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Leselupe.de > Kurzprosa
ein Tränentheorem
Eingestellt am 18. 08. 2001 00:04


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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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„Macht es einen Unterschied, geregnet oder geweint zu werden?“ sinnierte ein Regentropfen. „Wir sind doch nur zerissenes Wasser, das geformt vom Wind und getrieben von der Gravitation dem Boden entgegenstürzt. Wer sollte uns unterscheiden können?“
„Ich wäre dennoch gern wie du“ antworte die Träne daraufhin, „damit ich in dem ohnehin kurzem Fall von Dasein wenigstens so viel wie möglich erleben kann.“
„Dann solltest du dich von steilen Schluchten herunterweinen lassen oder aus Flugzeugen.“
„Ja“ sagte die Träne. „Eine gute Idee! Können Kosmonauten weinen?"

________________

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ElsaLaska
Guest
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lieber svalin,

dein bild greift leider nicht, da tränen salzwasser und regentropfen süsswasser sind.
hattest du das bedacht?
du, der du dich mit der qualität der wasser auszukennen scheinst?
liebe grüsse
elsa

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Svalin
???
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Salzphilosophie? :-))

"Ja" sagten die beiden "diesen Einwand haben wir vernommen. Und wir haben unsere morphologischen Verwandten -die Glaswesen- um Rat gefragt. Diese zeigten sich sichtlich verwundert. Hinsichtlich ihrer Transparenz hätte sich noch nie ein Mensch Gedanken um ihre Zusammensetzung gemacht. Als könnte man Durchsichtigkeit auch schmecken! Wie wundersam die Menschen sind! Da gab Gott ihnen einen denkbar unterentwickelten Geschmackssinn und schon haben sie nichts besseres zu tun, als mit ihrer sensitiven Willkür die Wasserwelt zu behelligen."

süße Grüße
Martin

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ElsaLaska
Guest
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nix da sensitive willkuer:-)

svalin, die idee ist schön, aber ich sträube mich als leser einfach gegen den anfang. vielleicht stört mich einfach die frage bzw. die formulierung derselben: "macht es einen unterschied, geregnet oder geweint zu werden?"
die frage ist so gestellt, zumindest kommt sie bei mir so an, als gäbe es von vornherein keinen unterschied zwischen regen und tränen. es gibt natürlich einen, bei allen gemeinsamkeiten
das "ich wäre dennoch gern wie du" der träne dagegen funktioniert wieder hervorragend. also IMO liegt das problem, dass ich damit habe, im ersten satz begraben.....
aber vielleicht hören wir noch andere meinungen?
bis dahin liebe grüsse
elsa

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Hi Elsa

Gerade kann ich mich wieder ausgedehnten Regenstudien hingeben :-( Ich glaube, du hast Recht. In meiner kleinen Fallbetrachtung ist es nicht sinnvoll, die Aufmerksamkeit des Lesers auf die bestehenden Unterschiede zu lenken. Vielmehr sollte ja still und heimlich die Erscheinung des Regens auf die des Weinens übertragen werden. Gelten erstmal die fallenden Tropfen gleichermaßen als Kriterium für Regen wie für das Weinen, kann man nämlich die Frage, ob Kosmonauten weinen können, nur noch negativ beantworten ;-) Ich muß also die Gedankenführung beim Lesen besser (ungetrübter) auf das Ende hin zuleiten. Vielleicht gelingt das in der überarbeiteten Fassung besser:
_____________

„Wir müssen etwas Besonderes sein“ sinnierte der Regentropfen „sind wir doch die einzigen für den Menschen erkennbaren Wasserwesen. So vielgestaltig unser Dasein mit all seinen Wandlungen ist, vom unsichtbaren Dahinschweben unserer Kleinsten bis hin zu unserer machtvollen Vereinigung in erdumspannenden Ozeanen - nie hat der Mensch einer einzelnen Daseinsform ein solches Interesse beigemessen.“
„Das ist wahr“ stimmte die Träne zu „unserem Fallen muß eine besondere Bedeutung zukommen. Nur darin werden wir wahrgenommen und unverwechselbar für sie. Ich sage dir, wir könnten uns als schimmernde Feuchtigkeit nahezu unbemerkt versammeln, zum Beispiel an einem Wasserhahn. Erst wenn die Erdanziehung über unser Los entscheidet, dann fangen wir für einen kurzen Moment in ihrer Sicht zu existieren an. Nur als Zerrissenes haben wir die Kraft uns in ihr Bewußtsein einzuschleichen.“
Das machten den Regentropfen noch nachdenklicher. „Liegt das an ihrer Wahrnehmung? Sie wissen um die Elemente des Lebens und es ist selbstverständlich für sie, von Wasser, Erde, Wind und Feuer umgeben zu sein. Offenbar haben sie, weil sie als einzelne Wesen so verloren und unbedeutend sind, ein besonderes Gespür für alles, was ihnen darin ähnlich scheint. Sie interessieren sich nicht für die unbegreiflichen immerwährenden Kreisläufe des irdischen Seins. Sie sehen das einzelne, kleine, vergängliche Etwas. Aus dem Feuer den verlöschenden Funken, vom einem Baum das herabschwebende Blatt von Feuchtigkeit nur, was herunterfällt. Ob nun geregnet oder geweint, spielt dabei keine Rolle.“
„Dennoch wäre ich gerne wie du“ sagte die Träne „dann hätte ich wenigstens die Möglichkeit, diesen Fall länger zu genießen.“
„Dann solltest du dich von steilen Schluchten herunterweinen lassen oder aus Flugzeugen.“
„Ja“ sagte die Träne. „Eine gute Idee! Können Kosmonauten weinen?"

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paedag
Guest
Registriert: Not Yet

danke und aber ja!

lieber slavin,
der regentropfen hat sicher mitlesen können, wer da unterscheiden kann - elsa -
sag aber bitte der träne, das sie (die kosmonauten) es sicher können.
das weinen ohne tränen - auch wenn es regnet - wird ihnen nicht vorenthalten bleiben müssen.
norbert

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