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Leselupe.de > Ungereimtes
du bist gestalt
Eingestellt am 07. 11. 2011 19:21


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Walther
Routinierter Autor
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du bist gestalt
du warst gestalt
du wirst / dich stets gestalten gleich

was wille ist / und können
wenn du endlich göttlich bist /

auf deiner burg
auf deinem turm
dem first // dem höchsten
den du elend niedertrittst /

im falschen glauben
den du eingeritzt / in blut und boden
und dann ausgeschwitzt /

verkaufst als neu
wie deine krone blitzt //
auf deinem haupt
so kahl und abrasiert /
was alt ist wird schnell massakriert /

zerfasert ausged√ľnnt und
finissiert //
am ende hängst du schlicht
an einem strick /
der zieht dich hoch und bricht
mit einem klick /
du puppe deines spiels

dir das genick //
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 07. 11. 2011 19:21

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AchterZwerg
Guest
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Hallo Walther,
du hast ein Gedicht geschrieben, dessen LyrI mit seiner Entwicklung, insbesondere dem Altern hadert, was ich sehr gut nachvollziehen kann (bei einem Winzling wie mir, f√§llt eine Glatze noch viel mehr auf, weil ich ja von fast allen Menschen von oben betrachtet werde). - Formal entz√ľckt mich das Spiel mit den Taktstrichen, ein echter Eyecatcher.
Nun im einzelnen:

quote:
du bist gestalt
du warst gestalt
du wirst / dich stets gestalten
Den Einstieg finde ich gut. Hier wird der Mensch als Vorstufe zu einem göttlich(er)en Wesen betrachtet, was bei seinem Prototyp vielleicht auch so gedacht war.
gleich was wille ist / und können
wenn du endlich göttlich bist /

Die beiden Verse sind m. E. redundant. Der Leser könnte sich das selbst zusammenreimen.
quote:
auf deiner burg
auf deinem turm
dem first // dem höchsten
den du elend niedertrittst /
im falschen glauben
den du eingeritzt / in blut und boden
und dann ausgeschwitzt /
Hier zucke ich ein wenig bei "Blut und Boden" (du weißt bestimmt warum), abgesehen davon, dass sich in Blut schlecht ritzen lässt. Vielleicht in "Haut und Fleisch"?
verkaufst als neu
wie deine krone blitzt //
dies blitzen deiner krone
quote:
auf deinem haupt
so kahl und abrasiert /
was alt ist wird schnell
heimlich massakriert /
zerfasert ausged√ľnnt und
finissiert //
Brillant das "finissiert!"
quote:
am ende hängst du schlicht
an einem strick /
der zieht dich hoch und bricht
mit einem klick /
du puppe deines spiels
dir das genick //
(noch dein Genick?)

Ein ganz tolles Ende! Eine Marionette, die sich selbst das Genick bricht (so komme ich mir auch manchmal vor.)
Trotz meiner √Ąnderungsvorschl√§ge ein sehr gelungenes Gedicht, das dem Poeten zur Ehre gereicht.
Der8.


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Walther
Routinierter Autor
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Lb. Milko,

mich freut Dein Lob, weil Du einen Sinn f√ľr Texte hast, die nicht der "Norm" entsprechen. Genau das wollte ich vermeiden.

Danke daf√ľr und lieber Gru√ü

W.

Lb. AchterZwerg,

dieses Gedicht hat eine sog. "dritte" Dimension, mit der ich, seit einem Hinweis zur Lesbarkeit meiner Texte durch Vera-Lena experimentieren. Hier die Auflösung dieser Dimension:

quote:
du bist gestalt du warst gestalt du wirst
dich stets gestalten gleich was wille ist
und können wenn du endlich göttlich bist
auf deiner burg auf deinem turm dem first

dem höchsten den du elend niedertrittst
im falschen glauben den du eingeritzt
in blut und boden und dann ausgeschwitzt
verkaufst als neu wie deine krone blitzt

auf deinem haupt so kahl und abrasiert
was alt ist wird schnell heimlich massakriert
zerfasert ausged√ľnnt und finissiert

am ende hängst du schlicht an einem strick
der zieht dich hoch und bricht mit einem klick
du puppe deines spiels dir das genick
Mit dieser Aufl√∂sung wird klar, da√ü ich Deine gut begr√ľndeten √Ąnderungsvoerschl√§ge so nicht umsetzen kann, also an die Umformulierung gehen mu√ü - was ich werde, aber daf√ľr - angesichts meiner Arbeitslage - um etwas Geduld bitte.

Es ist jedenfalls immer wieder sch√∂n, da√ü der eine oder andere Leser meine Texte nicht zum Abgew√∂hnen findet. Gerne w√ľrde ich ja erfahren, was daran zum Abgew√∂hnen ist - am Ende wahrscheinlich der Autor selbst, und dem kann ich, aus eigener Erfahrung nicht wirklich in jeder Hinsicht widersprechen. Wer w√§re nicht immer mal wieder zum Abgew√∂hnen?

In diesem Sinne frohes Werken und herzliches Willkommen in der Lupe!

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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revilo
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Hallo Walther mit th.......ein starkes Gedicht, bei dem ich 2 mäusekleine Veränderungen vorschlage........ich ließe entweder das Bild des Turms oder der Burg weg, weil das doppelt gemoppelt ist..........
an statt " elend " schriebe ich " emsig "...........
LG revilo

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Vielleicht so:

quote:
du bist gestalt
du warst gestalt
du wirst / dich stets gestalten gleich

was wille ist / und können
wenn du endlich göttlich bist /

auf deiner burg
auf deinem turm
dem first // dem höchsten
den du elend niedertrittst

im falschen glauben
den du eingeritzt / in blut und boden
und dann ausgeschwitzt

verkaufst als neu
wie deine krone blitzt //
auf deinem haupt
so kahl und abrasiert /
was alt ist wird schnell massakriert

zerfasert ausged√ľnnt und
finissiert //
am ende hängst du schlicht
an einem strick /
der zieht dich hoch und bricht
mit einem klick /
du puppe deines spiels

dir das genick
Ich glaube, wenn Leerzeilen gesetzt werden, fallen die Taktstriche weg ... bin mir aber nicht sicher. Das weißt du sicherlich besser.
Freundliche Gr√ľ√üe
Der 8.

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Vera-Lena
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Lieber Walther,

diesen Text habe ich nun schon mehrmals tief ersch√ľttert gelesen. Ich selbst k√∂nnte √ľber derartige Grausamkeiten einfach nicht schreiben. Aber Du kannst es, wie man hier sieht.

Am besten gef√§llt mir "du Puppe deines Spiels", denn.... oft und immer wieder habe ich mir √ľberlegt, wie es sein kann, dass Menschen vors√§tzlich derart grausam sein k√∂nnen und die einzig zufriedenstellende Antwort war f√ľr mich: Solche Menschen tauchen ab in eine tiefe Finsternis. Mit jeder b√∂sen Tat l√∂schen sie nach und nach die Lichter in ihrer Seele aus, so dass sie schlie√ülich in der Finsternis landen und ihr eigentliches Selbst gar nicht mehr wirklich wahrnehmen k√∂nnen.
Insofern handeln sie ab dann wie Marionetten.

Liebe Gr√ľ√üe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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