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Leselupe.de > Ungereimtes
eine blaue sehnsucht
Eingestellt am 09. 10. 2007 21:47


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Venus
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eine blaue sehnsucht

in braune erde stecken und
warten
bis sie rot wird
vor lauter liebe
zwischen leisen lauten
die derweil bloĂź farblos
verwelten


© gabriele schmiegelt












__________________
den wind im rĂĽcken, sterb ich mich ein
in den groĂźpassat -
und lebe erst recht

Version vom 09. 10. 2007 21:47

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Venus
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Lieber Manfred,
liebe Vivi,
danke, wando -


euch allen, fĂĽr eure spontanen EindrĂĽcke und die lieben GrĂĽĂźe!

Nun:
seit das Interpretieren eines Gedichtes zur akademisch sanktionierten Normalform des Umgangs mit Lyrik geworden ist, hat sich die unausgesprochene, aber doch allgemein geteilte Ansicht durchgesetzt, dass Gedichte umso besser seien, je mehr sich durch Interpretationen aus ihnen herausholen lässt. Umgekehrt werden solche, die alles sagen, was sie meinen, so dass es an ihnen nichts zu interpretieren gibt, gering geachtet. Beides ließe sich gerecht diskutieren!

Man möchte sich wohl leicht darauf verständigen, dass der Wert eines Gedichts nichts mit dem Gewicht und der Bedeutung seiner Aussage zu tun hat. Die große Masse aller Gedichte enthält nichts weiter als Meinungen und Gefühle (die beinahe jedermann vertraut sind und die man infolgedessen als Platitüden bezeichnen könnte). Und dennoch – oder gerade deshalb – möchte irgendwie ein jedes dieser unzähligen Werke (auf dieser und anderen Plattformen) eine (kleine) Kunst für sich sein. Das schöne in der Kunst hat Schiller als „Freiheit in der Erscheinung“ definiert. Ich gebe ihm behutsam recht.


Freilich waren diese, meine Zeilen, von einer (meiner) Herbststimmung beeinflusst. Du, Vivi, kennst das (!) Gefühl, beim Blumenzwiebeln stecken, im Oktober; die leise Traurigkeit über das Welken an sich und die Vorfreude auf das neue Grünbunt im Frühjahr –

Die „blaue Sehnsucht“ - the blue mood - eine melancholische Sehnsucht, wenn man so will…
„in braune Erde“ – hm, politisch, faktisch – egal! So oder so: eine Aussage. Gelesen und gegessen, wenn man so will…
„vor lauter Liebe“ – vor haufenweise Liebe, vor klanglich lauter, geräuschvoller Liebe, keine leisen Töne spucken…! welche (weil so leise und irrelevant) derweil eh bloß farblos –

„verwelten“

Ja! Gerne gewollt, die Anlehnung an „verwelken“, kein wirklicher Neogolismus, aber ein bisschen eben doch…

Kein groĂźer Gedanke, liebe Freunde. Aber ein aufrechter.
Ich hab ihn gefĂĽhlt.


Recht liebe GrĂĽĂźe an Euch zurĂĽck! Vergelts Gott, fĂĽr den treuen Besuch!
Gabriele




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Haki
Guest
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ein sehr gefĂĽhlvolles gedicht ist dir da gelungen liebe venus,

deine erklärung hat leider meinen eindruck verschlechtert. besonders die braune erde, habe ich keineswegs politisch, als anspielung an rechte gesehen, sondern als faktum, wie du sagtest, aber diese andere mögl ist ausgeschlossen. überhaupt ist es unnötig zu sagen "braune erde", lass die farbe weg und überlege die ein anderes wort. "tiefe" oder "weiche" oder was weiß ich was...

vor lauter liebe finde ich gelungen, weil eben das "laut" zweideutig ist...

dein "verwelten" missfällt mir aber wieder. diese wortneuschöpfung (oder gibt es ein so schreckliches wort etwa?) halte ich für mislungen... aber das ist ansichtssache. dein gedicht hat was, gewiss, nur eben diese zwei dinge trügend as gesamtbild. hätte dir gerne eine 7 oder gar eine acht gegeben, aber so ists "nur" eine 6. trotzdem gerne gelesen und freue mich auf mehr...

Ist ja auch alles so subektiv hier, man kanns nicht jedem ganz und gar recht machen


Liebe GrĂĽĂźe und viel SpaĂź beim Weiterdichten,
haki

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Venus
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GrĂĽĂź Gott, haki

und herzlichen Dank, fürs Beschäftigen mit meinen Gedanken!

Möglich, dass wir beide uns noch nicht über die Zeilen gelesen haben; vorab gerne eine kurze Erläuterung zur Schreiberin.
Ich bin stets gerne geneigt, meine Lyrik zu erläutern, mein Gewerk so weit als möglich zu erklären, zu öffnen, respektive Gedankenansätze zu bieten – so denn gewollt.

Der ausschließlich kognitive Umgang mit Literatur hat in der Germanistik und den anderen Philologien dazu geführt, dass man – im missverstandenen Sinn des Goetheworts von „der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit“ – immer zuerst die verschleierte Wahrheit zu enthüllen sucht, statt die vollendete Machart des Schleiers genießend zu würdigen, durch den die Wahrheit ins Reich der Kunst überführt wurden (bestenfalls, jedenfalls). Selbst da, wo Literaturwissenschaftler die ästhetische Gestalt des Gedichtes analysieren, tun sie es meist so, als handle es sich dabei um etwas Organisches, gleichsam Naturwüchsiges, das nur die sinnliche Außenseite jener Wahrheit ist.
In Wirklichkeit aber ist ein Gedicht ein Gebilde von kalkulierter KĂĽnstlichkeit, und zwar auch dann noch, wenn es dem Verfasser/Dichter dank seiner Begabung in spontaner Intuition eingefallen ist.

Eben auch aus diesem Grund, gebe ich gerne Gedankenansätze weiter; welche nicht zwingend die meinen gewesen sein müssen. Differenzierung, haki, macht aus Intensität nuancenreiche Fülle. Das jederzeit wiederholbare und immer weiter
vertiefbare Durchschauen eines Gedichtes verschafft auf Dauer mehr (intellektuelles) Vergnügen als spontan überwältigende Ersterlebnisse, die mit der Zeit verblassen.

Nun gerne zu deinen Vorschlägen:

quote:
lass die farbe weg und ĂĽberlege die ein anderes wort. "tiefe" oder "weiche" oder was weiĂź ich was...
Je nun, haki, das ginge wohl! Doch möchte es so nicht gemeint gewesen sein. Ich habe hier bewusst mit Farben und deren Assoziation gearbeitet. Hier klicken

Freilich kannst du dich jedweder Wissenschaft widersetzen, doch im geneigten Fall ist es einfach eine Wahrnehmung, der du dich nicht entziehen kannst.
Mit dem Titel also, leite ich eine Stimmung ein. Der Titel ist für mich Wissenschaft an sich. Der zieht den Leser an und – so er will und kann: das Gedicht aus.

Dies also nun zu den Farben. Hier wollte gewollt sein.

Mit den Adjektiven in der guten Lyrik hat es so vielerlei auf sich. Ein bemĂĽhter Schreiber mag sie gern fĂĽrchten.
Mit deinen Vorschlägen leite ich eine Stimmung ein, welche vielleicht so nicht gewünscht, weil eindeutig ist. Oder grundfalsch. Oder geziert. Oder einfach weil Adjektive gerne eine gewisse Ausgelutschtheit indizieren.


quote:
dein "verwelten" missfällt mir aber wieder. diese wortneuschöpfung (oder gibt es ein so schreckliches wort etwa?) halte ich für mislungen

oh, ja! Wortschöpfungen, sog. Neogolismen sind in der Lyrik absolut legitim. Celan bspw. hat sie für sich leben lassen und gerade dieser Autor – sein Wort - ist bis heute nicht (eindeutig) erklärbar.
Muss auch nicht!

Will man ein Gedicht in seiner ästhetischen Gestalt erfassen, muss man Interpretation verbal verstehen: sie ist ein Tun, nicht das Getane, sie ist das Übersetzen, nicht die Übersetzung.

Gilt fĂĽr den Leser einzig der subjektive Eindruck, wĂĽrde ich Autor mir wĂĽnschen, selben ebenso benoten zu dĂĽrfen.
Das mit dem „recht machen“ sollte im besten Fall der Autor versucht haben. Nämlich bevor er sein Werk veröffentlicht.
Manchmal gelingt es.


Freilich, haki, werde ich weiterarbeiten. Der Spaß daran, birgt die Unerlässlichkeit darin.

Recht freundlich,
Gabriele


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