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Leselupe.de > Gereimtes
die erde weint
Eingestellt am 22. 08. 2002 17:25


Autor
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Auryn
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2001

Werke: 34
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wie gro├če insektenschw├Ąrme,
steigen die dunklen rauchs├Ąulen der fabrikschlote in den himmel,
erschaffen schon am tag eine d├Ąmmerung,
und signalisieren uns,
hier wird gearbeitet f├╝r unseren konsum.

wie fr├╝htau ├╝ber den auen,
liegt die dunstglocke der verbrennungsmotoren in den stra├čen,
nimmt uns fast den atem,
und signalisiert uns,
hier bewegt sich etwas f├╝r unseren wohlstand.

wie beim mikado spielen,
fallen die wertvollen baumriesen in den regenw├Ąldern,
k├Ânnen jetzt unsere luft nicht mehr regenerieren,
und signalisieren uns,
hier wird ges├Ągt f├╝r den luxus.

wie perlen in der sonne,
glitzert der ├Âlteppich des havarierten tankers auf dem ozean,
verseucht auf lange zeit das kostbare wasser,
und signalisiert uns,
hier wird transportiert f├╝r unsere bequemlichkeit.

wie kleine wasserf├Ąlle,
laufen die abw├Ąsser aus den chemiefabriken in unsere fl├╝sse,
lassen die vergifteten fische auf der oberfl├Ąche d├╝mpeln,
und signalisieren uns,
hier wird produziert f├╝r unser wohlbefinden.

die erde weint....
langsam aber stetig
w├Ąchst durch unseren wohlstandsmief das loch in der ozonschicht,
l├Ąsst ungefilterte sonnenstrahlen unsere haut verbrennen,
erw├Ąrmt die erde, w├Ąlder und wiesen verdorren,
....und signalisiert uns,
h├Ârt doch endlich auf mit dem unfug.

die erde weint....
langsam aber stetig
schmelzen die pole, lassen die meeresspiegel ansteigen,
aus fluten katastrophen werden, regen wie sintfluten ausarten,
ers├Ąuft alles auf unseren asphaltierten b├Âden,
....und signalisiert uns,
bald ist es f├╝r euch zu sp├Ąt.

die erde weint....
langsam aber stetig
richtet sich die menschheit selbst mit ihrem wohlstandsgehabe,
wird hingerafft duch habgier und missgunst,
braucht auf den gro├čen knall nicht mehr lange zu warten,
....und signalisiert uns,
ich brauche euch nicht.

bed├Ąchtig, fast widerwillig,
schaut die menschheit, arrogant und doch leicht irritiert, auf
um gleich wieder in gewohnte lethargie zur├╝ckzufallen,
und signalisiert uns,
das es ihr doch ziemlich egal ist.


┬ę 2002 Auryn
__________________
Ich m├Âchte euch, an meinen Gedanken, gewandet in Worte, teilhaben lassen und bitte, mir eure Meinung zu ├╝bermitteln.

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rekitrik
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2002

Werke: 14
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Hallo Auryn,

ich f├╝hle mich ertappt, Teil dieser perversen Widerspr├╝chlichkeit zu sein. Sehr scharf und mit imposanten Bildern aufgezeigt.

Bei der Umsetzung allerdings leichte Abstriche in der B-Note, da im ersten Teil nur in der ersten Strophe keine Allegorie verwendet wird.

Da meiner Meinung nach zu Kritik auch ein Vorschlag geh├Ârt, es anders (nicht unbedingt besser) zu machen, erlaube ich mir den folgenden Vorschlag:

"wie der sternenmantel der nacht
legen sich die dunklen rauchs├Ąulen der fabrikschlote ├╝ber den himmel,..."

gru├č rekitrik




__________________
denke gro├č, denke schnell, denke anders!

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Auryn
Wird mal Schriftsteller
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hallo rekitrik

hab dank f├╝r deine konstruktive kritik samt
l├Âsungsvorschlag.
gebe dir hiermit recht.
werde es bei gelegenheit ├╝berarbeiten.

gru├č Auryn

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gertraud
???
Registriert: Nov 2000

Werke: 61
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Au├čer solchen Umweltspinnern wie ich liest wahrscheinlich niemand bis zum Ende, sondern h├Ârt nach der dritten Strophe auf und sagt, da kannich eh nichts machen.
Getreu dem Motto, wenn ich nichts h├Âre oder sehe brauch ich auch nichts tun.
Du hast das ganze Problem in ein Gedicht gepackt, sehr ansprechend und ich w├╝rde alles unterschreiben. Ich dachte nur im Moment an die Au├čenwirkung. Keine Zeitung w├╝rde es abdrucken, weil es zu lang ist. Die Leser w├╝rden sagen, ach, das ist lang, les ich heute abend, wenn ich mehr Zeit habe - und lesen es nie.
Dabei ist es wichtig, die Themen lyrisch-griffig r├╝ber zu bringen. DAzu m├╝sste aber gewaltig gek├╝rzt werden! Oder das ganze mehr als "Song" konzipieren, mit Refrain z. B.
Das warenn so die Gedanken, die mir durch den KOpf gingen beim Lesen.
gru├č gertraud
__________________
gru├č gertraud---------Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen. Galileo Galilei

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Auryn
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hallo gertraud

ich gebe dir nicht ganz unrecht, es ist wirklich
recht lang. aber so kurze wie z.b.

die erde weint
weil wir soviele umwelts├╝nden begehen,
und keiner schert sich drum.

bringen den sinn wohl auch r├╝ber, liegen mir
aber nicht. songtext daraus machen ist eine
super idee.

ich freue mich dann halt ├╝ber die wenigen, die es
lesen und dann noch einen komentar f├╝r mich
├╝berhaben.

gru├č mario

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gertraud
???
Registriert: Nov 2000

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einen Haiku draus machen - warum nicht? Ich mag diese starken Verdichtungen, obwohl ich selbst diese K├╝rze nicht hinkriege.
Dritte, vierte und f├╝nfte Strophe sind sehr plakativ und anschaulich und gefallen mir am besten.
Ich habs auch mal probiert:

wenn die pole schmelzen,
wenn die meere steigen,
wenn die fluten vom himmel st├╝rzen
und uns mit sich reissen,
dann wirf keinen stein,
dann sag:
mea culpa, mea culpa

gru├č gertraud
__________________
gru├č gertraud---------Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen. Galileo Galilei

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Auryn
Wird mal Schriftsteller
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hallo gertraud

sauguter refrain, lassen wir vielleich das mea culpa
weg.
ich glaube, ich werde mal meine klampfe
entstauben und den notengriffel schwingen.

gru├č mario

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