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Leselupe.de > Ungereimtes
freiheit.
Eingestellt am 03. 12. 2011 16:06


Autor
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Otto Lenk
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2001

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in dieser nacht
wuchsen schatten
aus ihren tr├Ąumen
sie lag da wie tot
leichenstarr
wachte
dem ersten licht
entgegen
fragte sich
ob sie das ist
das ihr so f├╝hlbar nah
so dunkelsch├Ân
so traurighell und klar
dann stand sie auf
tanzte den tanz
der letzten tage
ganz frei von allem
was sie einmal war
und ist und wird
f├╝hlte sich - dachte
ja
ich bin
ja

__________________
Der Kopf denkt weiter als man denkt.

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Ich habe das Gedicht inzwischen bestimmt 20mal gelesen. Der Freiheitsbegriff ist hier doppelt belegt, was die Erschlie├čung nicht ganz einfach macht. Es k├Ânnte sich einerseits um die Vorstellung selber, andererseits um eine Sterbende handeln, die (ihre) Freiheit erst ├╝ber den Tod erlangt. Dazu f├Ąllt mir nat├╝rlich Christa Wolf ein.
Wie bei vielen Texten der K├╝nstlerin bleibt deinem Gedicht ein ungreifbarer Rest, ein Verstehen, das sich dem direkten Zugriff entzieht.
Und genau das ist es, was ich an deinen Gedichten so sch├Ątze.
Heidrun

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koollook
Guest
Registriert: Not Yet

Auch wenn meine Meinung von dir wahrscheinlich nicht gesch├Ątzt oder gar nicht gelesen wird, tue ich sie hier kund - ich bin so frei.

Freiheit ist ein Thema, bei dem man so vieles, so facettenreich und so verschieden schreiben kann, dass die M├Âglichkeiten schier unendlich sind.

In deinem Gedicht lese ich eine interessante Umschreibung von etwas oder jemandem, der seine letzten Stunden auf dieser Erde fristet. Was mir als erstes aufgefallen ist - meinemem Amateurempfinden nach - , sind die "typischen" Lyrikbegriffe, wie Nacht, Schatten, Tr├Ąume und Licht. Sie machen das Gedicht tr├Ąge und langweilig, werden sie doch in jedem zweiten Gedicht benutzt. Dann fallen mir die wirklich sch├Ânen Wortkombinationen traurighell und dunkelsch├Ân auf, wobei dunkelsch├Ân auch gut zur beschriebenen Nacht passt. Traurighell finde ich als Wortneusch├Âpfung gelungen, sehe aber keinen Bezug zum beschriebenen Thema.

Am Ende w├Ąhlst du den Begriff des Tanzens, was f├╝r mich ein Symbol der Freiheit ist.

Insgesamt ein nicht uninteressanter Text, der aber teilweise in der Unfreiheit der lyrischen Alltagsrohkost untergeht.

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Lieber Otto,

f├╝r mich ist hier jemand gestorben. Wer das ist, verr├Ątst Du uns nicht, jedenfalls ist es eine Frau.

Du beschreibst es ├Ąhnlich wie nach dem Aufwachen aus einem tiefen Schlaf.

Mir ist es erst ein einziges Mal passiert, dass ich aufwachte und nicht wusste, wer ich bin. Das hat wahrscheinlich 1-2 Sekunden gedauert. Es waren ├╝beraus angstvolle Sekunden, denn ich musste ja bef├╝rchten, verr├╝ckt geworden zu sein.

In Deinem Text ist es aber eher so, wie man sich das vorstellt, dass es nach dem Tode sein k├Ânnte.

Einmal habe ich auch schon erlebt, dass ich schon wach war, bevor meine Seele in den K├Ârper zur├╝ckgekehrt war. Das war ├╝berw├Ąltigend sch├Ân, wegen der Leichtigkeit, die man dann empfindet.

In Deinem Text hast Du die Mitte dieser Erlebnisse beschriebn. Die Frau erwacht in einem neuen Licht. Erkennt voller Staunen dieses Neue, was Du durch das "dunkelsch├Ân"
und das "traurighell" als etwas Neues zu kennzeichnen suchst. Auch sie empfindet diese Leichtigkeit,was Du durch das "Tanzen" beschreibst und sie, und jetzt kommt das Wesentliche, erwacht zu sich selbst. Jetzt befindet sie sich innerhalb von Bedingungen, die es ihr erlauben, ganz und gar sie selbst zu sein.

Sich selbst empfinden mit der einzigen Assoziation: Ich bin, das kann man auch nach langj├Ąhriger ├ťbung in einer Meditation erleben und es ist unendlich begl├╝ckend.

So lese ich diesen Text.
Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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