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Leselupe.de > Kurzgeschichten
fortsetzung 4...es geht dem ende zu...
Eingestellt am 12. 06. 2001 21:48


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zettelstraum
Bl├╝mchendichter
Registriert: May 2001

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Getragen von der Hoffnung, nun des R├Ątsels Schl├╝ssel gefunden zu haben, wollte er nicht viel Zeit mit dem Schnitzen verbringen und unterbrach die Arbeit, indem er den Bauern darauf verwies, da├č man noch die Farbe ben├Âtige, um die Figuren zu f├Ąrben, bevor man an das Schachbrett gehen solle. Der Bauer meinte h├Ąmisch darauf, da├č ihm schiene, er wolle das Brett alleine gestalten. Florian nutzte diesen nicht b├Âse gemeinten Gedanken und gab an, wirklich lieber das Brett selber herstellen zu wollen, da dies eine schwere Aufgabe sei und besser alleine zu l├Âsen w├Ąre. Aber sicher w├╝rde er bald mit den Farbt├Âpfen vorbeikommen und dann k├Ânnte man ja weitersehen. Der Bauer gab sich ein bi├čchen entt├Ąuscht, lud ihn aber selbstverst├Ąndlich noch auf ein Bier ein und wirkte sehr zufrieden, als Florian sich von ihm verabschiedete.
Thomas hatte ihn schon erwartet, als er wieder ins Schlo├č zur├╝ckgekehrt war. Er wollte mit ihm ├╝ber seine Arbeitseinstellung reden. Florian machte sich Gedanken, welchen Fehler er denn begangen habe und fand aber keinen. Doch Thomas erkl├Ąrte ihm, da├č es nicht darum gehe, da├č er etwas zerst├Ârt oder vergessen habe; es sei nur die Art, welche man an den Schnittstellen der Rosen erkennen k├Ânne. Er wolle wissen, warum diese so eigenartig gek├╝rzt wurden bzw. teilweise abgebrochen.
Florian beschwichtigte ihm, da├č dies keine Absicht oder gar Unkontrolliertheit gewesen sei, er sei blo├č von einem gro├čen Vogel abgelenkt worden, den er f├╝rchtete, weswegen er dann versucht hatte, seine Arbeit so schnell wie m├Âglich zu verrichten. Thomas schenkte dieser Ausrede seinen Glauben, doch m├╝sse Florian wissen, da├č Geduld als die h├Âchste Tugend auf dem Schlo├č gelte. Florian nickte kurz und damit war das Gespr├Ąch beendet.
In seiner Kammer begann er sofort auf dem Lageplan das gesuchte Zimmer ausfindig zu machen. Sei es wie es wolle, aber die Person hatte sich einen gut versteckten Raum ausgesucht. Es lag in einem der drei T├╝rme, zu dem es keinen Schl├╝ssel gab, nicht in seinen H├Ąnden und auch nicht f├╝r ihn erreichbar. Was er jedoch erreichen k├Ânnte, war das Fenster, durch welches man vielleicht in das Zimmer blicken k├Ânnte. Und da das Zimmer von der Gr├Â├če eher einer Kammer entsprach, m├╝sse man das Herz doch sehen k├Ânnen. Und sollte dies nicht so sein, k├Ânnte man ja zumindest versuchen, in das Zimmer einzusteigen. Aber daran wollte er jetzt nicht denken.
Er beschlo├č am n├Ąchsten Abend einen ersten Versuch zu wagen. Er n├Ąchste Tag schien sehr g├╝nstig zu sein, da an jenem Tag der Markt stattfand und da mu├čten viele bis sp├Ąt am Abend arbeiten und w├╝rden sicherlich sehr m├╝de sein.
Er hatte sich au├čerdem vorgenommen, am Markt einen Stand zu besetzen, weswegen er sich auch bei der B├Ąckerin eine Marke besorgt hatte.
Am Markttag waren alle von ihren eigentlichen Arbeiten befreit und konnten sich entweder direkt am Marktgeschehen beteiligen oder mu├čten in der K├╝che aushelfen. Jedenfalls vormittags. Florian hatte sich einen Schemel besorgt und sa├č hinter seinem Stand, in seinen H├Ąnden ein Papier, auf welchem er eine Skizze f├╝r das Schachbrett aufzeichnete.
H├Ąndler kamen und sahen seine Waren an, fanden aber gr├Â├čtenteils den Preis zu hoch und Florian hatte an jenem Tag nicht die Laune, um diesbez├╝glich mit sich handeln zu lassen.
Auch die Prinzessin kam vorbei und betrachtete die Werke.
ÔÇ×Florian, sie sind wieder einmal als Aussteller zu sehen. Sch├Ân."
ÔÇ×Es schient mich etwas an die Gesch├Ąftigkeit erinnert zu haben, aber die Motivation geht verloren, wenn niemand etwas kauft."
ÔÇ×Lassen sie den Kopf nicht h├Ąngen, wenn ich sie heute auch nicht motivieren kann, aber es scheint mir im Moment nicht alles zu gefallen."
ÔÇ×H├Ątten sie etwas dagegen, wenn ich heute mittag meine T├Ątigkeit beende und statt dessen mit ihnen mich zum Schwimmen begebe? Auf ein St├╝ndchen vielleicht?"
Der Prinzessin Antwort war wortlos, der Glanz ihrer Augen gab schon zu verstehen, da├č sie sich darauf freue.
ÔÇ×Gut. Dann holen sie mich nach dem Mittagsvesper ab."
Der Nachmittag war sonnen├╝berflutet, Florian und die Prinzessin sa├čen auf einem Steg am Waldsee und nahmen die Ruhe der Natur in sich auf, w├Ąhrend sie sich unterhielten.
ÔÇ×Wer war ihr F├╝rst? War er ein guter Mensch oder ein zugeheirater Adeliger?"
ÔÇ×Der F├╝rst war ein junger Mann wie sie, der sich der Kunst verschrieben hatte. Er malte die Natur und interessierte sich f├╝r ihre Wesen. Selbst eine Ameise mu├čte ihm Modell stehen. Sie k├Ânnen sich vorstellen, welch Geduld dies verlangt."
ÔÇ×Hat er sie geliebt? Wo haben sie sich kennengelernt?"
ÔÇ×Der F├╝rst hat mich neben der Malerei geliebt. Ich sa├č ihm zwar nur selten Modell, doch ich wu├čte stets, da├č er mir das Gef├╝hl gab, wertvoll f├╝r ihn zu sein. Ihre zweite Frage m├Âchte ich nicht beantworten."
ÔÇ×Warum m├Âgen sie mir keine Hilfe geben? Wie lange dauert es, bis wir einander ehrlich gegen├╝ber sein d├╝rfen?"
ÔÇ×Was ist f├╝r sie Ehrlichkeit? Ist es nicht nur ein Wunschbild, welches in ihnen entworfen wurde, welchem sie aber gar nicht einmal selbst entsprechen k├Ânnen?"
Florian sah sich an einer wunden Stelle getroffen. Durch die Position des Fragestellers hatte er Antworten erreichen k├Ânnen auf die vielen noch ungestellten Fragen, als Befragter k├Ânnte er sich verraten oder gar versprechen.
ÔÇ×Ehrlichkeit hei├čt, dem nachzugeben, was man empfindet, denn nur in den Empfindungen unterscheiden sich die Menschen. Vielleicht hat die Ehrlichkeit darin einen Schatten, da├č man Empfindungen nur schwer darzustellen vermag."
Nachdem beide lange Zeit auf die glatte Fl├Ąche des leuchtenden Wassers gestarrt hatten, wandte die Prinzessin nun ihre Augen Florian zu:
ÔÇ×Ja, wenn sie hier doch eine ├Ąhnliche Meinung haben, verstehen sie sicher das n├Ąchste Erlebnis. Wenn der F├╝rst fr├╝her abends zur├╝ck kam, war ich sehr oft gewollt, mit ihm noch einen Spaziergang durch den Park zu machen, in welchem sie nun arbeiten. Man h├Ątte sich auf eine Bank setzen k├Ânnen, ein sch├Ânes Gespr├Ąch f├╝hren und sich dann sp├Ąter im Kaminzimmer aufw├Ąrmen lassen k├Ânnen. Stattdessen ergab es sich aber sehr oft, da├č der F├╝rst nach Hause kam, sich einen gro├čen Trog voll Wasser machen lie├č, sich dort hinein setzte und sich daraufhin sogleich ins Kaminzimmer begab, um sich aufzuw├Ąrmen, w├Ąhrend ich eine Sehnsucht nach frischer Abendluft hatte. Anstatt ihm dies zu gestehen, die Ehrlichkeit an den Tag zu legen, wurde ich gereizt, da er meinte, da├č ich f├╝r seine Art der Romantik nicht f├Ąhig sei. Schlie├člich setzte ich mich widerwillig in einen Sessel und er la├č aus einem Buch vor. Die Unehrlichkeit beherrschte den Raum, in welchem solch eine wundersch├Âne Ehrlichkeit h├Ątte die Herzen erw├Ąrmen k├Ânnen."
ÔÇ×Ach Prinzessin, h├Âren sie bitte auf mir solche Situationen vorzuschw├Ąrmen. Es tut mir im Herzen so weh und ich m├Âchte lieber fliehen, als unter solchem Gedankenhimmel ihre N├Ąhe, die doch noch so fern ist, zu ertragen."
ÔÇ×Florian, machen sie sich keine Sorgen. Einem jeden wird sein Gl├╝ck zuteil."
ÔÇ×Auch uns?", fragte er recht provokant und ging zur├╝ck auf die Wiese um sich wieder anzukleiden.
Die Prinzessin folgte ihm, als er den Weg zum Schlo├č antrat und versuchte ihm zu erkl├Ąren, da├č seine Freundschaft eine sehr wertvolle f├╝r sie sei.

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flammarion
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re

ein sch├Ânes m├Ąrchen, stellenweise sehr gegenwartsnah. aber tu dem leser bitte den gefallen, die anrede "Sie" und "Ihnen" gro├č zu schreiben, das w├╝rde das verst├Ąndnis wesentlich erleichtern. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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zettelstraum
Bl├╝mchendichter
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danke

danke flammarion. ich hatte ne freundin gefragt,und die meinte, da├č schreibe man nicht gro├č.
ich selber hatte es in meinem handgeschriebenem gro├č geschrieben.
so ist es manchmal scheinbar doch besser sich nicht immer gleich belehren zu lassen, sondern an sich zu glauben.
ach ja, das mit der gegenwartsn├Ąhe hat damit was zu tun, da├č ich versuche in verschiedensten formen doch immer wieder das dahinter aufzeigen zu wollen. denn ich finde da├č wir heutzutage in einer gesellschaft leben, die sehr nach vorne heraus lebt. da mu├č man dann die menschen extra drauf hinsto├čen, da├č es gr├╝nde, absichten, w├╝nsche, gedanken, etc. gibt. nicht nur das auto, das haus und die aktien.

l.G.,

chris

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flammarion
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re

ja, mein lieber, das mit der gegenwartsn├Ąhe machst du sehr gut, da kommt gut r├╝ber, was du sagen willst.
jetzt, wo du es sagst, bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob man die anrede noch gro├č schreibt oder ob das ├╝berholt ist. wenn ja, w├Ąre es schade und eine immense aufgabe f├╝r autoren, die nun sehr geschickt formulieren m├╝ssen, damit der leser immer wei├č, wann die anrede und wann die mehrzahl verwendet wird. man liest sich! lg
__________________
Old Icke

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