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Leselupe.de > Ungereimtes
hier ist immer sonntag
Eingestellt am 25. 01. 2010 14:26


Autor
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Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

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hier ist immer sonntag


hier ist daheim, unterm giebel
des kopfes, immer die heimkehr ins leere
haus, die lampe ├╝berm k├╝chentisch tr├╝b
auch die tage vorm fenster, von ├Ąsten
greiser b├Ąume gepeitscht, auf denen
schwarzv├Âgel wache halten,
warten, bis das haupt sich senkt.

und immer wieder gedanken an die,
die mit am tisch sa├čen, die h├Ąnde falteten
zum gebet unterm kruzifix.
ich trage den braten auf und teile ihn,
inhaliere den sonntagmittagsgeruch.
der hund freut sich auf die reste.

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
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Hallo Perry,

Die erste Strophe ist wirklich gut, vor allem wegen der raffinierten Zeilenumbr├╝che und sch├Âner Sprachbildungen.

Die zweite Strophe bietet beides nicht. Da k├Ânnte man sicher noch mehr rausholen.

Ich w├╝rde

quote:
wie die tage vorm fenster, von ├Ąsten

schreiben, sonst k├Ânnte man sich in der Zeile davor ├╝ber ein Komma am Ende streiten

lG

Herbert
__________________
┬ę herberth - all rights reserved

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w├╝stenrose
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2010

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geteilter Braten, geteiltes Leben

dieses Gedicht besch├Ąftigt mich sehr.
Herbert, du schreibst, in der zweiten Strophe ist die Raffinesse der ersten Strophe nicht mehr anzutreffen und du empfindest dies als Mangel.
Ich verstehe das Gedicht so: Die beschriebene Szene in der zweiten Strophe ist komplett allt├Ąglich und banal. Ebenso schlicht ist die Sprache. Was hier verloren ging, ist nichts Gro├čartiges und Schillerndes, sondern gelebter Alltag. Menschen werden uns vertraut, wir gew├Âhnen uns an sie, eines Tages kehren wir in ein Haus zur├╝ck und sie sind nicht mehr da.
Da hat einer was mit anderen geteilt: einen Braten. Ein Haus. Ein Leben. Und das ist nicht mehr.
Der Verlust erschlie├čt sich ├╝ber die Schlichtheit des Bildes.

LG w├╝stenrose

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Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

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Hallo Herbert,
ja die zweite Strophe ist lyrisch "schlichter" gestaltet, ich ├╝berarbeite sie gerade, aber gute Enjambements fallen nun mal nicht Himmel (l├Ąchel). Die Endfassung wird, wie meist bei mir, keine Satzzeichen mehr enthalten, um die mehrdeutige Lesbarkeit zu unterst├╝tzen.
Danke f├╝r deine Sicht und die Anregung (Wie-Vergleiche m├Âchte ich so wenig wie m├Âglich verwenden).
LG
Perry

Hallo W├╝stenrose,
ich bem├╝he mich meist eine "schlichte" Sprache zu verwenden, H├Âhen und Tiefen sollen m├Âglichst im Kopf des Lesers entstehen.
Danke und LG
Manfred

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