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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
eine glückliche Zeit
Eingestellt am 24. 09. 2005 22:48


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heli
Hobbydichter
Registriert: Sep 2005

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Wie definiere ich eigentlich „eine glückliche Zeit“?

Mit dem Fahrrad, die Hunde an der Leine, im Sonnenschein eine Runde durch das Dorf, oder durch den angrenzenden Wald, das ist beruhigend und entspannend. Mit einem Klapprad, Ochsenkopflenker, immer bemüht, dass sich die Aufrollleinen nicht miteinander verdrehen, muss man schon aufpassen, dass sie kurz genug gehalten werden, sobald ein Auto naht. Dass meine Hunde unberechenbar auch im Zick Zack laufen, liegt im Grunde an den Informationen, die andere Artgenossen nach einem von mir nicht nachvollziehbarem System auf unserem Weg ausgestreut haben. Jeder markierte Stelle wird quittiert und Besonderes mit umfangreichen Kratzen gekennzeichnet. Da ich dieses Hundealphabet nicht kenne, beschränke ich mich auf der hut zu sein und mit ständig, plötzlichem Richtungswechsel zu rechnen. Geschwindigkeit und Richtung zeigen sie mir an, ich muss nur noch mitfahren. Bei leichtem Nieselregen, die gleiche Prozedur, nur das Kratzen versuche ich zu unterbinden, weil die Füße nass sind und der Sand dann im feuchten Fell hängen bleibt und der ganze Hund dann mehr einer Erdsau ähnelt. Haben wir großes Pech, dann bemerkt unser Frauchen die starke Verschmutzung und Herrchen wird ausgeschimpft, als ob er persönlich mit Sand geworfen hätte. Teresa kommt mit ganz geringer Verschmutzung nach Hause und somit ist sie ein starker Kontrast. Wenn es regnet, so richtig stark mit Windböen, verzichten meine Vierbeiner auch mal auf eine Runde, wie auch bei Regen mit Schneematsch, oder dichtes Schneetreiben, Sturm oder Gewitter. Irgendwann müssen sie dann aber doch raus und sie zeigen es mir deutlich an. Wir versuchen natürlich dann den Aufenthalt möglichst kurz zu halten, aber in kürzeren Abständen als sonst. Klappt das kleine, oder große Geschäft sofort, dann kehren wir schnell um. In den Garten machen die beiden sehr selten, - das haben sie offenbar nicht nötig. Ausnahmen, durch plötzlich hereinbrechende Ereignisse, Zeitnot, oder kurzfristige Tagesplanänderungen, werden mit Hilfe der Nachbarschaft gelöst. Die einen haben Schlüssel, die anderen bekommen Schlüssel, je nach dem wie es Not tut. Rechte und Pflichten unserer Hunde sind klar definiert, nur leider halten sie sich nicht immer daran. Eine Ausnahme kann langes nervendes Bellen am Gartenzaun sein. So fern keiner weiter zu Hause ist, schaut ein Nachbar was der Anlass ist und wenn Tarzan nur um den Verlust seiner Halter bellt, wird er für eine ca. Stunde mit Teresa im Haus eingeschlossen. Dort schlafen sie dann, bis sie wieder raus gelassen werden. Zu den Pflichte gehört nun mal das Bellen und da wir hier auf dem Dorf wohnen, wird es meistens akzeptiert.
Wir ziehen das noch 3 bis 5 Jahre durch und dann ist die biologische Uhr unserer Hundebande so wie so abgelaufen. Eines haben wir uns aber fest vorgenommen, „kein Haustier mehr“. Es wird ein schwerer Abschied, aber wir schaffen uns weder Hund noch Katze an. Sie würden uns überleben und wir hätten keinen Einfluss, was aus ihnen wird. Die Liebe zu einem Tier ist nicht einseitig. Schaue ich in die immer etwas traurig wirkenden Augen, dann spiegelt sich die Seele darin. Die überschwängliche Freude zur Begrüßung von den beiden, nach einer Abwesenheit ist so eine herzliche Geste, die für vieles entschädigt. Eine Operation bei Tarzan kostete voriges Jahr um die 220,00 Euro und auch Teresa hat so etwas in ähnlicher Größenordnung hinter sich. Dazu die Hundesteuern für zwei Hunde, die ja nicht wesentlich größer als eine Katze sind.
Ich sitze hier in unserem Teehäuschen und schreibe diese Zeilen. Tarzan liegt auf der gepolsterten Liege, schnarcht laut und Teresa liegt auf den kühlen Fußbodenfliesen, dich an meinen Beinen. Ich ziehe meine alte Jacke aus und lege sie ihr hin. Sie nimmt meine Hingabe ganz selbstverständlich an und ihr Blick scheint zu fragen, wann ich endlich gedenke ins Bett zu gehen. Ich mache den Laptop aus und hole mir vom Bücherbord ein Buch, öffne eine Flasche Bier, lasse Tarzan etwas rücken und beginne zu lesen. Frauchen schläft schon lange, Tarzan schnarcht schon wieder und Teresa kuschelt sich ein wenig an. Fast absolute Stille, drei Seelen im Teehäuschen und der Geist von Gerd Ruge begleitet mich in meinen Gedanken, die ich mir beim Lesen in seinem Buch „Begegnung mit China“ mache. Schade, dass man so etwas nicht noch besser beschreiben kann, - aber vielleicht interessiert es auch niemanden. Man muss die Welt bewusst erleben, dann gibt es keine vergeudete Zeit. Was braucht man mehr zum glücklich sein? Noch mehr Glück, so glaube ich, würde verrückt machen!

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