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Leselupe.de > Kurzgeschichten
geschlagene Liebe
Eingestellt am 26. 03. 2007 16:14


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animus
???
Registriert: Mar 2006

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geschlagene Liebe
Kurzgeschichte zum Thema Liebe und Leid



,Wenn ich mich von ihm schlagen lasse, dann wird er wieder zÀrtlich zu mir sein.Ž
Denkt Laura laut, wĂ€hrend sie aus dem Fenster auf die FußgĂ€ngerzone runterschaut.
Schon lange hat er sie nicht mehr angefasst oder ihr ein liebes Wort gesagt.
Lange her, dass sie in seinen Armen eingeschlafen ist, nach dem er sie leidenschaftlich geliebt hatte.
Sie weiß, dass er trotz seiner Kraft ein zĂ€rtlicher Liebhaber ist, mit viel Fantasie und GefĂŒhl.
In diesen Augenblicken war sie immer sehr glĂŒcklich mit ihm.

Seit ein paar Wochen schenkt er ihr aber keine ZÀrtlichkeiten mehr. Jeden Tag kommt er spÀt Nachmittag nach Hause, setzt sich an den gedeckten Tisch,
schlĂ€gt seine Zeitung auf und isst. Er spricht nicht mit ihr und traut sich nicht in ihre Augen zu schauen. Beide sitzen sie am Tisch, er liest seine Zeitung und sie schaut in den Teller mit einem Kopf voller Fragen und WĂŒnschen, die unausgesprochen bleiben.
Wenn er mit dem Essen fertig ist, setzt er sich vor den Fernseher. Bis elf Uhr zappt er sich durch die Programme und geht dann ohne ein Wort zu sagen schlafen.

Laura sehnt sich so sehr nach einer Unterhaltung, einer BerĂŒhrung, nach dem kuscheligen Einschlafen an seiner Seite, wenn er ihren Körper liebevoll verwöhnt hat.
Sie schließt die Augen und stellt sich seine weichen Augen vor, die sie liebevoll anschauen, seine HĂ€nde, die wie aus Samt ĂŒber ihren Körper gleiten und seine Lippen, die jeden Zentimeter ihres Körpers berĂŒhren. Diese Augenblicke vermisst sie sehr.

In diesen schönen Gedanken verloren, schaut sie in die Menge auf der Straße und beobachtet die Menschen in ihren Gewohnheiten. Mit den Augen ĂŒber die Köpfe der Menschen hinweg gehend erkennt sie ihn plötzlich.
Geschickt zwĂ€ngt er sich zwischen den Menschen durch ohne sie anzurempeln. Er ist groß und stark, sie wĂŒrde ihn in jeder Menschenmenge sofort erkennen. Ihren Mann.
WĂ€hrend sie ihn mit ihren Blicken verfolgt, spĂŒrt sie, wie ihr Herz anfĂ€ngt schneller zu schlagen.
Sie mag es, ihn von weitem anzuschauen, wie geschmeidig er sich trotz seiner GrĂ¶ĂŸe in der Menschenmenge bewegt und sie freut sich auf ihn, verspĂŒrt aber gleichzeitig Angst.

Laura hatte heute kein Essen vorbereitet, stellte kein Bier in den KĂŒhlschrank. Die Tageszeitung
hat sie schon Vormittags in den Abfall geworfen. Den ganzen Tag hat sie sich drauf seelisch vorbereitet, ihn anders zu empfangen als sonst. Es fiel ihr nicht leicht aber sie sah keine andere Möglichkeit.
Sie stand auf und schaute sich nochmals sorgfÀltig im Wohnzimmer um.
Sie hörte bereits GerĂ€usche an der TĂŒr, als ihr die Fernbedienung des Fernsehers auffiel.
Schnell nahm sie das kleine KĂ€stchen und stopfte es zwischen die Polster des Sofas.
Anschließend lief sie zu ihrem Stuhl am Fenster und setzte sich hin mit dem RĂŒcken zur TĂŒr.
Nach ein paar Sekunden hörte sie wie die TĂŒr zur KĂŒche aufging und die Bodendielen unter seinen schweren Schritten knarrten.
Ihr Blick war auf die Straße gerichtet aber ihre Sinne konzentrierten sich voll auf das Geschehen hinter ihr. Sie hörte wie er stehen blieb. Es war still und sie spĂŒrte in ihrem Nacken, wie er sie musternd anschaute.
„Wo ist das Essen, Laura?:“ hörte sie ihn im Hintergrund.
„Wo ist meine Zeitung?“ war seine zweite kurze Frage.

Laura rĂŒhrte sich nicht von der Stelle. Sie schaute nicht mal auf.
Sie hörte seinen schweren Atem. Er atmete langsam ein und aus und sie stellte sich sein Gesicht vor. Es hatte bestimmt schon strenge ZĂŒge angenommen und wurde allmĂ€hlich rot.
Sie kannte die Verwandlung in seinem Gesicht, wenn er zornig wurde.
Sie hatte es noch im GedÀchtnis.

„Bekomme ich endlich eine Antwort?“ hörte Laura seine strenge Stimme.

“Lass mich in Ruhe und mach dir selbst was zum Essen“ sagte sie mit leicht zitternder Stimme.
Er sollte nicht merken, wie groß ihre Angst ist.
„Ich hatte heute keine Lust mich um dein Essen, Zeitung und Bier zu kĂŒmmern“: sagte sie und schaute
immer noch aus dem Fester. Es gab da nichts Interessantes zu sehen aber sie hatte Angst in seine Augen zu schauen.

"Bist du schon wieder schlampig, Laura?
Warum machst du das schon wieder, verdammt noch mal.
Du weißt ganz genau, dass ich es nicht ausstehen kann, wenn du dich so respektlos benimmst
Laura, musst du es wieder soweit kommen lassen. Warum provozierst du mich, dass ich nicht anders kann, als......Du benimmst dich wie die letzte Schlampe. Ich hatte recht als ich mich weigerte dich zu schwĂ€ngern. Ein armes Kind wĂ€re es geworden. Fickt dich selbst, Laura.“

Laura hörte auf zu zittern. Sie konzentrierte sich voll auf die nÀchsten Minuten, wenn nicht Sekunden, denn es konnte nicht mehr lange dauern, bis bei ihm der Faden riss.
Voll angespannt hörte sie wie er am Tisch vorbei ging und dabei einen oder zwei StĂŒhle umwarf. Sie hörte, wie sie mit Gepolter umkippten. Seine schwere Schritte verstummten hinter ihr.
Sie schloss ihre Augen und wartete. Jetzt war nur sein schwerer Atem zu hören.
Direkt in ihrem Nacken.
„Du willst es nicht anders“: hörte Laura ihn leise hinter sich.

Ein krĂ€ftiger Schlag, der sie im RĂŒcken traf, warf sie auf den Boden, so dass sie ihm jetzt ins Gesicht sehen konnte. Es war rot und angeschwollen, seine Augen sahen sie kalt und fremd an.
Der zweite Schlag erreichte sie im Liegen.
Seine große Faust traf sie mitten ins Gesicht, ihr Kopf schlug gegen den Boden.
Benommen kroch sie auf allen vieren in eine Ecke und rollte sich wie eine Katze zusammen.
Er ging ihr langsam nach und als er in ihrer NĂ€he war, trat er auf sie ein. Sie spĂŒrte seine Schuhe auf dem ganzen Körper. Wie von Sinnen trat er auf sie ein. Sie rollte sich noch mehr zusammen, machte sich ganz klein und spannte ihre Muskeln an.

Jeder Tritt brannte Wunden in ihre Seele und verursachte ihr große Schmerzen.
Mit jedem Tritt war sie ihrem Ziel nĂ€her. Das Bild von seinen ZĂ€rtlichkeiten, seinen HĂ€nden, die sie sanft streichelten, seinen Lippen, die sie am ganzen Körper berĂŒhrten, wurde immer deutlicher vor ihren Augen.
Lauras ganzer Körper brannte wie Feuer, aber rotzdem spĂŒrte sie jetzt schon die WĂ€rme in sich, wenn er langsam in sie eindrang und sie leidenschaftlich liebte.
Er trat noch ein paar Mal auf sie ein, aber sie merkte, dass seine Tritte schwÀcher wurden. Noch eine Weile musste sie die Schmerzen ertragen und dann war sie in ein paar Tagen, die sie brauchte um sich zu erholen, an ihrem Ziel angekommen.
‚Er wird mich wieder lieben.’ denkt Laura in ihren Schmerzen.




[©animus]
__________________
Die alten TrÀume waren gute TrÀume.
Sie gingen nicht in ErfĂŒllung, aber
ich bin froh sie gehabt zu haben.

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