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Leselupe.de > Erotische Geschichten
fuga aus ihrer perspektive
Eingestellt am 19. 05. 2001 23:20


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Jasmin
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fuga aus ihrer perspektive

seit langem warte ich auf dich. mein blick haftet am eingang, bei jedem neuen besucher zucke ich zusammen. heute ist freitag und ich weiss, du wirst kommen wie jeden freitag. heute werde ich zu dir gehen, ich halte es nicht mehr aus, mein verlangen draengt meinen k├Ârper. ich zittere vor sehnsucht nach dir. endlich geht die t├╝r auf und du kommst herein. mein herz klopft zum hals hinaus, mir wird brennend hei├č. du bist so s├╝├č. du wirfst mir einen sch├╝chternen blick zu und f├Ąhrst dir unbeholfen durch dein dunkles, volles haar. es ist so wuschelig, wie das eines kleinen, ungek├Ąmmten kindes und ich m├Âchte es so gerne mit meinen fingern k├Ąmmen. du setzt dich an deinen gewohnten tisch in der ecke und bestellst wein. ich kann meine augen nicht abwenden von dir. sicher h├Ąltst du mich f├╝r aufdringlich, aber ich muss dich einfach anschauen. ich m├Âchte, dass du kommst und mit mir sprichst, aber du ignorierst mich. es tut mir nicht weh, denn ich wei├č, du willst mich genau so wie ich dich will, es ist nur ein spiel und du bist auch sch├╝chtern.
endlich halte ich es nicht mehr aus. ich steuere schlafwandlerisch auf deinen tisch zu, es ist mir alles egal. ich muss zu dir. ich setze mich an deinen tisch und schaue dich fest an. du senkst den blick. ich nehme dein glas und trinke daraus, ohne zu fragen. ich setze meine lippen dort an, wo vorher die deinigen das glas ber├╝hrten. das ist unser erster kuss. ich kenne dich. ich habe dich schon immer gekannt. du bist mir so vertraut und gleichzeitig fremd.
dein blick streichelt meine h├Ąnde und ich wei├č, sie gefallen dir. lange betrachtest du meine h├Ąnde. da zupfe ich dich am ├Ąrmel und bedeute dir aufzustehen. du verstehst sofort und erhebst dich.
wir irren durch verschlungene gassen. die nacht ist lauwarm, es duftet bet├Ârend nach flieder. der duft verbindet sich mit meinem haar und ich merke, wie du immer unruhiger wirst in meiner hand.
du wohnst in einem alten, verfallenen haus, es riecht im treppenhaus nach bohnerwachs, kohl und graupen. vor deiner wohnungst├╝r fragst du mich pl├Âtzlich gespielt streng, wie ich zu dir komme. das flurlicht geht aus und ich kann nicht l├Ąnger warten. ich finde ohne umwege deine feinen lippen im dunkeln, sie schmecken nach wein, und ber├╝hre sie erst sanft und dann werde ich immer ungeduldiger und dringe in dich und k├╝sse dich immer wieder, bis ich keine luft mehr bekomme und mein herz klopft wie wild. ich mag deinen geruch und deinen geschmack. ich habe mich nicht get├Ąuscht. alles ist fremdartig vertraut.
ich springe auf dein altes messingbett mit der bunten flickendecke und wippe darauf wie auf einem trampolin und lache ausgelassen und rufe, sch├Ân hast du es hier. du siehst mich ernst und aufmerksam an. deine wohnung ist sehr gem├╝tlich, sie passt zu dir. an den vergilbten w├Ąnden h├Ąngen bilder von manet und auf einem marmortisch steht eine flasche kirschwasser in einer altert├╝mlichen kristallflasche. unschl├╝ssig und ernst stehst du vor mir und da ziehe ich dich ├╝berm├╝tig mit beiden h├Ąnden auf das bett und lache wieder. ich umschlinge dich mit meinen beinen und dr├╝cke dich fest an mich. dein k├Ârper ist fest und ich f├╝hle mich geborgen. ich sp├╝re, dass deine unsicherheit verfliegt. ganz leicht wirst du.




du sp├╝rst, dass ich eitel bin und du willst es mir recht machen. alles findest du sch├Ân an mir und ich m├Âchte es dir gern glauben. ich schiebe dich so zurecht, dass es gut passt und dann setze ich mich auf dich. ich muss immer wieder lachen, weil ich so gl├╝cklich bin, dass ich dich endlich gefunden habe. ich bin jetzt da, sage ich auf deine frage, wie ich zu dir komme, warum willst du es auch wissen. was spielt es denn f├╝r eine rolle. ich beuge mich zu dir und k├╝sse dich lange. ich bin s├╝chtig nach deinen k├╝ssen. ich ziehe mein kleid aus und genie├če deinen erstaunten blick. du siehst mich an, als komme ich von einem anderen stern. dein mund steht offen, wie vor schreck und du h├Ąltst den atem kurz an. ich werfe das kleid weg und es landet fast im m├╝lleimer. du siehst dem kleid befremdet hinterher. ich beuge mich ├╝ber dich und du k├╝sst sch├╝chtern meine br├╝ste. es ist so wundersch├Ân. noch nie hat mich jemand so gek├╝sst und ich sp├╝re, dass es f├╝r dich auch ein erstes mal ist. mein verlangen wird unertr├Ąglich, ich muss dich unbedingt haben, jetzt und ich sage dir das. wir passen so gut zusammen. ich lasse dir keine wahl.
wir umklammern uns, halten uns ganz fest und sitzen und beobachten in unseren augen unsere erregung. dein blick ist verkl├Ąrt, ich sp├╝re, dass du mir zuliebe wartest. auch ich warte, denn ich will alles gleichzeitig mit dir sp├╝ren. ich will nicht, dass es gleich vorbei ist, ich will dir sagen, dass ich dich liebe, aber ich denke es nur. ich darf mich noch nicht verraten.
pl├Âtzlich sp├╝re ich, wie alles in mir einrei├čt und meinen k├Ârper ├╝berschwemmt, als seien tausend d├Ąmme gebrochen, ich h├Âre mich schreien und denke, bin ich es, die da schreit, was du wohl von mir denkst. wie bewusstlos sinke ich auf dir zusammen, erdenschwer und atemlos. du k├╝sst mich immer weiter und ich ertrage es fast nicht, denn alles in mir ist ├╝berreizt, als w├╝rden alle nerven pl├Âtzlich blank liegen und mein herz in der mitte ├╝bergro├č, ein zuckender, pulsierender muskel, blutdurchflutet.
wir sitzen weiter da, ich halte dich fest mit armen und beinen, ich will dich nicht weglassen, du geh├Ârst mir, du bist ein teil von mir, denke ich. als du dich langsam nach hinten legst, strecke ich meine beine aus, sie f├╝hlen sich so schwach an. und da k├╝sst du meinen fu├č, immer wieder, so leidenschaftlich, wie ich es noch nie bei jemandem gesp├╝rt habe. wir haben die gleiche leidenschaft. wenn ich ein mann w├Ąre, dann w├Ąre ich so wie du.
sp├Ąter liegst du auf meiner brust, mein herz hat sich immer noch nicht beruhigt, es klopft und klopft, deine n├Ąhe macht es ganz verr├╝ckt. ich liebe deinen kopf auf meiner brust. als dein mund von dort nach der seite streift, hebe ich den arm und lasse dich dort lange k├╝ssen. es ist so sch├Ân. ich tr├Ąume wieder. du k├╝sst mich wieder auf den mund und meine haare geraten dazwischen. ich will den traum f├╝r immer bewahren, einpacken in weisses seidenpapier und dann, wenn du verschwunden sein wirst, immer wieder auspacken, wenn die tr├Ąnen kommen.
du, sagst du und schaust mich ├Ąngstlich an. ich erschrecke. ich denke, du willst auf etwas anderes hinaus. ich greife in dein haar und sage, dass ich das alles auch nicht erwartet habe. so schnell und so sch├Ân erg├Ąnzt du mich. ich frage mich still, warum ich dich nicht fr├╝her getroffen habe. pl├Âtzlich kommen mir all die jahre ohne dich wie verlorene zeit vor.
die ganze zeit musst du mich k├╝ssen, jeden fleck meines k├Ârpers bedeckst du mit deinen k├╝ssen. du kannst nicht genug bekommen und ich auch nicht. ich bin so m├╝de, ersch├Âpft, aber ich gebe es zu und sehe dich an, als du wieder mit bittendem blick zu mir hoch r├╝ckst. ich sage ja mit meinem l├Ącheln, ja, ich will es, ich vertraue dir, und schiebe deinen kopf sanft wieder zur├╝ck auf meine brust. ja, sage ich leise, als du dich mit beiden armen um meine beine klammerst und f├╝r den rest der nacht dein gesicht in meinem schoss vergr├Ąbst und mir deine lippen deine ganze liebe zeigen. alles bebt an mir wieder und du h├Ąltst es fest. ich denke , mein k├Ârper fliegt weg, hinaus in die warme mainacht, wird eins mit dem flieder, der luft, den sternen, mit dir. ich bin du und du bist ich.
im morgengrauen ziehe ich mich an, w├Ąhrend du schl├Ąfst. ich k├╝sse deine augen und deine lippen und schleiche mich auf zehenspitzen davon. auf der stra├če empf├Ąngt mich kalter nebel. ich trage dich in meinem k├Ârper.



__________________
Jasmin

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Ralph Ronneberger
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Hallo Jasmin,

jetzt verstehe ich, was Du meintest, als Du in einer Antwort auf seetyca geschrieben hast, seine Geschichte h├Ątte dich inspiriert.
Du lieferst hier ein f├╝r meine Begriffe sehr gelungenes Experiment ab, bei dem Du dich streng an seetycas Handlungsablauf orientierst. Am besten, man legt beide Texte nebeneinander - nur so versteht man den Deinen auch richtig. Du hast den f├╝r dich vorhandenen und sicherlich nicht sehr ├╝ppigen Handlungsspielraum voll ausgenutzt. F├╝r dich mag das sicherlich eine Art Gratwanderung zwischen Vorgabe und eigener (vielleicht sogar zu z├╝gelnder) Phantasie gewesen sein. Ich glaube, hin und wieder gesp├╝rt zu haben, da├č Du manchmal am liebsten ausgeb├╝xt w├Ąrst, um den vorgezeichneten Weg zumindest zeitweilig zu verlassen. Manchmal scheint mir das sogar der Fall. Und immer dann, wenn Du diszipliniert zur Vorgabe zur├╝ck finden mu├čt, gibt es einen leisen Bruch. Oder irre ich mich da? Bin wirklich mal gespannt, wie andere Lupianer das sehen.

Gru├č Ralph
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Jasmin
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Jamsession

Lieber Ralph,

ich freue mich sehr, dass du dieses Experiment so positiv aufgenommen hast und auch als solches erkannt hast. Tatsaechlich handelt es sich hierbei um eine Art Experiment, da ich keine Erfahrungen diesbezueglich habe. Ja, ich habe mich wirklich streng an seetycas Text gehalten und wenn man beide Texte ausdruckt und nebeneinander haelt, wird man das merken.

<<Ich glaube, hin und wieder gesp├╝rt zu haben, da├č Du manchmal am liebsten ausgeb├╝xt w├Ąrst, um den vorgezeichneten Weg zumindest zeitweilig zu verlassen. Manchmal scheint mir das sogar der Fall.>>


Ralph, das hast du sehr gut erkannt. Manchmal musste ich mich wirklich sehr zusammenreissen und wieder loeschen, was zu weit von der Vorlage abgewichen waere.


<<Und immer dann, wenn Du diszipliniert zur Vorgabe zur├╝ck finden mu├čt, gibt es einen leisen Bruch. Oder irre ich mich da?>>

Nein, du irrst dich nicht und ich hoffe, das gibt meiner Version einen eigenen Reiz.

<<Bin wirklich mal gespannt, wie andere Lupianer das sehen.>>


Ja, das bin auch.

Nochmals vielen Dank fuer deine sehr liebe und verstaendnisvolle Kritik!

Liebe Gruesse aus dem warmen Athen

Jasmin

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Jasmin

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Ralph Ronneberger
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Hallo Jasmin,

>>Nochmals vielen Dank fuer deine sehr liebe und verstaendnisvolle Kritik!<<

Ach ja, verst├Ąndnisvoll zu sein ist eine meiner wenigen St├Ąrken und eine meiner vielen Schw├Ąchen - vielleicht die Gr├Â├čte. ;-)

Einen n├Ąchtlichen Gru├č aus dem verschlafenem Spreewald
Ralph

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seetyca
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wow! ich kann mir wohl etwas auf eyne solche reaktion von dir einbilden, was? ich finde das experiment ganz toll, 10 punkte, jazz!
aber hat ralph nicht recht, willtu nicht doch manchmal ausb├╝chsen? willt etwas anderes?

eyne stelle im text verstehe ich nicht. du schreibst:

quote:
und da k├╝sst du meinen fu├č, immer wieder, so leidenschaftlich, wie ich es noch nie bei jemandem gesp├╝rt habe. au├čer bei mir.

m├╝sste es da nicht ausser mit/bey dir heissen?

egal, toller text jedenfalls. ich bin deyn fan.

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Jasmin
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kann mir wohl etwas auf eyne solche reaktion von dir einbilden

Lieber seetyca,

erstmal vielen Dank fuer die 10 Punkte, du weisst ja wie wichtig sie fuer mich sind, vor allem von dir.
Ja, du kannst dir in der Tat etwas auf meine Reaktion einbilden...

Nun, was das "Ausbuechsen" betrifft, muss ich sagen, dass ich allgemein jemand bin, der sich schlecht anpasst. Eigentlich uebernehme ich immer gerne die Regie...
Vielleicht schreibe ich nochmal einen Fugatext, diesmal aber freestyle ohne die Vorlage, bzw nur aus der Erinnerung heraus.

Zu der unverstaendlichen Stelle: Da habe ich mich wirklich ungeschickt ausgedrueckt. Ich wollte sagen, dass die Ich-Erzaehlerin solche Leidenschaft nur von sich kennt, i.e. dass sie genau so aussergewohnlich leidenschaftlich ist, wie der Held in der Geschichte.

Herzliche Gruesse

Jasmin

@ Ralph: Fast haette ich dich vergessen! Ich wollte dir noch sagen, dass es keine Schwaeche ist. Verstaendnisvoll zu sein ist in jeder Hinsicht eine Staerke, aber ich weiss schon, was du meinst.
__________________
Jasmin

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