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Leselupe.de > Gereimtes
ein weilchen
Eingestellt am 22. 08. 2017 16:51


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Mondnein
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    ein weilchen


wenn sekunden dich hetzen
    schwebe durch die stunden
wolln die hunde dich fetzen
    kreise weite runden

die gestundeten leben
    wunder wunder leiber
laß in zeitlupe schweben
    loop den sklaventreiber

hy hyänen laß lachen
    kaum der falschen tr√§nen
zu erw√§hnen ‚Äď der drachen
    hoch not peinlich st√∂hnen

solln sie höhnen der schönen
    bangen weinen w√§hnen
sich gewöhnen sich dehnen
    langen weilen g√§hnen!



__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Ralf Langer
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Hallo Mondnein,
das gefällt mir sehr. Die Worte,ihre Bedeutung und das liedhafte des laut gesprochenen Gedichtes schmiegen sich sozusagen “formidabel“ aneinander.
So bekommte das Weilchen klanglich und sinnlich zur Entfaltung.

Besonders gut gelöst in der ersten Strophe wo sich hetzten und fetzen sozusagen klanglich zusammenbeissen und so die beiden anderen Endungen kontrapunktieren.

Daumen hoch
LG
Ralf
__________________
RL

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Mondnein
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Dankeschön, Ralf,

f√ľr Deinen Kommentar. Du siehst den Wechsel von hinauf-treibenden Anap√§sten und hinab-fallenden Troch√§en. Letztere Verse setzen ihren Endreim schlie√ülich durch.

In meiner Sicht (aber nat√ľrlich sind andere m√∂glich) ist die Gegensetzung des Schnellen und Langsamen (fast) wertungsfrei, es ist also nicht notwendigerweise das alte Lied von der Entschleunigung, sondern einfach der Wechsel zwischen beiden Geschwindigkeiten, wo das langsame Tempo ja in g√§hnender Langeweile auszuatmen scheint und der Satz mit dem Binnenhaufenreim aufgebl√§ht wird - bis zur Aufl√∂sung der Syntax.

grusz, hansz


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