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Leselupe.de > Science Fiction
hildegard unter der weltraumdusche
Eingestellt am 05. 04. 2002 14:44


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margot
???
Registriert: Mar 2002

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hildegard unter der weltraumdusche

hildegard g├Ąhnte und betrachtete den fixsternhimmel.
obwohl der raumgleiter mit 20 prozent lichtgeschwin-
digkeit durch das vakuum fetzte, blieb das bild des
nachthimmels gleich. ewig gleich. auf dem bildschirm
flimmerte eine alte sciencefiction-marotte: ÔÇ×das f├╝nfte
elementÔÇť mit bruce willis. aus dem vorletzten jahrhundert.
hildegard liebte diese klassiker ÔÇô vor allem aber bruce
willis. so eine raumreise ist schei├člang, dachte hilde-
gard bei sich und schl├╝rfte von dem pina colada, der
auf der ablage neben ihrem pilotensitz stand.
auch ihre 2 t├Âchter kamen ihr in den sinn, f├╝r deren
zukunft sie diese langweilige plaquerei auf sich nahm.
w├Ąhrend f├╝r hildegard nur wenige stunden auf ihrer reise
vergingen, verstrichen zuhause tage, manchmal ganze wochen.
wenn ich mit diesem job weitermache, reflektierte hildegard
halb am├╝siert, halb melancholisch, werden meine t├Âchter
├Ąlter sein als ich - und dann k├Ânnen sie mich finanzieren
- verdammt, ich liebe euch!

als hildegard sich nach geraumer zeit weltvergessen ihre augen rieb,
blinkte pl├Âtzlich auf ihrem bildschirm der schriftzug. ÔÇ×meteoritenalarm!ÔÇť
auf. augenblicklich war sie hellwach. aus den weiten des raums be-
wegte sich ein nebel auf sie zu. sofort war ihr klar, dass sie nicht
ausweichen konnte. statistisch gesehen war sie in diesem mo-
ment zu 90 prozent tod.
der meteoritenschwarm erwischte den gleiter frontal, und
der gravitationsschild , der die silbrige au├čenh├╝lle un-
sichtbar umgab, sch├Ąumte in wildem funkenhagel wei├č auf.
von der glei├čenden lichtflut geblendet, verdeckte hildegard
mit dem unterarm sch├╝tzend ihre augen. sie sp├╝rte keine
vibrationen im innern. es war, als w├╝rde sie durch butter
fliegen. aber ein zu fetter brocken w├╝rde den schutz-
schild wie eine ├╝berdimensionale gewehrkugel durchschlagen.
vergangenheit, gegenwart und zukunftsvorstellung gefroren in
hildegard augenblicklich zu purer ├╝berlebensangst. der speichel
rann ihr aus den mundwinkeln. das kopfkino tillte. hildegard schrie.
sie klammerte sich an die statistischen 10 prozent und presste
ihre schenkel zusammen. ein klarer gedanke war unm├Âglich.
der raumanzug absorbierte die austretenden k├Ârperfl├╝ssig-
keiten. komischerweise dachte sie kurz vor der ohnmacht,
wie sie ihren t├Âchtern von ihrem erlebnis erz├Ąhlen w├╝rde:
ÔÇ×als ich einen meteoriten k├╝sste ...ÔÇť

der spuk war so schnell vorbei, wie er gekommen war.
hildegard und ihr raumgleiter hatten die seltene attacke unbe-
schadet ├╝berstanden. das ewige fixsternbild lag wieder
stoisch im blickfeld. aber ja, ich liebe euch wirklich, dachte
hildegard wieder bei sich und l├Âste die gurte ihres sitzes. ihr werdet
mir das jetzt doch g├Ânnen. sie grinste, w├Ąhrend sie auf die
toilette wankte. der raumanzug rutschte von ihr herab, bleischwer
und verkr├╝melte sich zu ihren f├╝├čen zu einem faltengew├╝rm.
hildegard registrierte diese bilder mit nie gef├╝hlter intensivit├Ąt.
sie stellte die brause an. der wasserschauer erfasste ihren nackten
leib mit wohliger w├Ąrme. schei├če, dachte sie, w├Ąhrend sie
sich abseifte, bruce, du w├Ąrest mein traummann gewesen
...



__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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jon
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