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Leselupe.de > Kurzprosa
hexe
Eingestellt am 30. 07. 2001 09:35


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flammarion
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Woher das Wort „Hexe“ wirklich stammt

Bei den Menschen gehen Wissensdurst und Unverstand Hand in Hand. Das sieht man schon bei den Babys: alles nehmen sie zur nÀheren Erkundung in den Mund und spÀter, als Kleinkinder, stecken sie ihre Fingerchen in jedes noch so kleines Loch, und wenn es die Steckdose ist.
Im Jahre 2354 wurden Zeitreisen endlich RealitĂ€t und ein Forscherteam beschloß, eine junge Frau namens Oksana in das Jahr der Geburt Christi zu schicken, damit einfĂŒrallemal geklĂ€rt wird, ob Jesus nun Gottes Sohn ist oder nicht. Sie kam auch glĂŒcklich in Jesu Geburtsort an. Leider war sie nicht ganz genauso gekleidet wie damals ĂŒblich, ihr Gewand war viel zu fein. Flugs ließ sie es sich in etwas Gröberes verwandeln. Das bemerkte ein kleiner Junge, aber glĂŒcklicherweise glaubte ihm niemand, so blieb die unvorsichtige Oksana unbehelligt.
Wegen der anstehenden VolkszĂ€hlung machte sie sich keine Sorgen, sie wĂŒrde einfach nicht hingehen, zu den Nachbarn aber sagen, sie wĂ€re hingegangen. Dank des Universal-Translaters war die VerstĂ€ndigung leicht.
NatĂŒrlich konnte Oksana viel Elend auf den Straßen erblicken. Es ist verblĂŒffend, mit wie wenig ein Mensch auskommen kann, solange er gesund ist. Aber bald packen ihn die Entbehrungskrankheiten und das Durchschnittsalter pegelt sich auf 30 Jahre oder weniger ein. Oksana hatte Mitleid mit den armen Menschen. Oft replizierte sie Speisen fĂŒr die Hungernden und manchmal blieb dies den scharfen Augen der Bettler nicht verborgen. (Der Replikator wurde ihr mitgegeben, damit sie ihre kostbare Zeit nicht mit dem damals ĂŒblichen Broterwerb vergeuden muß.)
Sie wurde den Leuten unheimlich mit ihrer scheppernden Stimme und ihrer stĂ€ndigen Heimlichtuerei. HĂ€tten die Leute nicht so viel Angst, wĂ€ren sie schon viel frĂŒher auf sie eingedrungen. Oksana verstĂ€ndigte sich per Laptop (der ist 2354 kaum grĂ¶ĂŸer als eine Streichholzschachtel) mit ihrem Team, was sie denn nun machen soll, sie hat doch nur helfen wollen und jetzt wird sie angefeindet! Sie wurde sofort zurĂŒckgeholt.
In jenem Ort aber ging seitdem die Sage von dieser unheimlichen Frau, die wie ein sanfter Donner sprach, oft mit einem sonderbaren, unnatĂŒrlich geformten Kristall redete, in welchem sie augenscheinlich ihren GesprĂ€chspartner sehen konnte, und heilkrĂ€ftige Speisen herbeizaubern konnte. Bald entfernte der Volksmund das weibliche „a“ am Ende ihres Namens, um ihre Absonderlichkeit auch auf diese Weise kenntlich zu machen, der Kristall wurde nicht mehr so ausfĂŒhrlich beschrieben und den guten Taten wurden auch böse hinzugefĂŒgt. Das begann mit der wundersamen Bestrafung von ÜbeltĂ€tern und endete damit, daß „die Hexe“ – soweit ist „Oxana“ im Laufe der Jahrhunderte verĂ€ndert worden – auch harmlosen BĂŒrgern Übles antat.
Was also kam dabei heraus, wissen zu wollen, ob Jesus wirklich Gottes Sohn ist? Es kam heraus, daß es Hexen gibt, zu deren Ausstattung geheimnisvolle Kristalle gehören!

__________________
Old Icke

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Renee Hawk
???
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Hallo flammarion,

wieder ein schön erzÀhlte Geschichte. Es stimmt schon, es ist nicht immer von Vorteil Geheimnisse aufdecken zu wollen.

liebe GrĂŒĂŸe
ReneĂš

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flammarion
Foren-Redakteur
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oh,

vielen dank, liebe renee. ja, meine erziehungsberechtigte sagte damals immer "Neujier macht ne spitze Neese un n dicken Bauch". in der pubertÀt verstand ich endlich, was sie damit meinte, obwohl sie es mir auf fast alle fragen erwiderte. lg
__________________
Old Icke

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Willi Corsten
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Liebe oldicke,
eine unterhaltsame EinfĂŒhrung in das Wort ‘Hexe‘.
Ein GlĂŒck, dass du den Text erst in dieser Zeit geschrieben hast, sonst wĂ€re er als ‘Teufelswerk der AufklĂ€rung‘ damals auf dem Scheiterhaufen gelandet.
Liebe GrĂŒĂŸe
Willi

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leonie
Guest
Registriert: Not Yet

hallo oldicke

eine schön erzĂ€hlte geschichte. was wĂŒrden wir wohl sagen wenn jemand mit kristallen spricht und nahrung herbeizaubert? wir leben ja angeblich in einem sehr aufgeklĂ€rtem zeitalter. na in hundert jahren hieße es vielleicht außerirdische will menschheit verfĂŒhre oder so Ă€hnlich. hat mir sehr gefallen.
ganz liebe grĂŒĂŸe leonie

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flammarion
Foren-Redakteur
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hallo,

ihr lieben, vielen dank fĂŒr euren zuspruch. ja, liebe leonie, die menschen, die vor 2000 jahren lebten, wĂŒrden sehr vieles in unserem leben fĂŒr sonderbare kristalle halten!
ja, aber schneller, als ich hilfe schreien könnte, wÀre ich auf dem scheiterhaufen gelandet, wenn ich etwas von zeitreisen erwÀhnt hÀtte!
ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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