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Leselupe.de > Ungereimtes
die gedanken
Eingestellt am 06. 12. 2004 10:40


Autor
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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
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Ich wage es nicht
auszubrechen
aus den engen fesseln
der gedanken,
die wie efeu
die gef├╝hle umranken,
die wie eine rakete
den raum durchmessen,
die,
ich habe etwas wesentliches vergessen,
wie frost mein gehirn zum gefrieren bringen,
schl├Ągt man leise an die gedanken,
dann h├Ârt man sie klingen
in der k├Ąlte eisklarer luft,
da zieht leise weihnachtsduft
und die gedanken w├Ąrmen sich auf,
sie rennen gegen die schranken,
die gedanken.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

Werke: 1
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lieber bernd,

ja es ist eine wunschvorstellung,
die in dem lied "die gedanken sind frei"
gesungen wird.
erlebt doch ein jeder,
wie die barrieren sozialisation, vorurteil,
mangelnder selbstwert, zu hohes selbstbewu├čtsein

der eigenen freiheit zu denken, grenzen setzen.
die kalte logik dieser grenzen wird nur von der w├Ąrmenden erinnerung,
die als weihnachtsduft in die nase steigt, durchbrochen.

der erneute anlauf, den sie durch diesen katalysator erw├Ąrmt nehmen k├Ânnen, macht das unausweichliche der denkschranken deutlicher, die in dem prot. wohnen.

meint

montgelas

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Guten Tag, lieber Bernd,
guten Tag, Montgelas,

es ist wichtig, sich der Zeit und der Umst├Ąnde zu erinnern, die zum Lied "Die Gedanken sind frei" gef├╝hrt haben. Daher ist der Vergleich nur am Rande zu ziehen, die Zeilen des Lieds wirken sicherlich in China oder in der Ukraine anders, als sie das bei uns tun. Bei uns, die wir uns Unfreiheit - im physischen Sinne erlebbar - fast nicht mehr vorstellen k├Ânnen.

So wird der Inhalt des Worts "Freiheit" selbst relativ. Etwas, auf das Bernd anspielt. Die fremden Worte und W├Ârter klingen so - bezuglos und anders verkn├╝pft - manchmal sogar ein wenig falsch. Vorsicht aber: Man kann mit diesen Verkn├╝pfungen auch eine Realit├Ąt erzeugen, die, weil sie die Notwendigkeit, warum Freiheit sein mu├č, nicht mehr versteht oder nachempfinden kann, freiheitsskeptisch oder gar -feindlich wird. Das Aufkommen des braunen Sumpfes spricht da eine deutliche Sprache.

Auch ist es immer wieder erforderlich, daran zu erinnern, da├č Wehleidigkeit und Freiheit sich nicht sehr vertragen, fast sogar ausschlie├čen. Ein freier Mensch mu├č schon ein robuster sein, sonst kommt er mit der Freiheit und der daraus folgenden Zwanghaftigkeit, entscheiden und die Folgen dieser Wahl tragen zu m├╝ssen, nicht wirklich zurecht.

Nun zum Gedicht: Es enth├Ąlt einige interessante Aspekte und Variationen ├╝ber den urspr├╝nglichen Text. Dennoch habe ich ein paar Problemchen mit dem Werk:

(a) Wer Reime und Versma├č anklingen l├Ą├čt, mu├č sich schon entscheiden, was er nun will: frei oder nichtfrei von Reim, Form und Versma├č.

(b) Sollte es nur "anders abgesetzt" sein, dann sehe ich hier einen so gro├čen Haufen an Holpereien, da├č sich das ins Detail gehen eigentlich nicht lohnt.

(c) Sollte es sich um "freie Rhythmen" handeln, fehlt mir irgendwie Drive und Esprit.

Nichts f├╝r ungut. Aber in der jetztigen Form m├Âchte ich den Eintrag eher lieber nicht "bewerten". Und anregen, ihn nochmals in die Verswerkstatt zu nehmen und ihn grunds├Ątzlich zu ├╝berarbeiten. Das Thema und einige gelungene Textpassagen h├Ątten es m.E. nach verdient.

Beste Gr├╝├če in die Runde sendet

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
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Lieber Montgelas, Lieber Walter

Vielen Dank f├╝r die Kommentare, die wichtig und interessant sind - und mir neue Aspekte er├Âffnen. Das Gedicht sei wesentlich privater angelegt, glaubte ich. Eigentlich ginge es um das Eingesperrtsein der Gef├╝hle, die durch die Gedanken in Zaum gehalten werden.
Das unterliegt seiner eigenen inneren sehr strengen Form.
In der Mitte erfolgt ein Bruch. Die Gedanken begreifen, dass sie durch Fesselung der Gef├╝hle selbst gefesselt sind.
Sachte umranken sie - w├Ąrmer geworden - sich, unterst├╝tzt von mehr und mehr Reimankl├Ąngen.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
Kommentare: 9781
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Guten Tag, Bernd,

so ergeht es manchem: Ein Gedicht, das ja gewissen Raum lassen mu├č, f├╝gt sich immer mit dem Verstehen des Lesers zu einem neuen Ganzen. Dieses Paradox ist unvermeidbar.

Des weiteren liegt der "Irrtum" nat├╝rlich auch an der Verwendung von Textteilen dieses m├Ąchtigen und politischen Lieds. Wer das zitiert, sollte sich ├╝ber die Wucherungen, die das macht, nicht zu sehr wundern. ;-)

Ein Gedicht ist immer sehr "privat". Wenn jedoch "ver├Âffentlicht", nimmt es seine eigenen Wege und l├Ądt sich mit Bildern und Querverweisen auf, die man als Autor nicht gleich zu Beginn beabsichtigt hat. Allerdings, das ist das Leidige, ist man bedauerlicherweise auch f├╝r diese - jedenfalls partiell - unbeabsichtigten Weiterungen verantwortlich.

Das ist die Krux beim Ver├Âffentlichen. Wer sich offenbart, mu├č mit dem Mi├čverstehen dieser Offenbarung leben. Kommunikation an und f├╝r sich ist schon eine gro├če Kunst. Was ist das Dichten, die kunstvollste Form der Kommunikation, dann erst f├╝r eine...

Gru├č W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

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selbstkritik !

lieber walther, lieber bernd,

ich war hier beim lesen einen grossen irtum aufgesessen,
hatte ich doch ,die durch die gedanken gefesselten gef├╝hle
einfach ├╝berlesen. und insofern ist mein ausflug ins deutsche liedgut einfach falsch.


korrigiert

sich

montgelas

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