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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
die verstimmung der banailtät ODER wie genialisiere ich den wahn
Eingestellt am 24. 09. 2006 20:01


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noel
???
Registriert: Dec 2002

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die verstimmung der banalität ODER wie genialisiere ich den wahn



der trieb die sucht die
drängt ohrvor
& rauscht & ruft & tönt im chor

die erste stimme hammergleich
spricht schallt:

spinn
leb
& niemals weich
nur weil’s dem logos nicht gereicht
lass wOrte klingen
singen
schwingen
brechen raum & zeit
damit das sehen schaudre
& nähe implodiert ins weit

die zweite dann
ist wahn getrieben
& will nUr trunken intonieren:

wenn staub sich langsam senkt
sei tRaum dir nicht beengt
so sollst du
rauschen rennen
schneller laufen
als licht vom schatten wird beraumt
denn unter sohlen siecht nUr angst
im schlurf
& flüsse greifen augen an
& halt ist irgends
bang nUr bang
& nichts ist mehr & alles nichts
& nichts ist
was man will & doch
geworden
wartet alles wild
& feixt & fordert
flucht & faucht
doch breche mit dem raum
dem zwang
& atme lichten abgesang

die dritte dann
ist zaubersam
sie singt von staub
& sand den sie im chaos fand
& ihre töne
schmecken bunt
das ist sie
ihre einzig kund






__________________
© noel
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level) .

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noel
???
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TON



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Keen
???
Registriert: Aug 2006

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Hallo noel,

dein Gedicht beeindruckt... Es ist zuhause im Wahn; es weiß um die Richtungen, um die Stimmen; auch um eine nächste Ebene: es weiß um die Ironie des Wahns: einerseits um das Maskenspiel, andrerseits aber um: den lichten Abgesang: das innere Gesicht des Wahns.

Ich selbst hätte es so benannt: Lichter Abgesang. Herrlich wie sich das Wort fallen lässt, das Winden (von Wind), und wie das Wort treibt,und wie es doch nicht treibt, sondern diese Säule (gewundene) an Text entsteht.

Ein anderes ist: Ich habe den Text fünfmal angehört, aber man bleibt (man kann es nicht erfassen) im Anfang. Man muss selbst "dichtend" werden, anders findet man das Gedicht nicht. Es zerfährt, es wird ortlos; allein zu erkennen, dass hier ein Chor "sortiert" wird zu drei Stimmen, ist immer wieder, was in die Offenheit fällt - Aber wollen das nicht die Stimmen, wollen sie nicht den Logos durchbrechen und den Raum?

Vielleicht kann man sagen: Ein Gedicht ist erst dann Gedicht, wenn es der Wahrheit gilt. Und ist dein Gedicht nicht auch eine Entdeckung einer Wahrheit? Ich würde sogar sagen, es ist eine Art Erforschung (eine Erforschung der inneren Höhlen und ihrem Rauschen) mit letztlich der Erkenntnis (der "Kunde") einer verborgenen Qualität, zu der hin der große Chor und aller Wahn im gesamten strebt.

Und diese Qualität wäre die freie Stimme - Ein Gesang aus Staub und Sand, den aber Staub und Sand nicht mehr binden, und den nichts mehr bindet, der nur noch - bunt - ist.


Gruß
Keen

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