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Leselupe.de > Ungereimtes
dorf spätsommermorgens
Eingestellt am 06. 09. 2010 12:39


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Karl Feldkamp
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sonnenluft verdampft auf verdistelten wiesen
perlenbestickte netze verlieren tau tropfend spinnfäden
suchen im wind halt überm dorf wartet der fahle mond auf ablösung
grauschnäuzig bekläfft ein köter sein echo
bis zum elektrozaun folgen braunweiße kühe ihrem herdentrieb
atemfahnen wiehert ein angepflockter Schimmel ans wegekreuz
und der halbtote baum daneben reckt kahle äste ins gottlose

in meinem stall riecht es nach frischem mist


__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Version vom 06. 09. 2010 12:39
Version vom 06. 09. 2010 15:13
Version vom 07. 09. 2010 16:28

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Perry
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Hallo Karl,

kenn ich gut diese ländliche Morgenidylle, auch wenn bei uns heutzutage kaum mehr Kühe auf den Wiesen gehalten werden.
Was ich nicht unterbringe ist das "gottlose", denn das passt m.M. nach nicht ins Bild einer ländlich geprägten Szene, zumindest in Deutschland.
Ich denke, du hast es auch weniger religös, als öde gedacht.
LG
Manfred
PS: Der Schimmel sollte sich nicht so "groß" machen (lächel), denn er ist auch nur ein Statist in deinem Text.

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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
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Lieber Manfred,
es geht mir eniger um die ländliche Idylle als solche. Sie ist vielmehr eine Metapher, eine Bild für die Weltsicht des Lyr-Ichs. Daher auch der tote (ungläubige) Baum neben dem Wegekreuz und der Schimmel als Sinnbild von Unschuld und Vitalität.
Danke für deinen Kommentar und herzliche Grüße
Karl
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Perry
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Hallo Karl,

du schreibst in deinem Komm

"Sie ist vielmehr eine Metapher, eine Bild für die Weltsicht des Lyr-Ichs."

So geht es mir auch oft, dass ich zusehr in meiner Metapher lebe, dass ich nicht mehr sehe, dass ich vergessen habe die Tür zu ihr für den Leser offen zu halten. Ich meine damit, dass du dem Leser einen Hinweis geben solltest, dass du nicht nur eine ländliche Idylle beschreibst, sondern damit innere Sebstreflektion betreibst. Hier mein Vorschlag, wie ich mir so einen Hinweis vorstellen könnte:

sonnenluft verdampft auf verdistelten wiesen wabern
perlenbestickt netze verlieren tau tropfend spinnfäden
suchen im wind halt überm dorf wartet der fahle mond auf ablösung
grauschnäuzig bekläfft ein köter sein echo
bis zum elektrozaun folgen braunweiße kühe ihrem herdentrieb
atemfahnen wiehert ein angepflockter schimmel ans wegekreuz
und der halbtote baum daneben reckt kahle äste ins gottlose

der geruch von frischem dung daran erinnert mich daran
in meinem gedankenstall mal wieder auszumisten

LG
Manfred

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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
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Lieber Manfred,
danke für deinen Hinweis. Ich nehme ihn gern - ein wenig anders formuliert - auf.
Gruß
Karl


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Karl Feldkamp
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Liebe Marie-Luise,
deine Bedenken habe ich versucht umzusetzen.
Erinnerungen passen nicht so ganz, weil es sich ja um aktuelles "Kopfkino" handelt. Ich habe einfach Gedanken gestrichen.
Herzlichen Dank und Gruß
Karl
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Karl Feldkamp
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Ihr Lieben,
im Übrigen geht ihr m.E. davon aus, dass intellektuelle Verständlichkeit das wesentliche Qualitätskriterium für ein Gedicht zu sein hat. Das sehe ich anders. Es gilt, sich vor allem auch auf ungewohnte Bilder und Bilderfolgen einzulassen.
Gruß
Karl

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