Er erklĂ€rt ihr, was diese Tiere fressen und erzĂ€hlt ihr auch, daß seine Schwester frĂŒher gerne kleinen Igeln beim Überwintern geholfen hat. Anna mag den Tierarzt.
Die Tage werden kĂ€lter, der Schnee fĂ€llt auf die Bergspitzen und nicht lange wird es mehr dauern, daß er ins Tal kommt. FĂŒr die Skifreunde aus der nahen Großstadt etwas besonderes, fĂŒr die Leute an den Bergen normale NaturverĂ€nderung. Hier hat man von November bis MĂ€rz Schnee.
Anna macht sich Sorgen, was nun mit ihrem Igel passieren soll. Sie spricht ihren Mann an, was er davon halten wĂŒrde, wenn der Igel im Keller ĂŒberwintern dĂŒrfte. Er weiß nĂ€mlich nichts von ihren nĂ€chtlichen GĂ€ngen zum Igel. Ihm sagt sie immer, sie gehe Zigaretten holen. Der Mann, der seine Gedanken sehr oft bei seiner Arbeit oder seinen Fischen hat, und deswegen manchmal verstopfte Ohren fĂŒr die Gedanken seiner Frau hat, hört auch in diesem Falle nicht richtig zu, und lĂ€ĂŸt nur seinen Mißmut gegenĂŒber irgend eine Art der VerĂ€nderung durchklingen.
Anna beschĂ€ftigt sich nun jeden Tag mit dem Gedanken um den Igel. Mit niemandem redet sie darĂŒber, keiner wĂŒĂŸte ihr wahrscheinlich zu helfen.
Eines Morgens wacht sie plötzlich schweißgebadet auf, denn sie hatte einen unguten Traum: sie hatte den Igel im Keller untergebracht und ihr Mann fand ihn dort. Daraufhin mußte sie sofort all ihre Sachen auspacken und fand sich auf der Straße wieder. Sie, die eigentlich ein sehr komfortables Leben gewohnt ist.
Als der erste Frost aber kommt, beginnt der Igel zu frieren, Anna hat dem Igel ganz viel Futter aus der Stadt mitgebracht. Sie beschließt sich, den Igel noch am selben Tag in den Keller zu bringen. Doch da ihr Mann gleich kommt, geht sie erst nach oben in die Wohnung und kocht ihm etwas zum Essen. WĂ€hrend des Essens klingelt das Telephon: Annas Mutter. Sie erzĂ€hlt ihr, daß ein Nachbar gesehen habe, wie sich Anna um einen Igel kĂŒmmere und wollte Anna darauf hinweisen, daß Igel Flöhe und LĂ€use haben und daß es deswegen ein schwieriges Unterfangen sei, einen Igel gar als Haustier halten zu wollen. Anna merkt wieder einmal, daß ihre Mamma sie gut kennt!
Sie geht nach dem Essen noch einmal zum Igel. Wie immer raschelt der Igel in seinem Streu, wenn sie ihm nahe kommt, wenn er ihren Atem spĂŒrt, um ihr zu zeigen wie er sich freut, daß sich Anne um ihn sorgt.
Anna ĂŒberlegt sich die Sache noch einmal mit dem Keller und lĂ€ĂŸt den Igel doch noch eine Nacht draußen.
Am nĂ€chsten Tag, einem Wochenendtag, schaut sie nach ihm, doch diesmal raschelt er gar nicht. Jetzt steht ihr Entschluß fest: sie nimmt ihn mit in den Keller, legt eine Decke ĂŒber die Kiste, damit aber noch Luftzufuhr besteht, bedeckt sie sie nicht vollkommen, schiebt die Kiste hinter einiges GerĂŒmpel, damit ihr Mann ihn nicht gleich findet und geht wieder nach oben.
Obwohl beide die Nacht ohne Ärger ĂŒberlebt haben - der Mann schmieß sie nicht aus der Wohnung, der Igel wurde nicht gestört -, obwohl dieser guten UmstĂ€nde, findet Anna den Igel am nĂ€chsten Tag noch immer unbeweglich.
Er war bereits in der ersten Frostnacht gestorben.

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zettelstraum
BlĂŒmchendichter
Registriert: May 2001

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bewertung?

komischerweise muß ich mir selbst ne antwort geben, die eigentlich und nicht nur eigentlich eine frage ist:
was heißt die bewertung 1?
heißt das sehr schlecht?
und wenn warum? ich fÀnde eine bewertung nur dann akzeptabel, wenn der bewertung eine meinung angehÀngt wird.
sollte der/die bewerter dies lesen, dann bitte meinung abgeben.

danke.

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Der kleine Grauhai
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

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Lass dich

davon nicht Ă€rgern. Ich glaube hier gibt es welche die gerne mal schlechte Noten verteilen, aus schlechter Laune heraus. Meine geschichten haben auch viele scheiss Noten bekommen, komischerweise nie eine schlechte Kritik. Ich finde im ĂŒbrigen auch das man zwar ruhig mal einfach nur "find ich schön" sagen kann (das freut einen ja) aber ein einsames "find ich scheisse" ist völlig ĂŒberflĂŒssig. Gibst aber immer wieder. Im Literaturcafe antworten die Leute auch gerne mit "das fand ich aber schlecht". Punkt. Na toll. Was soll das? Also, vergiss die Noten. Freu dich wenn dir einer ne 10 gibt und lass dir die 1en am Arsch vorbeigehen. Gruß vom kleinen Grauhai.
__________________
Kommt doch mal in mein Korallenriff

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