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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
dosenfutter
Eingestellt am 28. 03. 2018 09:04


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Mondnein
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Registriert: Feb 2014

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    dosenfutter


            nee du
versiffter meersau
    baby wal blau
        oze oze
            ozelott

            geh nu
geschniffte lehrsau
    maybe mal blau
        rose rose
            rosenrott

            dreh buch
beschifft n schmerbauch
    schmĂ€h bier kahl blau
        kose kose
            kosegott

            he such
gelift n bÀrlauch
    bĂ€h wie schal blau
        dose dose
            dosenfott




__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Etma
???
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Hallo Mondnein

Inhaltlich dosenfutter,
Sprachlich abgehackt und verunstaltet,
Formal, also von der Betonung her, prÀchtig!

Ein tolles Experiment das inspiriert zum verstÀrkten Beachten der Reime und Betonung.

Vielleicht das nÀchste Mal mehr inhaltliche KohÀrenz und VerstÀndlichkeit. Als Sprachspiel, und solches soll es wohl auch sein, gut geeignet. In sich stimmiges Werk und in der Tat "dosenfutter", ich schmecke beinahe den Thunfisch.

LG,
Peter

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Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

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Danke, Peter,

gut gesehen und gut beschrieben.

Ich bringe die meiner Gedichte unter "Experimentelles" unter, bei denen die Form den Inhalt (der OberflÀche) sprengt.

Am Beispiel der ersten Strophe kann ich Dir zeigen - Du hast es gewiß auch selbst schon gesehen - daß es durchaus einen roten Faden gibt, der allerdings in Schleifen gelegt wird, Richtungswechsel, wie bei Lichtstrahlen an SpiegelflĂ€chen.

quote:
nee du
versiffter meersau
    baby wal blau


Blauwal, auseinandergeschnitten und invers zusammengeklebt, lĂ€ĂŸt "Ozean" erwarten
quote:
        oze oze
             ozelott

der aber mitten im Wort zum Ozelot "abbiegt". In schroffer phonetischer Schreibung, was den Gegensatz zum weich ausschwingenden "Ozean" verstÀrkt.
Und so weiter.

Selbst das "Dosenfutter" des Titels wird im letzten Moment noch abgehackt und seine Bedeutungsrichtung abgelenkt, denn "Fott" ist doch ein unziemlich unanstĂ€ndiger Schluß, mit dem Titel bloß kaschiert ("Ich weiß nicht was ihr wollt, es geht nur um Warhols Suppendosen").

Das Band zwischen surrealistisch gefĂŒgten Bedeutungen und eng gefĂŒhrter Form ist (oder wĂ€re) die musikalische Struktur der Sprache in der Rhythmik und ReimfĂ€rbung der Silben.

Am besten "klappte" es, wenn sich verborgene Sprachebenen auftĂ€ten, in dem surrealistischen Sinne, daß die verbotenen, verdrĂ€ngten, durch die VerdrĂ€ngung verbogenen und "symbolisch kostĂŒmierten" Inhalte hervorkĂ€men. Dichtung als Evokation. Wie es bei John Lennon heißt:
quote:
... seance in the
dark
with voices out of
nowhere put on
specially by the
children for a
lark

("Cry baby cry", letztes Lied vor "Revolution number nine" auf der D-Seite des Weißen Beatles-Albums.)

grusz, hansz


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