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Leselupe.de > Humor und Satire
ewiges leben
Eingestellt am 30. 03. 2003 21:35


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yza
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Mar 2003

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Ewiges Leben


Er sagte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihnen das noch Spa├č macht, es muss doch immer das Gleiche sein ?!"
Ich bedauerte ihn, obwohl wir nun schon ├Âfter ├╝ber dieses Thema gesprochen hatten, war es ihm nicht m├Âglich nachzuvollziehen, was ich meinte. Ich sagte: "Warum macht es ihnen solche Schwierigkeiten zu verstehen, dass ich das Leben liebe, und niemals m├╝de davon werden k├Ânnte ?"
Er sch├╝ttelte ablehnend den Kopf und sagte: "Ich gebe mir ja M├╝he, aber ehrlich, ich blicke auf mein Leben zur├╝ck und es war doch immer anstrengend, die Kindheit, der Krieg, die vielen kleinen Entt├Ąuschungen des Alltags, die vielen gro├čen Entt├Ąuschungen der Liebe, nein, das will ich nicht noch einmal erleben und schon gar nicht mehrmals...!"
Wie abf├Ąllig er ├╝ber das Leben sprach, ich sagte: "War es denn nicht so, das jedes negative Erlebnis ihres Lebens nicht gleichzeitig auch der Anfang zu etwas Neuem und nicht selten Besserem war ? Denken sie denn ein Leben ohne Probleme w├Ąre ├╝berhaupt lebenswert ? Ich h├Âre von ihnen nur ├ängste und Unverst├Ąndnis, warum erkennen sie darin nicht die Chance. Eine Chance, sich weiter zu entwickeln, etwas aufzubauen und vielleicht irgendwann weiterzuf├╝hren ? Merken sie denn nicht, dass ihr Leben sie bis jetzt so vereinnahmt hat, dass sie nicht einmal mehr Zeit hatten, ├╝ber die M├Âglichkeit ein anderes, ein weiteres Dasein zu f├╝hren, nachgedacht zu haben ?"
Er sagte sofort: "Herr Gott noch einmal, wof├╝r denn ? Gibt es nicht genug Menschen ?"
Ich sagte: "Ich sehe, sie haben noch nichts erkannt, sie lieben weder ihr Leben Heute, noch sind sie in der Lage sich zu ├Âffnen, f├╝r die gro├če Idee des Lebens. Es w├╝rde ihnen bestimmt leichter fallen, wenn alle so denken und f├╝hlen k├Ânnten, ja nat├╝rlich, das wird es sein... Sie haben Angst vor ihren Mitmenschen und wenn der Tod dann naht, dann sind sie zufrieden ins letzte Versteck entschwinden zu k├Ânnen.... Das allein ist ihr Gedanke. Sie sehen nicht mehr die Wichtigkeit ihrer Person, ihres Geistes, sie k├Ânnten doch einer von denen sein, die es anderen Menschen verst├Ąndlich macht, dass ihre Ideen zeitlos sind und das sie bereit sind, daf├╝r ein weiteres Leben zu leben... Aber nein, sie sehen sich ganz klein und unbedeutend, sie haben Angst vor der Verantwortung f├╝r ihr Leben...."
Jetzt war es das erste Mal, dass er begriff worauf ich hinaus wollte, er sagte: "Ich wei├č worauf sie anspielen, nat├╝rlich, wenn wir alle w├╝ssten, dass der Tod nur ein ├ťbergang in ein neues Leben ist, vielleicht w├╝rden wir dann keine Atombomben schmei├čen und unsere Umwelt vernichten. Nat├╝rlich k├Ânnte man das annehmen, denn so egoistisch, wie wir heute auch sind, w├╝rden wir doch nicht riskieren, dass wir uns unsere eigene Zukunft versauen. Doch sie glauben doch nicht, dass wir alle so denken w├╝rden, so wie es auch jetzt Unterschiede gibt in der Moral und den politischen Vorstellungen, wird es mit dem Wissen um ein weiteres Leben, wieder Menschen geben, die daraus nur Vorteile f├╝r sich allein ziehen wollten. Vielleicht w├╝rden wir sogar noch leichtfertiger mit unserem Leben umgehen. Uns ist egal, ob wir die Welt unserer eigenen Kinder vernichten oder unsere Nachbarn aus dem Weg r├Ąumen m├╝ssen, wir brauchen uns doch vor Nichts und Niemanden rechtfertigen. Und w├Ąre es anders, dann w├╝rden wir uns noch vielmehr vor den M├Ąchtigen dieser Welt rechtfertigen m├╝ssen, es wird doch immer M├Ąchtige geben. Wir Menschen sind doch nicht reif f├╝r so eine Wahrheit..."
Ich sagte: "Sch├Ân, dass sie mir folgen k├Ânnen. Was ich an ihnen nicht verstehe, ist, dass sie sich selbst so unwichtig erscheinen. Sie nehmen ihr eigenes Leben nicht wichtig, sondern das von Anderen, sie dienen ihrem Chef, zermartern sich den Kopf ├╝ber allt├Ągliche Probleme, die andere geschaffen haben, begn├╝gen sich mit dem Konsum von den zeitgem├Ą├čen Drogen und dem f├╝r sie erreichbaren Luxus, sie versuchen sich krampfhaft daran zu erfreuen, aber noch ein Leben mit diesen Dingen w├╝rde sie nicht einmal neugierig machen....da stimmt doch was nicht ? Ich sehe, dass sie keine echten Werte in ihrem Leben haben. Ist es nicht das Gl├╝ck des Atmens, das Sehen und H├Âren, Schmecken und Lieben, das Gef├╝hl der Freude an sich, was das Leben lebenswert macht ? Das ist es, was ich meine, daf├╝r k├Ânnte ich doch immer wieder leben und bin neugierig darauf."
Er senkte seinen Kopf und schien zu ├╝berlegen, dann sagte er nachdenklich: "Sicherlich, wenn es auch gleichbedeutend w├Ąre, ein neues Leben, in neuen erf├╝llenden Umst├Ąnden zu leben, ja dann, dann w├Ąre ich bereit es noch einmal zu versuchen..."
Ich unterbrach ihn: "Genau, da sagen sie es ! Ein Leben ist ein Versuch !
....Und wenn wir dann entspannt in die Zukunft blicken w├╝rden, w├Ąren wir viel gelassener und w├╝rden unsere Taten nicht so ├╝beraus wichtig nehmen und die Ver├Ąnderungen w├Ąren ├╝berlegter, ja, vielleicht w├╝rde uns dann doch das ganze Leid und diese selbstzerrst├Ârerische Sucht verlassen, denn wir w├╝rden erkennen, dass es unm├Âglich ist zu sterben, wir w├╝rden uns auch mit Kriegen nur das Leben schwerer machen, ich denke wir w├╝rden darauf verzichten. Jetzt sterben die Menschen einfach so dahin. Seid fruchtbar und mehret euch ist die Devise, aber wie wertvoll ist denn so ein Leben noch. Viele sind einfach nur froh davon erl├Âst zu werden...."
Jetzt unterbrach er mich: "Kann man das jemanden verdenken...sie sehen doch Krieg, Mord und Totschlag !"
Ich konnte nur bejahend den Kopf sch├╝tteln und sagte: "Sie sagen es....Niemand achtet das Leben und ebenso wenig den Tod, vielleicht wissen wir nur so wenig ├╝ber den Tod, weil wir so unbeherrscht mit dem Leben umgehen, wahrscheinlich bringt unser Handeln auch das Naturprinzip, das gro├če Rad des Lebens, von Leben und Tod durcheinander, wie so viele andere Naturgesetze. Verstehen sie, wir m├╝ssen dennoch lernen uns aufrichtig ├╝ber unser Leben zu freuen...nein nicht leiden, nach vorne schauen und ich denke wir werden uns Pforten ├Âffnen, hinter denen uns eine neue Existenz als kosmische Lebensformen und Wesen erwartet. "
Er sagte ├╝berzeugt: "Das macht mir dennoch Angst, was k├Ânnte sich nicht alles Negative von einem Leben in das andere hin├╝berretten, der Tod w├Ąre keine Befreiung mehr, tats├Ąchlich man k├Ânnte die H├Âlle ewig erleben."
Er sch├╝ttelte sich abgesto├čen, ich musste l├Ącheln. Wie tief sa├č seine Angst und musste die Entt├Ąuschung sein. Nun gut, ich wusste, dass ich ihm nichts verkaufen wollte und dennoch w├Ąre es mir lieber gewesen, ich h├Ątte merken k├Ânnen, dass er nach meinem Besuch etwas ├╝berzeugter von dem Leben nach dem Tode w├Ąre. Bei ihm br├Ąuchte es nur einen kleinen Schritt, er hatte kein schlechtes Karma, was ihn vielleicht noch l├Ąnger verfolgen k├Ânnte. Das machte es oft schwierig bei dieser Art von Lehrgespr├Ąchen. Man musste ehrlich mit den Leuten sein und die Aussicht auf ein weiteres Leben, konnte auch eine Voraussage auf jede Menge Arbeit sein. Die karmischen Verstrickungen, in denen sich Menschen befanden, sollten bei so einem Beratungsgespr├Ąch kein Geheimnis bleiben. Wir wollten sie erwecken, deshalb machten wir uns die M├╝he sie aufzusuchen, Nacht f├╝r Nacht versuchten wir sie in Tiefe Gespr├Ąche zu ziehen. Wir hatten uns nie etwas vorgemacht bei dieser Aufgabe, es gab positives und negatives Karma, wir versuchten immer alle Menschen zu erreichen, schlie├člich waren es unsere Br├╝der und Schwestern......doch meistens war es wie bei ihm, sie redeten und dachten nach, doch dann....Nein, sie waren zu weit weg und verga├čen alles wieder.
Wenn der eine oder andere doch noch etwas von diesen Tr├Ąumen in seinen Gedanken behielt, dann konnte es jedoch auch bedeuten, dass er sein Leben ├Ąnderte und es mit anderen Augen betrachtete und genau darum ging es. Sie konnten nur die M├Âglichkeit des Wiedergeborenwerdens erkennen und wenn sie bereit dazu waren, ihre Seelen darauf vorzubereiten, machten sie einen Schritt in die weitere Evolution des Menschen. Bisher hatten nur au├čergew├Âhnliche F├Ąlle den Sprung durch den Ring des Todes geschafft und tats├Ąchlich, sie sind der Beweis f├╝r dieses Gesetz der Natur und f├╝r die F├Ąhigkeit des menschlichen Geistes ewig zu leben.
Auch ich bin einer von ihnen, nur war ich nie zur├╝ckgekommen, doch es wird geschehen. W├╝rde ich euch aufsuchen, w├╝rdet ihr wahrscheinlich ├Ąhnlich denken wie er und morgens, danach, vor dem Spiegel stehend zu euch selbst sagen: "Pffff, ...so┬┤n Schei├č.... Engel...?? GibtÔÇÖs doch gar nicht...was ich so manchmal tr├Ąume ?!"
Ein, zwei oder drei tiefer gehende Gedanken tauchen in den n├Ąchsten Tagen hin und wieder in euren Gehirnzellen auf, philosophische Bruchst├╝cke aus dem Bereich Leben und Tod. Der Alltag wird sie verschlucken, bis ich oder einer von uns euch wieder besucht und sagt: "Hallo, was w├╝rdest du sagen, wenn du wiedergeboren werden kannst ?"


__________________
"Die Natur spielt verr├╝ckt, aber wir haben sie auf die Idee gebracht!"

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