Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92250
Momentan online:
128 Gäste und 5 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
herbstgefühl
Eingestellt am 24. 09. 2002 14:00


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
Kommentare: 3340
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

es regnete tag und nacht.
die blätter fielen zuhaufe, abgerissen von
schweren tropfen und hagel. ein wolken-
heer in grauem rüstzeug zog über das
land. in der nacht donnerten und blitzen
seine geschütze in einer fernen, unwirk-
lichen schlacht.
am morgen bließ ein heftiger wind. viele
blätter waren gefallen und leuchteten rot
und gelb in der sonne. immer wieder
lösten sich neue und tanzten gen boden.
dem herbstwind gefiel das spiel, und er
rief die sonne: „komme hervor und lasse
die erde leuchten!“ und die strahlen der
sonne brachen durch die wolken und
fielen auf das nasse laub. das war eine
farbenpracht! darunter der alltag der
menschen und die hektik der stadt in
gleichgültigem grau. und der wind rief
auch die menschen, aber nur wenige
hatten gefallen an dem spiel. der wind
war wie ein kind, und auch die sonne
vergaß ihren mütterlichen ernst. die zwei
scherzten – ei! – ein hut machte sich davon,
papierbällchen strauchelten über das
pflaster, blätter tanzten ringelrei, bis sie
schließlich irgendwo klebenblieben:
unter dem schuhabsatz eines passanten,
in einer pfütze, zertreten, verrottend.
dieses spiel wiederholt sich jedes jahr,
jedes jahr dieselben zeichen der vergäng-
lichkeit – im rhythmus eines schlagenden
weltherzens. das leben ist kurz. nur kurz
wirbelt das blatt durch die luft, um dann
eins zu werden mit der erde. und macht
sie fruchtbar.



(1985)
__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

Werke: 3
Kommentare: 2501
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Schakim eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Mottenkiste?

Hey, margot, bist Du zur Zeit am Wühlen in der Mottenkiste? Hast Du noch mehr so gute Sachen auf Lager, bevor sie ganz zugestaubt worden sind? Wäre tatsächlich schade um Deinen "Gedankensalat", der isst sich nämlich mit grossem Appetit!
Schakim

Bearbeiten/Löschen    


Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
Kommentare: 8220
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Guten Abend Margot, :-)

erste Zeile, meinst nicht, ein "lang" am Ende derer?
So liest es sich, als würde es ein Tag und eine Nacht vom Himmel regnen.
Egal.
"unwirklichen"Schlacht. Hm..
Wieso erklärst Du dem Leser, das es "unwirklich" war?
"Am Morgen DANACH" (meinst Du, das passt?)
Die Blätter waren aber doch schon Anfangs "abgefallen" von den schweren Tropfen?

Habe nun zu Ende gelesen und frage mich, ob dies hier gewollt, eine Persiflage ist?
Ok, es ist Dein persönlicher Ausdruck des Herbstes.
Aber schade, das Du so abkamst. Denn das mit dem "Wolkenheer" und der Schlacht, dem "gefallen"..
das hörte sich sehr interessant an.

Wünsche Dir noch schöne Herbsttag
ganz liebe Grüße :-)
Stoffel

Bearbeiten/Löschen    


margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
Kommentare: 3340
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

stoffelchen - es regnete tag und nacht - das ist
eine übliche redewendung, oder? es regnete einen
tag und eine nacht - dürfte auch zu keinem mißver-
ständnis führen. für mich klang diese "himmelsschlacht"
unwirklich. es fand ja auch keine wirkliche schlacht
statt. die entstand in meinem kopf - wie das wolkenheer
in grauem rüstzeug. das sind allegorien als ausdruck
meiner phantasie.
deine letzte anmerkung - die herabfallenden blätter
betreffend - habe ich nicht kapiert.

dir auch schöne herbsttage
ralph
__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

Bearbeiten/Löschen    


Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
Kommentare: 8220
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hi Margott,

vergiss das mit den "Blättern".
Habe es noch einmal gelesen und dieser Punkt kann gestrichen werden.:-)

Alles andere ist wohl Empfindungssache und jeder empfindet nun mal ..gottseidank..verschieden.:-)

bis bald
wünsche Dir einen schönen Tag
Stoffel

Bearbeiten/Löschen    


margot
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 298
Kommentare: 3340
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

selbst ich - in persona - empfinde immer wieder
alles verschieden - je nach laune, stimmung, ort
und zeit. darum will ich mich bei meinen gedichten
und meiner prosa stilmäßig nie festlegen. die stimmung
sucht sich ihren stil.

__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Gereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!