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Leselupe.de > Ungereimtes
gerbung
Eingestellt am 15. 05. 2006 20:45


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noel
???
Registriert: Dec 2002

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gerbung

ich will weiches
leder um die waden
& uns
den bogen spannen
zur liebe
will dem tag entstehen
& spĂĽren
was andere nicht
sprechen
& hören
mit den augen
was andere nicht
zum schwingen bringen
wagen

uns ist jahrhunderte
schwer & staub
tanzt dennoch leicht im licht

ich will dich
mich
uns nicht wieder_holen mĂĽssen
gestern
morgen
heute
wer weiĂź schon
was gefĂĽhl diktiert

weiches leder will ich um die waden
wenn ich durch die weiten
der gezeiten
deinen namen laufe
um nicht gefällig
zu sein
__________________
© noel
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level) .


Version vom 15. 05. 2006 20:45

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Dominik Klama
???
Registriert: Nov 2008

Werke: 40
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Darf Lyrik denn ĂĽberhaupt alles?

Glaub ich nicht so ganz.

> „zur liebe / will ich dem tag entstehen / und spüren / was andere nicht sprechen“

Ich will DEM Tag entstehen? Ich? Nee. Ich will dem Text entstehen. Dem Meer entstehen. Dem Moos entstehen. Dem Mond entstehen. Dem Mus entstehen. Dem Mut entstehen. Dem Mann entstehen. Dem Butter entstehen.

> „wagen / uns / ist jahrhunderte / schwer und staub / tanzt dennoch leicht im licht.“

Genau. Seh ich mehr oder weniger auch so. Wagen uns ist Perioden kurz und Gas trinkt dennoch leis das Licht. Schaffen wir ist Monde lang und Mehltau springt uns auf ins Tief. Risk ihre ist du und ich tanzt ungescheut ins All hinab. Ja, ja, so ist das, voll d’accord.

> „wer weiß schon / was gefühl diktiert“

Feinsinnig erfasst. Denk ich jetzt nur mal, dass man manchmal meint, Gefühl würde einem diktieren, man hätte jemanden zu lieben... Und dann ist das gar nicht so. Man ist total frei und gar nicht diktiert. Stellt sich raus, man hat einfach wieder mal Haut an Haut erleben wollen.

> „...wenn ich durch die weiten / ... / deinen namen laufe / um nicht gefällig / zu sein.“

Hm, na ja, da trennen sich unsere Wege zum Schluss hin dann aber. Sie läuft durch die Weiten seinen Namen, während ich durch die Weiden ihren Wohnort fliege. Sie läuft, um nicht gefällig zu sein. Ich mach’s, um nicht zu fallen. Tu ich immer, wenn ich laufe in den Prielen und Gezeiten. Und gar nicht, wenn ich drüber wegfliege, da bleib ich oben. Sie ist nicht gefällig, servil, angepasst, ein-gängig, konventionell, konform und konformistisch. Ich aber bin das alles. Darum wird sie so feindselig belauert und mir wird nonstop und eigentlich fast schon zu viel applaudiert. Das ist eben der Unterschied.

__________________
14.11.2015 Forum Lupanum Threads Höhe Zeit Aufklärung Verteidiger: Es ist genug.

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noel
???
Registriert: Dec 2002

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die trennen sich nicht nUr zum schluss.
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© noel
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NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level) .

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

Werke: 209
Kommentare: 4053
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quote:
Darf Lyrik denn ĂĽberhaupt alles?

Lyrik muss! beim Wort genommen die Schleusen der Vorstellungskraft öffnen und ins Blut gehen. Dieses Gedicht tut es. Vorzüglich.








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Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Der Andere
Hobbydichter
Registriert: Mar 2009

Werke: 22
Kommentare: 158
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das beste gedicht, das ich hier seit sehr, sehr langem lesen durfte.
es ist grundsolide gearbeitet, setzt den eigenen stil noels fort, enthält tolle elemente(uns ist jahrhunderte//schwer und staub/tanzt dennoch im licht, oder: ich will dich//mich//uns nicht wieder_holen müssen, oder das ende, einfach großartig).

das einzige, was man eventuell überdenken könnte, wäre die erste strophe, sie erscheint mir als gerüst(als das ich es lese)zu lang, würde ein wenig streichen vielleicht.

& uns
den bogen spannen
zur liebe
will dem tag entstehen
& spĂĽren
was andere nicht
sprechen
& hören
mit den augen
was andere nicht
zum schwingen bringen
wagen

dieser teil ist mir fast zu viel, zumal manches altbekanntes nicht genug umgeformt wird. vielleicht könnte man hier etwas verdichten, um dem rest mehr raum zu geben.

nur eine ĂĽberlegung. wie gesagt: lange nicht mehr so gute lyrik hier gelesen.

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penelope
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
Darf Lyrik denn ĂĽberhaupt alles?

Glaub ich nicht so ganz.

brr... da kräuselt sich bei mir alles: wenn lyrik nicht alles durfte, wäre ihr sinn hinfällig...

und hier in diesem gedicht leuchtet wie immer die poetische kraft aus dem ungewohnten uns entgegen... ich will und darf kein wort zuviel sagen:

es bricht darin auf der keim mitten im dämmer
an dem es der einzige zuschauer seiner geburt

und im unzucht des windes seines todes ist -

ich verneige mich wie immer vor dieser kraftballung...

lg penelope

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