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Leselupe.de > Feste Formen
die ghasele vom heimlichen kulissenschieber
Eingestellt am 19. 04. 2016 15:10


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Mondnein
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    die ghasele vom heimlichen kulissenschieber


    du kennst meine arbeit: die wand stell ich hin
    den spiegel symmetrisch dem gleichgewichts-sinn

in den phantasie du hineintr├Ągst dein auge
    du lebst was du bist wenn du siehst was ich bin

der vorhang verschlie├čt was ich setzte vor zeiten
    verschlissene teppiche ritter von zinn

nun baun wir podeste da bricht unser schlagzeug
    durch schritte und h├Ąmmern pur adrenalin

die rufe der richtenden kompa├č-befehle
    gel├Ąchter verd├╝nnt wie ersatz-terpentin

shri deva ma diva erkennt ihren meister
    elisabeth treibt einen hirten-zweig gr├╝n

ich mag alle beide: die reife natur und
    die jungfrau der sublimations-medizin

wer wei├č schon worin ihren grund ich gegr├╝ndet
    wie bacon den shakespeare macht mich mister bean

zum famulus-f├Ąustling der liszt unterlistet
    der pilgrime p├Ęlerinage evergreen:

du schreitest durch modulations-medianten
    der ultramarinen regina coelin

in r├Ąume die wir dir zu f├╝llen bereitet
    dir stehn sie weit offen tritt auf nun beginn

du gr├╝├čt widerhallend die gr├Â├čen der halle
    f├╝nf wechselges├Ąnge - ich setzte sie hin

zerschmetter die harfen im krieg auf der wartburg
    ironisch gebrochen gibt sich der gewinn

dir zuschauer gern denn du siehst dich gespiegelt
    im k├╝nstler geliebt von der herzk├Ânigin

frau venus erkennst du in ihr die dich sterbend
    gebiert denn sie gibt dir ihr leben dahin

ihr scho├č ist die halle - das sternzelt der b├╝hne
    regina coelinblau tief ultramarin


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Bernd
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Es ist ein sehr vielschichtiges Werk, das ich schon mehrfach gelesen und als Werk des Monats ausgew├Ąhlt habe.

Nicht ganz einfach zu lesen offenbart es jedesmal neue Nuancen.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Mondnein
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dragonfly

Ich drage mich manchmal, nach welchen Kriterien manche Werke zu "Werken des Monats" werden..?!"

Da ich es nicht zum "Werk des Monats" gemacht habe, kann ich Dir diese Frage nicht beantworten.

Fakt ist, wenn ich so etwas im Studium der Germanistik je geschrieben h├Ątte...., dann w├Ąre es zensiert zur├╝ck gekommen!


Ja, nett. Aber ein richtiger Zensor kennzeichnet die Stellen, die er zensiert, und gibt eine Begr├╝ndung. Das vermisse ich bei Deinem Kommentar. Ich habe keine Ahnung von der Art und Weise, wie Germanistikprofessoren "zensieren". Ich bin auch erstaunt dar├╝ber, da├č man in einem Germanistikstudium Gedichte einreicht.
Ein guter Zensor streicht ├╝brigens nicht nur Fehler an (und begr├╝ndet seine Anstriche), sondern kennzeichnet auch Gutes, Fruchtbares, Originelles.
(Ich hoffe, Du verstehst dieses Wort "Originelles"?)

Das ist ein selbsterfundener Stil, der weder gut noch interessant ist, daf├╝r aber sicherlich einzigartig!

Nein, die Ghasele habe ich nicht erfunden.
Und mit der "Einzigartigkeit" wollen wir's mal nicht ├╝bertreiben, obwohl das ein hohes Lob ist. Zu viel der Ehre.

Wo hast Du eigentlich diese begr├╝ndungslosen Pauschalierungen gelernt, etwa in einem "Germanistikstudium"? Nein, das glaube ich Dir nicht. Du stapelst offensichtlich hoch: "weder gut noch interessant" - Belegstellen? Begr├╝ndungen? Verbesserungen? - Davon abgesehen, da├č Interesse im Auge des Lesers liegt, nicht in dem des Schreibers; und "nicht gut" ist ja wohl die flachste Charakterisierung einer Wertung, die man ├╝berhaupt formulieren kann. Ein weiterer Beweis daf├╝r, da├č Du mit einem Germanistikstudium gar nichts zu tun haben kannst.

Man solle bedenken, dass sich Gedichte sowieso eher nicht rei├čend verkaufen und dann in diesem kryptischen Sprachstil zum Abschalten des Verstehens zwingend beitragen!

Ich habe das Gedicht nicht zum Verkauf angeboten. Wo auch? Bei wem denn?
"Kryptischer Sprachstil" fordert das Denken heraus, schaltet es nicht ab. Manchmal darf man ja bequem rumgoogeln, wenn man etwas die Beziehung von Liszt zu Wagner oder den Famulus des Faust (trotz Germanistikstudium) nicht kennt, oder wenn man wissen will, was Bacon mit Shakespeare zu tun hat usw. usw. und wenn man schon nicht mit Grimms Fassung der Tannh├Ąusersage vertraut ist, dann einfach mal in der Wiki nachschauen, wie Richard Wagner die Tannh├Ąusersage mit der vom "S├Ąngerkrieg auf Wartburg" verquickt hat, - und wie w├Ąre es damit, den "Tann├Ąuser" einfach mal anzuh├Âren? Aber Vorsicht: Es war ausgerechnet der "Tannh├Ąuser", der Baudelaire so berauscht hat.

Ich hatte jedenfalls den Eindruck, dass man auf Droge sein m├╝sse, um so verquer und gewollt verk├╝nstelt schreiben zu wollen!

Mir ist nicht bekannt, da├č die Lieder Trakls, Benns, Baudelaires und Ginsbergs irgendetwas "gewollt Verk├╝nsteltes" an sich h├Ątten. Und den Beatles, Dylan und Hendrix man man ja viel vorwerfen, aber wohl kaum, da├č sie "gewollt verk├╝nstelt" seien (das kann man ja nicht einmal dem Mundharmonika-Get├Ân Dylans vorwerfen).
Ich habe ja schon erkl├Ąrt, da├č ich von der Droge "Wagner" berauscht war, als ich das schrieb. Pack die Folterwerkzeuge endlich weg, das Gest├Ąndnis ist schon unterschrieben!

Zumindest ist es nicht ans Verstehen aller gerichtet!
Ein aufgeschriebener Gedankenbrei! Tut mir leid, aber was soll mir das, als Lesende, sagen?


"Armsel'ge, die ihr Liebe nie genossen,
zieht hin, zieht in den Berg der Venus ein!"

(Wagner, Tannh├Ąuser, 2.Aufzug, 4.Auftritt, Ende des Wettbewerbs-Liedes Heinrich Tannh├Ąusers, Peripetie der Oper)


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sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Mondnein
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poeta doctus

Es ist so geschrieben, dass es mir nicht gef├Ąllt und mich ├Ąu├čerst langweilte, weil es erstens weder gef├Ąllig fein zu lesen war, noch inhaltlich etwas Interessantes zu bieten hatte!

Ich finde die Arbeit der Kulissenschieber w├Ąhrend der Pausen zwischen den "Aufz├╝gen" sehr interessant. Das war eines der Themen, zugleich die Perspektive des lyrischen Ichs. Ein gesunder proletarischer Gesichts- und Standpunkt.
Und Wagners "Tannh├Ąuser" ist nicht blo├č "interessant" - das w├Ąre ein vernichtendes Urteil - sondern ├╝beraus faszinierend, ein Meisterwerk erster Klasse, das wird keiner bestreiten, der dieses Werk schon mal erlebt hat.
Die Reflexion des Dichters im Werk ist durch zweierlei begr├╝ndet (und sie ist deshalb auch nicht blo├č irgendeine unpassende Spielerei!): Die Oper selbst hat die Rolle des K├╝nstlers, des Dichters und S├Ąngers, zum Thema, ist also selbst schon reflexiv. Und zweitens habe ich den Gedanken durchgespielt, das Wagner hier heimlich die Kulissen schiebt. Das kann metaphorisch f├╝r seine Erl├Âsungsreligion (hier noch ganz christlich) stehen, aber auch rein erz├Ąhlerisch genommen werden. Dichter sind an so etwas immer interessiert. Nichtdichter nicht immer.

Das ist meine Meinung, die man sicher ignorieren kann, besser noch l├Âschen!

Meinungen kann man nicht l├Âschen. In welcher Welt lebst Du eigentlich? In einer Welt des Rausches, wo Dir jemand von au├čen Deine Gedanken l├Âschen kann?

Meine Vorstellung von Sprache und deren Verwendung in der Kunst ist es, dass es tiefsinnig, fein nuanciert und doch einfach geschrieben ist, der Gebrauch der treffenden Worte ohne verk├╝nstelte Schn├Ârkel, die einem die Lust auf Weiteres erzeugt!

V├Âllig wahr, das ist auch meine Vorstellung von Sprachkunst.

Jetzt Butter bei die Fische: Wo ist bei meiner Ghasele ein Wort nicht trefend? Und wo siehst Du "verk├╝nstelte Schn├Ârkel"? Ich bitte Dich um die Beispiele.

Oft ist es ein Aneinanderramschen von Gesankenfetzen, welche den geneigten Leser zwingt, sich irgendetwas seiner Vorstellungswelt zu denken, was der Schreiber vielleicht gar nicht gewollt oder gedacht hat!

Im Denken und Sich-etwas-Vorstellen gibt es keinen Zwang, sondern die Freiheit der Phantasie. Wenn ein armes Menschenwesen keine Phantasie mehr haben sollte und unter Zwangsvorstellungen leiden sollte, dann ist es mir ein Herzensanliegen, das Zwanghafte seiner Vorstellungen aufzulockern, aufzubrechen, durchzusch├╝tteln, der Assoziations-Freiheit zu ├Âffnen - kurz: Gedankenfetzen zu puzzeln, wie die Kubisten und die Popartisten Collagen geklebt haben. "Aneinanderramschen" ist ein sch├Ânes Wort. Gef├Ąllt mir. Hat eine drastische Wirkung, sch├Ân frech. Ist aber das Gegenteil von "Zwang, sich etwas vorzustellen", sondern gibt dem Leser seine eigene Phantasie, seine Vorstellungs-Freiheit zur├╝ck.

Nat├╝rlich reicht man auch Gedichte w├Ąhrend eines Germanistikstudiums ein, wenn Wettbewerbe angetragen sind und wenn es um Sprache geht! Aber das m├Âchte ich hier nicht weiter vertiefen!

Die machen Wettbewerbe auf den Universit├Ąten? Aber nur f├╝r die Germanistikstudenten? Da ich nur sehr sehr alte Dichtung verschiedener Kulturbasissprachen studiert habe, ist mir da nichts "angetragen" worden. Sonst h├Ątte ich da nat├╝rlich den Tannh├Ąuser gemacht und alle in den Venusberg eingeladen.

Frage ich es anders: "Was wollten Sie mit dem Gedicht ausdr├╝cken?" Dies wird in der Schule zuerst gefragt!

Jetzt hast Du Dich verraten: Du bist etwa im Rentenalter, pensioniert, sitzt in Deiner Gartenlaube und tippst in Deinen Laptop. Denn Du berichtest eine M├Ąr aus alten Zeiten, so F├╝nfziger, fr├╝he Sechziger Jahre, wo die Deutschlehrer so bescheuerte Fragen gestellt haben. Heute wei├č jedes Kind, da├č die Deutung eines Liedes beim Leser bzw. H├Ârer liegt, nicht bei einem Gedankenvorschreiber. In der Phantasie der lesend oder h├Ârend Mitsingenden, nicht in der Absicht eines Schreibers.
Schon zu meinen Schulzeiten hat keiner meiner Lehrer noch so t├Ârichte Fragen gestellt. Allerdings schrieben wir auch keine Gedichte im Unterricht. Das machte ich unabh├Ąngig von der Schule. Einfach so. Und dann erst nach dem Abitur, w├Ąhrend meiner Zivildienstzeit! Ich durfte bei einer Hilfsorganisation im B├╝ro arbeiten, da schrieb ich eine Menge Gedichte. Schau mal in meiner Liste: "Das Letzte" (ich meine nicht mein letztes Gedicht, sondern ein Gedicht mit diesem Titel. Ist wirklich "Das Letzte"!)

Ich pers├Ânlich kann den Zeilen kaum etwas entnehmen, es war einfach nicht lesenswert geschrieben!

Das ist eine sehr originelle Deutung. W├Ąre ich nicht drauf gekommen, aber ich bin nur der erste Leser, nicht der letzte. (Vom Schreiber schweigen wir hier, denn der ist, wie ich schon sagte, f├╝r den "Lesenswert" eines Liedes nicht entscheidend.)

Mir entfleuchte hier und da aus dem Unverst├Ąndnis heraus ein "H├Ą"!,

Das ist Hindi und hei├čt auf Deutsch: "Ist".

Ich entnehme Ihren Zeilen, dass Sie nat├╝rlich eine schw├Ąrmerische Bildung in der Literatur und Kunst haben und nun selbst etwas schaffen m├Âchten!

Ja, seufz, ich will nun auch mal was selbst schaffen. Ich bin schon ganz von mir selber ger├╝hrt: diese Sehnsucht, auch mal was selbst zu schaffen. Wenn ich nur irgendwo lernen k├Ânnte, wie man das macht! Von einem richtig routinierten Autor! Ich meine nicht "Leselupen-routinierter Autor", was auch immer das ist, sondern einen, der seine Route in der Hand hat!

Aber....ein Gedicht, was ein Studium der Kunst/Literatur beim Lesenden erfordert, ist f├╝r mich nicht viel wert!

"Poeta doctus". Ein Dichter, dessen G├Âtter "Marmor schei├čen" ("Amadeus" Mozart). Horaz, Vergil, Ovid, Catull, Lukrez, das waren "poetae docti". Die sind f├╝r Dich nicht viel wert. Dann verkaufe ich sie Dir nicht, ich behalte sie gerne. Aber ich wollte sie gar nicht verkaufen.

Bei uns zu Hause wird rezitiert, Hausmusik gro├č geschrieben und das als echte Virtuosen, demzufolge kennen wir uns sehr wohl in beiderlei Branchen aus, k├Ânnen also recht gut von gewollt und gekonnt unterscheiden!

"Branchen"? Gute Metapher, lebendiges Bildwort f├╝r die K├╝nste der Dichtung und Musik.
Pardon, Du kannst das unterscheiden? Aber woher stammt dann Dein Fehlurteil? Denn ich habe ziemlich gekonnte meine Wortfetzen zusammengerammscht. Machs nach! Mach's auf Deine Weise, zeig, da├č Du "K├Ânnen" von "Wollen" unterscheiden kannst! "Will" es!

Leg los!


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Bernd
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"H├Ą!" ist auch ein Wort aus dem "s├Ąchsischen Signalsystem" - wie es Hansgeorg Stengel ausgedr├╝ckt hat. Dieses Wort selbst hat er aber nicht mit behandelt.
Es bedeutet: "Kannst Du mir bitte freundlich und in K├╝rze sagen, was Du damit sagen m├Âchtest? Ich bin erschrocken, dass ich es nicht verstanden habe." - Zugleich ist es ein Hilferuf und ein Dialogangebot.

Warum ich das Gedicht ausgew├Ąhlt habe? Ich habe sehr viele Gedichte des letzten Jahres gelesen, die in der Leselupe ver├Âffentlicht wurden.
Dabei fiel mir dieses besonders auf, und es scheint mir sehr geeignet zu sein. Es verwendet eine sehr alte und sehr strenge Gedichtform und zeigt mit dieser Form, wie die Kulissen geschoben werden. Und viel mehr.
Die Reimform und die strengen Versformen bilden eine Analogie zu den Kulissen. Inhalt und gew├Ąhlte Form passen gut zueinander. Sprachklang und Melodie - sie spielen ebenfalls eine Rolle und sind hier ├Ąu├čerst exakt - machen das Gedicht zu einem Genuss.
Die Metaphern sind vieldeutig, lassen sich direkt aber auch im ├╝bertragenen Sinn lesen. Das Gedicht wird auch bei mehrmaligem Lesen nicht langweilig.
Als ich es gelesen habe, sah ich schon: Das ist es. Wenn nicht noch etwas anderes kommt.
Hier fielen Intuition und Bewertung zusammen.
Es gibt verschiedene "Schulen". Eine ist die nach
Martin Opitz, einem sehr ber├╝hmten und bekannten deutschen Dichter, der bekanntlich als einer der ersten Regeln f├╝r die deutsche Dichtung aufgestellt hat. Er erlaubt und verwendet Wortumstellungen und Ausf├Ąlle von Vokalen, um das Versma├č "hinzutricksen", wie ich es sagen w├╝rde. Die Dichtung entwickelte sich weiter, Klopstock zu nennen, der antike Formen ins Deutsche ├╝bertrug und auf Reime in vielen Gedichten verzichtete.
Aber die Dichtkunst ist in gewisser Weise international, und so fanden auch Gasel bzw. Ghasele Einzug in die deutsche Dichtkunst.
Im vorliegenden Gedicht wird die Ghasele mt einer erhabenen, aber modernen und expressiven Sprache verwendet.
Und: So habe ich es noch nicht gelesen. Das Gedicht gibt Einsichten.
Und der Kulissenschieber ├Ąhnelt dem Maskenbildner, nur dass er nicht die Pers├Ânlichkeiten -- sondern die Umwelt ├Ąndert.

Bei unserer Diskussion stellte sich auch heraus, dass pers├Ânliche Angriffe zu ebensolchen Gegenangriffen f├╝hren, was, wie Schopenhauer schrieb, unvermeidlich ist. Hier klicken

Arthur Schopenhauer
Die Kunst, Recht zu behalten

quote:
Kunstgriff 8
Den Gegner zum Zorn reizen: denn im Zorn ist er au├čer Stand, richtig zu urteilen und seinen Vorteil wahrzunehmen. Man bringt ihn in Zorn dadurch, da├č man unverhohlen ihm Unrecht tut und schikaniert und ├╝berhaupt unversch├Ąmt ist.

Gl├╝cklicherweise geriet Mondnein nicht in Zorn. So verpuffte der Angriff. (Der entsprechend der Schopenhauerschen Satire auf abstraktester Ebene gef├╝hrt wurde.)

Hierzu eignet sich nat├╝rlich der Drogenvergleich. solche Vergleiche sind nicht Thema der Leselupe. Ich hatte fast eine Entschuldigung erwartet.

quote:
Kunstgriff 12
Ist die Rede ├╝ber einen allgemeinen Begriff, der keinen eignen Namen hat, sondern tropisch durch ein Gleichnis bezeichnet werden mu├č; so m├╝ssen wir das Gleichnis gleich so w├Ąhlen, da├č es unsrer Behauptung g├╝nstig ist. So sind z. B. in Spanien die Namen, dadurch die beiden Politischen Parteien bezeichnet werden, serviles und liberales gewi├č von letztern gew├Ąhlt. ...

"Gewollt oder gekonnt."
---

Die Frage ist: Soll Kritik den Dichter oder sein Gedicht betreffen?
F├╝r mich soll sie das Gedicht betreffen. Vermutungen ├╝ber Drogenzustand/Geisteszustand von Dichter oder Kritiker geh├Âren nicht in die Leselupe.

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Die Frage bleibt immer noch offen, was an dem Gedicht nicht stimmt, im konkreten Falle. Ich habe hierzu noch kein einziges Argument gelesen.

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Wir machen bei meiner Mutter auch Hausmusik und tragen Gedichte vor.

Wenn das Musikargument denn stimmte, m├╝sste ich jetzt das Gedicht v├Âllig verwerfen.


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Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Mondnein
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k├╝nstliches Wissen

quote:
Wer sehr viel k├╝nstliches Wissen anh├Ąuft und dieses verk├╝nstelt darstellt, ist er dann ein K├╝nstler?


Was ist denn "k├╝nstliches Wissen"?

Wenn Du mir das erkl├Ąren kannst, dann kann ich Dir gleich auch nie n├Ąchste Frage stellen, n├Ąmlich: Wo ich etwas "verk├╝nstelt dargestellt" habe. Was auch immer "verk├╝nstelt" bedeuten soll (es ist ja ein Neologismus) und was auch immer es hei├čen soll, da├č jemand was "verk├╝nstelt darstellt".


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sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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