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Leselupe.de > Kurzprosa
die geschichte vom du
Eingestellt am 23. 04. 2008 19:56


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solastyear
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Mar 2008

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Unbestimmte Sehnsucht in blaugrauen Augen. Befindlich in einem bereits mit 20 Jahren eingefallenem Gesicht.

Zu zweit sa├čen wir in deinem Wagen, dem wahrscheinlich einzigen menschenleeren Platz, den wir kannten. Du liebtest diesen Platz, das wusste ich genau.
Einfach, weil es hier nichts au├čer uns gab. Und dieses Nichts schien dein inneres Niemandsland perfekt auszuf├╝llen oder eine willkommene Abwechslung zum allt├Ąglichen, kontrollierten Leben zu sein.
Das Radio lief. Aus den Boxen drang eines dieser Lieder, bei denen wir stundenlang nach Anfang und Ende suchten, obwohl keines der beiden existierte.
Ein im Stich gelassener Hauptteil suchte sich den Weg durch das mehr oder minder lauschende Ohr, kam im Gehirn an und war auch schon wieder weg. Schwups. Hier und da. Hin und weg. Kurz gesichtet (oder eben geh├Ârt), schon verschwunden.

Du sprachst - ja - sogar von Anfang bis Ende, nur so verdammt lange, dass man beides schnell verga├č.
Nach dem Ende folgte ein Anfang. Nach dem Anfang ein weiterer Hauptteil. Immer, immer und immer wieder.

Dennoch lauschte ich deinen durchdachten S├Ątzen. Lauschte deinen Ver├Ąnderungspl├Ąnen, obgleich ich wusste, dass du sie niemals durchsetzen konntest, geschweige denn einen Versuch wagen w├╝rdest, dies zu tun.
Mir war nie wirklich bewusst, ob das ├╝berhaupt dein Ziel war.
Ob du des Redens, Ver├Ąnderns oder der Beeinflussung deines Gegen├╝bers, bis er an deiner Stelle endlich etwas ├Ąnderte, wegen sprachst. Vielleicht bildete ich es mir auch nur im Nachhinein ein und du wusstest es selbst nicht mehr, da du es vor lauter Kommunikation l├Ąngst vergessen hattest.
Oder verdr├Ąngtest. Es war damals schlie├člich nicht ungef├Ąhrlich und ├╝blich, seine Meinung frei zu ├Ąu├čern. Seine Meinung zu ├Ąu├čern, die einem kleinen Wasserstrom gleicht, der sich in einem gro├čen Meer verliert. Der sich verliert, so wie irgendwann alles seinen Sinn verliert.

"Glaub' mir, so wird das klappen!", sagtest du, ehe du aus dem Auto stiegst, um frische Luft zu schnappen.
Klack. Bed├Ąchtig und - meiner eigenen Interpretation nach - verzweifelt schobst du die Wagent├╝r zur├╝ck in die gewohnte, geschlossene Position.

Ich sah dir kurz nach und es wurde still im Wagen. Ein seltsames Gef├╝hl, dein Niemandsland und die immer gr├Â├čer werdende Einsamkeit, die du sonst sp├╝ren musstest, einfach mal auf sich wirken zu lassen, bevor sie endg├╝ltig zerbrach:

Stimmen im Radio ("Die Mauer [..] nicht beseitigt [..]"). Laute Schritte. Uniformierte M├Ąnner. Fluchtversuch deinerseits. Chancenlos.

Sie zerrten dich in meine Richtung, erblickten mich und ich rannte. Rannte solange, bis ich mir von dem erreichten Ort Sicherheit versprach und lie├č dich zur├╝ck. So, wie wir das geh├Ârte Lied zur├╝cklie├čen ..

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