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Leselupe.de > Ungereimtes
echosee
Eingestellt am 25. 09. 2010 15:05


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ENachtigall
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???

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echosee


abrupt zerreißt das mollige gewöll
der traum der schrei der eistaucher
am see verjagt die nacht

steht am wÀssrigen saum ein baum
trÀgt keinen ast kein blatt keine krone
auf seinem haupt nur ein nest

nur ein hĂŒten ein bangen
ein leises jetzt ein was verbleibt
vielleicht die anmut des wassers

die wiederkehr des lichtes am morgen
der berg das berg der berg
auf den es fÀllt falls es fÀllt

einst fraßen die flammen das hölzerne
fleisch von den hageren hÀngen
heute tragen sie dein gesicht gestern

die versteinerten zĂŒge
bringen nichts und niemanden mehr
fort von diesem ort den feuerkraut umflort

schweigend trinken am nachmittag
die elchkuh ihr kalb
die jungen adler recken die weißen köpfe

aus dem nest stimmgewaltiges zetern
nach mutter futter fliegen lernen
bald sind sie ĂŒber den berg



© elke nachtigall 2010
eistaucherschrei
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

Version vom 25. 09. 2010 15:05
Version vom 25. 09. 2010 17:12
Version vom 03. 10. 2010 14:12

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HerbertH
???
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Liebe Elke,

trotz des Titels könnte vielleicht

quote:
nicht der berg das berg der berg


eine interessante Variation sein.

In Z2 verwirrt mich "der traum". Nach der ersten Zeile hÀtte ich "den traum" oder "des traums" erwartet.

Schöne Bilder!

lG

Herbert
__________________
© herberth - all rights reserved

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ENachtigall
Foren-Redakteur
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Danke, Herbert,

geniale Idee, mit dem "das berg", die ich sehr gerne sofort umsetzte.
In Z2: da ist die AufzĂ€hlung gewollt, gerade wegen des zerrupft wirkenden KlanggefĂŒges. Vielen Dank fĂŒr Deinen Kommentar und liebe GrĂŒĂŸe,

Elke
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revilo
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Ein sperriger, nicht gerade anschmiegsamer Text, der durch einen interessanten Satzbau auffĂ€llt...........die Sprache verweigert sich hier fast, scheint zu fliehen und zu trotzen..........was nicht so recht passen will, ist die Zeile mit der Elchkuh...........schwirrt ein wenig im Orbit herum und findet keinen Landeplatz....auf jeden Fall einer der außergewöhnlichtsten Texte, die ich seit langem in der LL las.........LG von revilo

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ENachtigall
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???

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Hallo revilo,

schön, dass Du dieses Gedicht besuchst und Dich von der Sperrigkeit nicht abhalten lÀsst, es zu kommentieren!

quote:
was nicht so recht passen will, ist die Zeile mit der Elchkuh...........schwirrt ein wenig im Orbit herum und findet keinen Landeplatz
Der Elchkuh hat hier die Rolle einer zugegebenermaßen rein vorstellungstechnisch eher schwergewichtigen Statistin. Und das noch im doppelten Terminus (Elch&Kuh). WĂ€re Elchin besser? Nein, im Ernst: sie ist absolut bodenstĂ€ndig und versucht an der Stelle das Gedicht wieder zu erden. Die NormalitĂ€t des Ortes ist geprĂ€gt von den dort heimischen Tieren, GerĂ€uschen, dem Licht, der Stille. Die Bergpassage ist ein "fiktiver Abweg" aus der sonst eher naturalistischen Grundstimmung.
So erkenne ich es im Nachhinein. Ob es fĂŒr den Leser so funktioniert, ist eine ganz andere Sache. Deshalb finde ich Deinen Hinweis so wertvoll. ZunĂ€chst möchte es aber so lassen.
Die Sprache ist vielleicht deshalb so wie sie ist, weil sie nach einer lÀngeren Schweigepause sich neu organisiert. So hat sie die Chance, neue Wege zu gehen und nicht immer wieder in den eingefahrenen Spuren zu laufen, die wir einmal gelegt haben.

Herzliche SonntagsgrĂŒĂŸe,

Elke
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revilo
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Elchkuh

Ohne die Sache ĂŒberinterpretieren zu wollen, scheint mir die Elchkuh nicht nur wie Du meintest Statistin, sondern ruhender Pohl des Gedichtes zu sein.So sehe ich es zumindest durch meine zweiten Augen. Manchmal wissen wir erst hinterher, was und vielleicht auch warum wir etwas geschrieben haben. Ich empfinde Deinen Text als mutig. Du weichst - wie neulich auch Karl Feldkamp- von der oder vielleicht auch Deiner bisherigen Linie ab und versuchst, ( Deine)Lyrik neu zu interpretieren..........genau das ist doch das Schöne an Sprache. Wir werden ihr immer untertan sein...........LG revilo

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