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Leselupe.de > Kurzprosa
ego anno zero
Eingestellt am 13. 05. 2006 22:03


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animus
???
Registriert: Mar 2006

Werke: 60
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ego anno zero


Wie am Faden, ziehen die Regentropfen ihre grauen Striche vom Himmel zur Erde. Die Baumkronen singen stĂŒrmisch und lassen die bunten BlĂ€tter im Takt des Windes den Chorgesang rascheln.
Nicht alle ĂŒberstehen das Zittern. BlĂ€ttervölker fallen schaukelnd wie die Papierflieger zum Boden. Bedecken die mit Steinen, Blumen und Kerzenlichtern gepflasterte Muttererde.
Keine Zeit mehr, sie zu fangen und wieder zur Luft werfen. Schauen, wie sie umher irren, warten bis sie wieder zum Boden gleitend stĂŒrzen. Leblos, durch die Wassertropfen die Form verloren, stumm sind sie zum Verfaulen erkoren. Der herbstrutschige Teppich aus grĂŒnbraungelbrotem Stoff der Natur gewĂ€hrt uns den letzten unsicheren Gang.

„Warte bitte, noch eine Zigarette.“
„Ich möchte noch ein paar Gedanken zu Ende denken, jetzt wo so stĂŒrmisch und spĂ€t am Tag.“
„Keine Zeit sie zu beantworten, nach dem Vergangenem suchen. Du sie ja beantworten, spĂ€ter, wenn du unter den stĂŒrmischen BĂ€umen von denen die BlĂ€ttervölker zum Boden fallen, in Ruhe weilst..

„war ich glĂŒcklich,
menschlich,
gestohlen, gelogen,
geraucht, Drogen genommen,
verhauen, den Tod gebracht,
zÀrtlich, geduldig, gerecht,
brutal,
besaß ich Moral,
oder war mir alles Scheißegal?

Mensch sein, war doch schwer,
Schurke dagegen leicht“


Der Regen hört auf die Erde zu trĂ€nken. Die BĂ€ume werden zur steifen Kulissen und die BlĂ€tterchöre hören auf zu singen. Nur vereinzelt tauchen Papierflieger auf dem Himmel. Es ist still, und nur die spĂ€te Sonne schießt ihre stummen Sonnenpfeile zur Muttererde. Sie durchbohren mich mit WĂ€rme, ihre Spitze sind mir ein WohlgefĂŒhl der inneren Ruhe. Es ist Zeit aufzubrechen, auf den Weg zum Himmel oder Hölle.

Steine, Erde, Papierflieger durchbrechen die spÀtherbstliche warme Stille und poltern auf mich herab.
Erdiger Duft fĂŒllt mein neues Heim.

Gib dem neuem Heim den letzten Schliff, TotengrÀber.


©animus

__________________
Die alten TrÀume waren gute TrÀume.
Sie gingen nicht in ErfĂŒllung, aber
ich bin froh sie gehabt zu haben.

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Kelly
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Registriert: May 2006

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Hallo Animus!

Dein Text hat was ...
Du versuchst möglichst bildhaft zu schreiben, was es mir als Leser immer leicht macht, mich in einen Text hineinversetzen zu können.

Ein paar kleine Worte scheint deine Festplatte verschluckt zu haben, was den Lesefluss dann an der ein oder anderes Stelle wieder etwas bremst, aber das ist ja nichts, was sich nicht abĂ€ndern ließe ...

Scheint so, als freue dein Prot sich auf sein "neues Heim" und so wie du es beschreibst, klingt es in der Tat nach etwas harmonischem und gemĂŒtlichem. Schade, dass dein Prot keine andere Möglichkeit findet, seine Vergangenheit zu beerdigen.

Dem letzten Satz wĂŒrde ich persönlich allerdings nicht zustimmen wollen - ich denke, Schurke sein schlĂ€gt auf Dauer ganz schon aufs GemĂŒt ...

Liebe GrĂŒĂŸe,
Kelly

Ach so, eins noch - warum wÀhlst du einen lateinischen Titel? Klar, Geschmackssache, interessiert mich aber ehrlich. Auf deutsch klingts meiner Meinung nach nicht weniger vielversprechend!

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animus
???
Registriert: Mar 2006

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Hi kelly,
ja, die platte hat geschluckt, peinlich, hab ich nicht gesehen, werde ich korrigieren

nein, der prot beerdigt seine vergangenheit nicht. das ĂŒberlĂ€sst er dem totengrĂ€ber. er vererbt ihm die schweren/leichten fragen des lebens.

er ist nicht dauerhaft schurke gewesen. er stellt nur fest, dass das eine schwerer war als das andere

titel? - geschmacklich vergebe ich titel nie. Ich vergebe sie spontan, intuitiv. als ich das schrieb muss auf lateinisch geatmet haben: radio, buch, film, zeitschrift. SelbstverstÀndlich hÀtte ich auch in deutsch einen (viel?) -versprechenden titel spontan finden können.

Ich grĂŒĂŸe dich herzlichst und dank fĂŒr deine aufmerksamkeit
Ciao
animus

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