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Leselupe.de > Ungereimtes
foto ohne erinnerung
Eingestellt am 28. 11. 2002 15:35


Autor
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Lame
Guest
Registriert: Not Yet

foto
ohne erinnerung
.
dort
bin ich gewesen
in einem fremden land
in einer fremden stadt
an einem fremden ort
vor wie langer zeit?
.
auf dem foto eine stra├če am ortsrand
ein paar autos
die davonfahren
keines
das ankommt
die sonne ein kaltes licht
das jeden punkt in klarheit taucht
es mu├č kalt gewesen sein
an diesem tag
an diesem ort
.
an den r├Ąndern der stra├če
d├╝rres gras
etwas geb├╝sch
ein paar b├Ąume
keine h├Ąuser
nur
h├╝gel
und
himmel
und
land
.
wo wollte ich hin?
.
hinein
nur hinein

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aboreas
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2002

Werke: 16
Kommentare: 286
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Lebensk├Ąlte? Verlassenheit? Seelische ├ľdnis?

Ein unbekannter Ort? Da w├╝rden dich viele drum beneiden. Denen ist dieses Gef├╝hl (dieser Ort) nur allzu bekannt.

Weniger abstrakt gesehen hat sich wohl jeder schon einmal verirrt. Und mit der Distanz der Jahre fragt man sich wirklich, wo man eigentlich hinwollte und warum man dahin wollte.

Warum aber hei├čt es am Ende, man wolle hinein. Warum nicht hinaus aus dem Zerrbild?

Wie auch immer - das Gedicht zieht einen wie magisch hinein in seine Zusammenh├Ąnge und Aussagen.

Gru├č. abo


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Lame
Guest
Registriert: Not Yet

Danke das tolle Feedback! Das Gedicht ist entstanden fast 20 Jahre nach einer Tramp-Tour durch Skandinavien, in Erinnerung an ein Foto, das ich am westlichen Ortsausgang von G├Ąvle (n├Ârdlich Stockholm) geschossen habe. Es sollte eine Stimmung transportieren, die ich beim Verfassen des Gedichts durchlebte, eine des R├╝ckzugs und des Alleinsein-Wollens. Die Stimmung des Fotos entsprach dem einfach perfekt.
Da├č das Gedicht auch den Eindruck des Verirrtseins hervorruft, war gar nicht beabsichtigt, aber es ist durch die Wortwahl "fremd" in der ersten Strophe nat├╝rlich naheliegend. Vielleicht h├Ątte ich "fremd" durch "andere" ersetzen sollen. Andererseits, ohne jetzt zuviel hineininterpretieren zu wollen, ist vielleicht jeder R├╝ckzug auch ein R├╝ckzug in die Fremde, in die ├Ąu├čere und/oder innere Fremde.

Gr├╝├če,

Lame

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Lame
Guest
Registriert: Not Yet

Schrecklich, einmal angestochen und wiedergelesen, fallen mir noch ganz andere Sachen auf. Kurz vor Ver├Âffentlichung ├Ąnderte ich den Text an zwei, drei Stellen geringf├╝gig (das Gedicht ist zwei Jahre alt). So ├Ąnderte ich u.a. "wo will ich hin?" in "wo wollte ich hin?", da mir ersteres spontan nicht mehr einleuchten wollte. Falsch! Tats├Ąchlich geht es in der beabsichtigten Form nicht darum, was ich zur Zeit der Fotoerstellung wollte, sondern darum, was ich zur Zeit der Fotobetrachtung will.
"wo wollte ich hin?" ist daher Unsinn - und zwar genau dann, wenn anschlie├čend die letzte Strophe "hinein / nur hinein" folgt; f├╝r die letzte Strophe m├╝├čte es "wo will ich hin?" hei├čen.
"wo wollte ich hin?" ist berechtigt, wenn die letzte Strophe fehlt. Das Gedicht handelt dann nur von einer besinnlichen Fotobetrachtung ohne Bezug auf die gegenw├Ąrtige Gem├╝tsstimmung.

:-)

Lame

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