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Leselupe.de > Kurzgeschichten
erste forsetzung...
Eingestellt am 03. 06. 2001 16:44


Autor
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zettelstraum
Bl├╝mchendichter
Registriert: May 2001

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Ja, da stand sie, keine hundert Meter entfernt, so unscheinbar und doch so einnehmend, da├č er weiche Knie bekam und sich erst einmal setzen mu├čte. Er versuchte sich nichts anmerken zu lassen und stellte sich den Bussard vor, den w├Ąhrend seiner Flugphase nichts aus der Ruhe bringen konnte.
Ihr Haar hatte den Farbschimmer pr├Ąchtiger dunkler Kirschen, die er in seiner Kindheit so gerne verspeist hatte, ihre Augen waren wie ein freundliches Meer, in welchem sich die sch├Ânsten Fische tummelten, ihre Statur war gro├č wie eine m├Ąchtige Eiche und ihr K├Ârper doch so zart wie eine wei├če, sanft geschwungene Vogelfeder.
Schnell senkte er seinen Blick zu Boden, als er merkte wie sie auf seinen Stand zukam. Er hatte sich ein kleines St├╝ck Holz vom Bauern mitgenommen, an welchem er im Falle schlecht gehender Gesch├Ąfte herumgeschnitzt h├Ątte, doch nun benutzte er es aus reiner Scheu, um dieser besonderen Frau nicht ins Antlitz schauen zu m├╝ssen.
Sie stand vor seinen Kunstwerken und fl├╝sterte der Frau neben ihr etwas zu, was Florian nicht verstand, aber er sah, da├č in ihrer Hand der Frosch mit dem Embryo lag.
ÔÇ×Erschreckt sie der Frosch?", fragte er leise.
ÔÇ×Nein. Ich verstehe nur nichts von dieser Art Kunst. Wollen sie mir erkl├Ąren, wie man zu solch einer Idee kommt?"
ÔÇ×Meine Gro├čmutter hatte mir die Geschichte des verzauberten Prinzen erz├Ąhlt. Ich dachte mir: was wohl ein Frosch mit dem wahren Ergebnis einer Liebe anfangen k├Ânnte?."
ÔÇ×Warum ist ein Kind das wahre Ergebnis einer Liebe?"
Florian erhob seine dunklen Augen und lie├č den Bussard in ihnen aufleuchten: ÔÇ×Weil es als gesundes Beispiel f├╝r die Vereinigung zweier sich liebender Menschen steht. Eine Art von Vereinigung, welche zu jener Einheit f├╝hrt, die man erwartet, wenn man vom Verschmelzen tr├Ąumt."
Die Prinzessin blickte um sich, sah aber keine verd├Ąchtigen Menschen, b├╝ckte sich Florian entgegen und fragte ihn: ÔÇ×Eine Liebe, die kein Kind als Ergebnis haben kann, ist dann also keine Liebe?".
Florian nickte nur kurz und setze sich dann wieder auf seinen Schemel.
Wieder fl├╝sterte die Prinzessin etwas in das Ohr der jungen Frau, welche noch immer neben ihr stand, und ging dann in kleinen Schritten weiter.
Die junge Frau aber verlangte von Florian einen Preis zu wissen f├╝r den Frosch mit dem Embryo. Da er sich sicher war, da├č die Prinzessin sicherlich nicht arm war, verlangte er einen anst├Ąndigen Preis, welchen die Frau ihn auch gleich auszahlte.
Ein wahrer Erfolg f├╝r Florian: er hatte seine Prinzessin gesehen, hat mit ihr sogar reden d├╝rfen und hat f├╝r ein Geschenk auch noch soviel erhalten, da├č er nun zwei fette Gelds├Ącke hatte. Niemandem h├Ątte er lieber dieses Kunstwerk verkauft. Sicherlich w├╝rde es ihn erfreuen, wenn die Prinzessin sein Kunstwerk in ein ganz besonderes Zimmer stellen w├╝rde, vielleicht sogar ins Schlafgemach, aber um dies zu erfahren, m├╝├čte er sich ihr aufdr├Ąngen. Im Moment jedoch war er damit gl├╝cklich, da├č er mit ihr hatte Worte wechseln k├Ânnen. Er r├Ąumte seinen Stand frei, steckte seine Waren in die Satteltaschen, ging sein Pferd abholen, um das Schlo├č wieder zu verlassen. Es war erst um die Mittagszeit und er h├Ątte sicher noch etwas verkaufen k├Ânnen, aber er wollte in die Schnitzstube, um an seiner neuen Idee weiter zu arbeiten. Ein letztes Mal blickte er sich noch um und konnte dabei zu seiner ├ťberraschung sehen, wie sich die Frau, welche die Prinzessin begleitet hatte, mit Thomas unterhielt. Er verlangsamte seinen Schritt, weil er insgeheim hoffte, da├č Thomas vielleicht auf ihn zukommen w├╝rde, um ihm etwas auszurichten. Jedoch fand er sich au├čerhalb des Tores und schon in den Steigeisen des Pferdes, aber niemand hatte ihn gerufen.
So setzte er sich als fest in den Sattel und ritt gem├Ąchlich nach Hause. Einerseits war er froh um das Erreichte, andererseits hatte er Furcht vor dem Unerreichbaren. Oder war es doch nur scheinbar unerreichbar?
Als er ins Geh├Âft einritt, konnte er durch das Fenster die B├Ąuerin im Gespr├Ąch mit der Magd sehen. Er stieg von seinem Pferd und war pl├Âtzlich mit seinen Gef├╝hlen im Raum, welcher die beiden umgab und konnte alles h├Âren, was sie sprachen, nur mit seinen Augen, die durch das Fenster blickten. Wie erschreckt starrte er ins sich und bekam ein Schamgef├╝hl, welches seinen Bussard vom Himmel der Gedanken brachte. Er stellte das Pferd in den Stall und rieb es mit der B├╝rste ab. Die Satteltaschen hatte er an einen Hacken geh├Ąngt. An diesen hantierend, sah er pl├Âtzlich die Magd, welche sich in dem Stall eingeschlichen hatte. Er fragte Marie wie es am Morgen auf dem Hof gewesen sei, ob der Bauer sie viel besch├Ąftigt hatte oder die B├Ąuerin sie in der K├╝che hatte wieder einmal einen gro├čen Abwasch hatte machen lassen. Marie ├╝berging seine Fragen, die er immer in wichtigen Momenten stellte, um ihn zu fragen, wie es auf dem Markt war.
Florian erz├Ąhlte ihr vom Markttreiben, von Thomas dem G├Ąrtner, von seinen guten Gesch├Ąften. Erst als er zu ├╝berlegen begann, ob er ihr von der Prinzessin erz├Ąhlen sollte, kam sie mit ihren ├ängsten heraus. Habe er denn die sch├Âne Herrin des Schlosses auch zu Gesichte bekommen, habe sie ihm gefallen, habe auch er sein Herz verloren?
Florian begriff pl├Âtzlich, wen er vor sich hatte: eine Frau, die in ihm etwas gefunden zu meinen schien, was er ihr nicht geben konnte.
Er schlug ihr vor, ein St├╝ck in den Wald spazieren zu gehen, um ├╝ber ihre Freundschaft zu reden, die er wirklich sehr sch├Ątzte.
Den ganzen Weg bis hin zum versteckenden Dickicht schwiegen sie sich weg von ihrer Verantwortung, die ihnen ihre Freundschaft abverlangte. Marie fing als erste an zu reden. Sie f├╝hle wie er sich ├Âfter als an den ersten Tagen zur├╝ckzog, da├č er ab einer gewissen Stelle aufgeh├Ârt habe, ihr von seiner Vergangenheit zu berichten und sie meine, da├č aber dies und ihre Hoffnung nicht zunichte machen konnte.


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