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Leselupe.de > Kurzgeschichten
geschichte aus dem Bergischen
Eingestellt am 10. 09. 2001 20:15


Autor
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Egbert
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

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G├Âre, du kommst mir hier nicht mehr ins Haus, und wenn ich deinen Vater erschie├čen mu├č!!!" Das waren die ersten Worte des Pflum, doch noch immer glaubte er sich in Sicherheit. Dies trog. Und zwar gewaltig. Noch am Abend setzt ihm der S├╝dwind heftig zu und verschlimmerte die Bl├Ąue des vorangegangenen Abends um das Vielfache, was ihn niederzudr├╝cken begann, bis er im Schlamm des Waldes auf allen Vieren nach Hause kriechen mu├čte, um nicht bei Sonnenaufgang die Messe zu verpassen. Das w├╝rde der Vater nie verzeihen, schon gar nicht Irmhild, die Dr├Âge, doch was blieb ihm andres ├╝brig, als sich auf seinen Verstand zu verlassen und die Geschichte, die sie ihm unterzuschieben trachteten strikt von sich zu weisen. Er hatte es nicht getan, wollte es nie tun und war sich sicher, eines Tages w├╝rde er daf├╝r Rache nehmen, an allen, ausnahmslos. Doch noch war die Zeit nicht reif, er noch immer Gefangener dieser Menschen, hier, so weit oben und abseits aller Vernunft, wie es ihm schien.

Wieder hallte es durch die leeren Gassen der D├Ârfchens, verschwinde, sieh zu, da├č du fort kommst, dein Name sei f├╝r immer verdammt, und mit dir dein ganzer Stamm. Doch der, dem sie galten, die bittÔÇÖren Worte, er war schon nicht mehr zugegen. Nicht mehr, schon lange Zeit nicht mehr, er war geflohen vor hunderten von Jahren, als sie ihm noch die Suppe ans Bett zu tragen wagten um ihn sterben zu sehen. Nein, das war es nicht, was alle wollten. Hatte man sich nicht immer eines Besseren besonnen? Wo waren all die Weisen, die kluge T├Âne von sich gaben und zur Vers├Âhnung aufriefen? Jetzt herrschte Eisesk├Ąlte auf dem Berg. Und im Wald wurde es immer d├╝sterer, kaum noch der Weg war zu sehen, er verlor sich in kleinen Schlingungen kurz vor den Augen des Zerbrochen am Boden sich Kr├╝mmenden. Kruhe die Blu auf dem Sandwarten sich in der Ein├Âde w├Ąlzten sind lang schon schund├╝berladen im kantigen Pfeil der verschissenen Br├╝hen im Kackloch der Einsamen Wunden und eitrigen L├Âcher im K├Ârper den Maden zum Opfer gefallen, die D├Ąrme pflatschen laut in die Stra├če und klatschen und furzen sich ihren verdammten Weg durch die H├Âlle der Berge. Nur der Tod steht bereit hier, f├╝hlt wohl die ganze Tr├╝be und schneidet das Fleisch der Geschundenen durch mit dem kalten Lachen des St├Ąrkeren und das Blut ├╝berschwemmt den Marktplatz der Stadt und schwillt an zu einem Strom des Gemetzels dort oben, erstickt alles in seinem Wege und schl├Ągt tot, wen es erwischt, mit brutaler Gewalt, zermatscht die Sch├Ądel der Schafe und saugt an den Hirnen von Rindern und Alten und Jungen, rei├čt die Herzen heraus, und unter den Hieben des Todes verwandelt sich alles zu blutigem, schleimigem Matsche. Da schreien blutige Fetzen Fleisch noch um Hilfe in den letzten Z├╝gen geklammert an die Reste ihrer Mitleichen. Stinkende Kotze ├╝berall an den Beinen, die K├Ârperlos herumliegen ├╝berall nur Blut und Schlamm gesplitterte Knochen und zerfetzte Augen und K├Âpfe. Es schreien die Kinder, doch niemand kann helfen, Freund Hein, er feiert sein Fest hier und keiner mehr f├Ąllt ihm in seine Arme. Sein Lachen schallt laut ├╝ber das Tal hinweg, durch das Dunkel auf den Feldern wird wild gepfl├╝gt mit dem Schwerte der Saat und der Kraft der Schw├Ąchsten nur noch sich fortzuschleppen hinter den Holzsto├č, nicht gesehen zu werden, der Sense zu entkommen, um dort zu krepieren wie ein Hund in einer Lache aus Dreck und Urin. Die Ackerfurche, frisch gezogen, tr├Ąnkt das frische, warme Blut, das aus allen nur denkbaren L├Âchern hervorquillt und tosend die ganze Natur hier verderblich in Tod und in Elend st├╝rzt. Nie mehr wieder wird jemand gesehen mehr an diesem Ort des entsetzlichen Grauens. Und niemand wird je mehr dort leben k├Ânnen, die Erde ist tot dort. Und der Wald, der einst Schutz bot ist v├Âllig verdorrt. Kein Baum mehr, der hier noch am Leben w├Ąre, kein Vogel mehr singt auf den Zweigen der L├Ąrchen, kein Hase mehr hoppelt hier ├╝ber die Wiesen, die gr├╝n sich und saftig an Bergh├Ąnge schmiegten. Nur Dunkel noch, steinig, eine W├╝ste aus Blut und Gebeinen.

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Breimann
???
Registriert: Dec 2000

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R├Ątsel

Diese d├╝stere, blutige Geschichte k├Ânnte, wenn sie denn seherischer, prophetischer - und mit anderen Worten - geschrieben worden w├Ąre, aus der Bibel, genauer, aus der Apokalypse entlehnt sein.
So aber bleibt sie r├Ątselhaft, sie gibt mir keinen erkennbaren Hintergrund, keine Beziehung, keine erkennbare Entwicklung, keine der aufgef├╝hrten Namen hat eine Wurzel. Es ist nur eine Beschreibung, die Grauen wecken kann.
War das die Absicht?
eduard

__________________
Ich schreibe - also bin ich.

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