Die Leselupe wechselt auf ein neues Forensystem. Deshalb sind bis zum 13.11. keine Schreibzugriffe möglich.
Das gilt für alle Änderungen an der Datenbank (Texte, Kommentare, Bewertungen, Profil, Online-Messages usw.)
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5685
Themen:   98491
Momentan online:
658 Gäste und 7 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Feste Formen
die schutzflehenden (trochäische tetrameter, kreuzgereimt) (gelöscht)
Eingestellt am 15. 06. 2019 18:27


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 753
Kommentare: 4817
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Der Text wurde vom Autor gelöscht.
Gemäß den Forenregeln bleiben die Kommentare jedoch erhalten.
__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2329
Kommentare: 11518
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Dieses sehr bildreiche und komplexe Werk hat mir gut gefallen.
Das Werk ist vieldeutig und nicht einfach zu verstehen, sondern man hat immer wieder neue Zugänge. Die Sprachwahl ist eher ungewöhnlich, aber reizvoll.
Ich denke, es würde sich auch gut für Parodien eignen, wegen der besonderen Sprache.
Interessant: Man bekommt immer mehr von der Gesellschaftskritik mit. Viele Probleme unserer Zeit sind drin versteckt.
Gut zum Vortragen geeignet.

Ich gratuliere zum Werk des Monats.
__________________
Copy-Left, samisdada, Träger des Wikiläums-Verdienstordens in Rubin

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 753
Kommentare: 4817
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hier klicken

__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 753
Kommentare: 4817
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

quote:
Die Schutzflehenden

Mit dem Titel will der Autor vermutlich vorgeben, sich auf "Die Hilfeflehenden" von Euripides zu stützen. Das tut er aber keinesfalls, der Titel allein will schon weismachen, dass sich der Autor in die athenische Szene begibt, und die ist eben was nur für Auserwählte. Eine Nasführung des Lesers, kurzgesagt.

Liebe blackout!

Gut erkannt.

quote:
Genauso sind kreuzgereimte Trochäen keinesfalls etwas ganz Delikates, dieser Hinweis im Titel erinnert mich an die Französische Küche, wo allein die Aufzählung der Zutaten einen Höchstgenuss versprechen will und die Kasse klingeln lassen soll.

In der Tat: "kreuzgereimt" ist schon ein Hochgenuß, aber "Trochäen", die sind schon Delikatessen für Eingeweihte.
Ich hoffe, das Finanzamt liest hier nicht mit. Sonst muß ich nachzahlen bis zur Pleite.

quote:
Weiterhin versucht der Autor mit der Unsitte der getrennten Schreibung zusammengehörender Wörter sowie des sz statt ß sein Gedicht formal aufzuwerten. Diese maliziösen Indidvidualismen sind dem Gedicht meiner Ansicht nach abträglich.

ähmmm - meinst du die Sz-Ligatur? Diesen bösartigen Indidvidualism habe ich mit Jandls Lebensgefährtin gemeinsam, und mit einem alten Rgveda-Übersetzer, das habe ich schon ein paar mal erzählt.
Beisewei: Ligaturen sind spätgotische Überfrachtung der Schrift; seit der Renaissance werden sie allesamt aufgelöst. Die Schweizer lösen alle Sz-Ligaturen zu einem Doppel-S auf, einige Dichter verstehen die Sz-Ligatur als Sz-Ligatur. Weiß der Himmel, warum.

quote:
Stilistisch ist das Gedicht in einer Sprache geschrieben, die gar nicht vorgibt, beim Leser Verständnis zu wecken. Diese Sprache stößt ihn ab, es sei denn, der Leser ist nicht bereit, zuzugeben, dass er nur Bahnhof versteht.


?? ist eigentlich ein bloß erzählender Text, nicht besonders kryptisch. Schau mal bei dem Unreimen rein, oder lies mal Lyrik der letzten 150 Jahre, symbolistische, surrealistische, avantgardistische.
Offensichtlich bist Du ein bißchen naiv. Das ist für mich eine Tugend. Behalte sie bei, die süße Unschuld. Hält Dich schön.

quote:
Nun ist die vorliegende Form die gängige Form von Autoren, die ihre "höhere Bildung" mit solchen Wortäußerungen beweisen wollen, indem sie in den griechischen Fundus greifen. Ich kann im Gegensatz zu meinem Vorkommentator keinerlei Bezüge für die Gegenwart in diesem Gedicht erkennen.


Ich auch nicht. Robotrixen sind was aus der Scifi-Schublade der Fuffziger, Sechziger, Siebenziger, also für Sechzigplusser wie Bernd. Alte Klapperkisten. Hinter dem Mond. (Ich meine die Robotrixen, nicht Bernd, diesen jungen Spund.)

quote:
Ich halte dieses Gedicht lediglich für ein Kabinettstückchen eines Außenseiter-Autors, der sich von anderen Autoren dadurch abheben will, dass er sich "auch im Griechischen auskennt".

Absolut richtig. Eine Norne. Ein Spinner. Ein Wörldweidweberknecht.

quote:
Insgesamt habe ich nichts dagegen, dass dieses Gedicht das Gedicht des Monats wird. Zeigt dieses Gedicht doch die Weltfremdheit und den Niedergang des Gegenwartsgedicht sehr deutlich, wie allgemein die deutsche Literatur, zumal die Lyrik, was Gegenwartsthemen angeht, im Niedergang befindlich ist.

blackout

Wenn es sich bei diesem Machwerk überhaupt um ein Gegenwartsgedicht der "deutschen Literatur" handelt. Das muß man bei dem Mangel an Qualität sehr bezweifeln. Es ist viel zu narrativ. Narrenstoff.
Und dieses trochäische Geleiere - hat das noch keiner bemerkt, daß es genau vier hoch vier Silben hat? Hüftsteif, wie die veralteten Robotergesten von tanzenden Disko-Affen. Demnächst noch ägyptische Fingergabeln an Augen und Schläfen entlang. Gähn.

grusz, hansz (hanß?)


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 753
Kommentare: 4817
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ich möchte, liebe Leser,

nur kurz etwas zum Zusammenhang des Gedichtes mit dem Euripides-Tragödien-Titel nachtragen.

In der Tat war nicht die Hiketiden-Tragödie des Euripides selbst Anlaß zu diesem Gedicht, sondern eine Lektion in dem Griechisch-Schulbuch, das ich in der Griechisch-AG unserer Schulde benutze. Ich hatte die Tragödie noch nicht gelesen, als ich das Schulbuch erst einmal selbst von Anfang bis Ende durcharbeitete, durchübersetzte und auf die zur Erzählung zusammengekürzte Hiketiden-Lektion stieß.
Das Auffällige, geradezu Komische, das gerade in der Kurzfassung auffiel, war die Fünfzigzahl der Danaos-Töchter einerseits, denen, was für eine Symmetrie!, eine Fünfzigzahl von Aigyptos-Söhnen so genau entsprach, daß man die einen Fünzig mit den anderen geradezu paaren mußte.

Dieses Motiv habe ich hier beibehalten.

grusz, hansz

__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 753
Kommentare: 4817
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

     die schutzflehenden


sieben klone des aigyptos sohnes klonten jeder in sich
sexlos sechse – doch mit sechs mal sieben kamen jene sieben
neunundvierzig all zusammen – mit den sohne selber find ich
fünfzig söhne des aigyptos die umwarben fünfzig lieben:

danaiden kunstgebaut maschinen voll berechnung lieszen
mechatronisch heisz elektrisch den orgasmus weiszlicht bogen
durch das herz der klone schieszen die sich gleich aigyptos hieszen
zogen arglos weiter flohen nach argolis wo sie logen

jene fleisch kopien hätten ihrem keuschen blech avancen
tête a tête fisimatenten und so fort frech angeboten
ihnen notgeil nachgejagt – doch schlieszlich gäben sie bon chancen
nonchalant den hanumanen wie persephone den toten:

fünfzig robotrixen tricksten fünfzig klonkopien nächtig
aus mit fünfzig hertz strom schlägen dass die sprangen wie forellen
zückten noch ihr schwert entzückt durchjuckte sie die klinge mächtig
nacht für nacht durchsummt ihr ton der lethe wechsel stromortschnellen


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


13 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Feste Formen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung