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Leselupe.de > Ungereimtes
drei minuten gedicht
Eingestellt am 26. 03. 2011 21:00


Autor
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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
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drei minuten gedicht

noch 180 sekunden
nassforsches schreiben
aus dem vollen wasser
in zerbrochene kr├╝ge sch├Âpfen

aufpassen
dass keine f├╝├če
nass werden

es sind um mich
viele
ohne kenntnis
des schweigens

und des lachens
in mir

das ├╝ber mich
hereinbricht
wie frisches gewitter

die zeit ist um

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10342
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Lieber Herbert,

da hast Du einmal etwas ganz Neues auf den Plan gebracht. Wahrscheinlich bin ich nur zu unwissend, so dass es mir als etwas Neues vorkommt.

Sich drei Minuten festzusetzen, um etwas G├╝ltiges auszusagen, habe ich jedenfalls noch nirgendwo gefunden. Der Trick dabei ist, dass man einfach ganz pl├Âtzlich aufh├Âren kann, weil die Zeit um ist.

Aber man kann das nat├╝rlich auch anders betrachten. Niemand hat Lust, l├Ąnger als drei Minuten zuzuh├Âren, und wenn ich mir anschaue, was in den drei Minuten mitgeteilt wird, neige ich eher zu meiner zweiten Version der Betrachtung.

Was immer man in Worte bringt, es landet in zerbrochenen Kr├╝gen und man muss sich auch noch bem├╝hen, niemandem damit auf die F├╝├če zu treten (aufpassen dass keine f├╝├če nass werden).

So verbleibt man dann resigniert bei dem Gedanken, dass man ein Fremder unter angeblich Bekannten ist.

Mir gef├Ąllt der Text.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Herbert,

ich finde dein Gedicht ebenfalls vortrefflich, wenn auch aus etwas anderen Gr├╝nden als Vera-Lena.

Ich lese es als ein Art "f├╝nf vor zw├Âlf" (hier "drei vor zw├Âlf"), also eine sehr kurze Zeit, die LyrI (uns) noch zugemessen ist.

Und selbst da sieht es sich gen├Âtigt, R├╝cksicht zu nehmen, wie es dies schon immer getan hat. Nur wie gut, dass niemand wei├č ... wie es im Inneren lacht.

Schweigen ist eben doch Gold. -
Am Ende.
Oder nicht?

Gr├╝├čle
Heidrun

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Lieber Vera-Lena,

mit Deinen beiden Sichtweisen auf den Text hast Du nat├╝rlich recht. Beim Schreiben habe ich mir tats├Ąchlich ├╝berlegt gehabt, dass wahrscheinlich der Leser sich - gerade bei der F├╝lle von guten Leseangeboten hier in der LL - eher die kurzen Gedichte durchliest. Mit den ganz kurzen Gedichten hat mancher Leser aber vielleicht Schwierigkeiten. So passt das Motto "drei minuten gedicht" vielleicht ganz gut zu der online-Rezeption von Gedichten.

Was Deine etwas resignative Schlussbemerkung angeht, so gebe ich zu Bedenken, dass - weil das Gedankenlesen doch wohl kaum funktioniert - jeder stets in seinem eigenen Kopf "gefangen" ist und nie die Anderen in allen Einzelheiten kennen kann. Aber das darf nicht ausschliessen, dass es viele sch├Âne Gruppenerlebnisse gibt, die es erlauben, trotzdem die Anderen ganz gut kennenzulernen, selbst hier, in einem Online-Forum.

Das Motto dazu: "An ihren Texten sollt Ihr sie erkennen."

Danke f├╝r Deinen wie so oft sehr einf├╝hlsamen und gedankenreichen Kommentar, der mir Dich wieder ein St├╝ck n├Ąher gebracht hat, wenn ich so sagen darf.

Liebe Gr├╝├če

Herbert
__________________
┬ę herberth - all rights reserved

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Liebe Heidrun,

unsere Zeit ist schnelllebig und wird immer rasanter. Das ist sicher eine Herausforderung, beim Schreiben und beim Lesen.

Der Hintergrund bei diesem Gedicht: Ich hatte vor einer Verabredung gerade noch drei Minuten Zeit, ein Blatt Papier und einen Stift, au├čerdem um mich herum viele Fremde, die aus und ein gingen. Daraus entsprang dann dieses Gedicht. Die Urfassung zu schreiben war tats├Ąchlich in drei Minuten erledigt. Beim Eintippen f├╝r die Leselupe habe ich dann noch kleine ├änderungen gemacht, die dann vielleicht nochmal drei Minuten dauerten .

Wie in letzter Zeit h├Ąufiger bei mir geht es um die Innenwelt des LyrI im Kontakt mit der Aussenwelt, also um Selbstreflexion. Dass da h├Ąufig die Mu├če f├╝r Schreiben und Lesen fehlt, ist ein Aspekt. All die schnell erscheinenden und wieder verschwindenden Fremden um mich her haben mir eins um so deutlicher werden lassen: Mein Kopf geh├Ârt mir, und meine Gedichte nur beim Schreiben mir

Oft schweigt man ├╝ber das, was in einem vorgeht - so geht es auch dem LyrI hier.

Aber das Lachen ist oft ein guter Weg, und wenn er auch, um andere nicht zu kr├Ąnken, zun├Ąchst einmal in den Bart im Stillen f├╝hrt .

Liebe Gr├╝├če

Herbert


__________________
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