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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
hoffnung
Eingestellt am 06. 03. 2005 22:38


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ganji
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2005

Werke: 56
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hoffnung

hoffnung

wenn das licht des tages verschwindet
wenn die nacht inne hält
und wenn die uhr der zeit stehen bleibt
verschwindet in der tiefe des abgrunds
in der schwärze der eisigen nacht
die sterne ihre lichter ausmachen.
und ich wach im bett liege

sehe ich eine blume stolz und in schönster
farbenpracht

es gibt eine zeit des verlanges
es gibt eine zeit der sehnsucht
der liebe
des vergessens
eine zeit des todes

und manchmal stirbt jeden tag ein stückchen mehr meiner seele,
meines herzen

wenn am ende meines traumes die blume ihren kopf
zum sterben neigt
zeit der hoffnung

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2247
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Hallo, ganji,

Willkommen in der Leselupe und danke für den Beitrag.

Wenn ich es richtig interpretiere, beschreibst du ein Paradoxon: Die Person des Gedichtes liegt scheinbar wach im Bett, in Wahrheit aber träumt sie.

"es gibt eine zeit des verlanges
es gibt eine zeit der sehnsucht
der liebe
des vergessens
eine zeit des todes"

Hier klingen uralte Verse an, das Hohelied Salomon. Viele haben es verarbeitet, Peete Seeger: "Turn, turn, turn" (bekannt von den Byrds), Ulrich Plenzdorfs Film: Die Legende von Paul und Paula ("Wenn der Mensch lange Zeit lebt", Pudhys)

Du verarbeitest es in einer eigenen poetischen Weise (vielleicht unbewusst, denn die Verse haben eine eigene innere Logik.)

Hier als Zitat die Bibelstelle:
Hier klicken

"Die Prediger
Salomo
Kapitel 3

Alles hat seine Zeit

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.
Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon."

In Deinem Gedicht bleibt ebenfalls kein Gewinn, aber die Hoffnung.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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nikita
Guest
Registriert: Not Yet

Re: hoffnung

hihihihi

hast du also aus der bibel "geklaut"
hätte ich ja nie gedacht
das sowas auch mal positive ergebnisse bringt

viel spass noch ...

und hoffentlich noch viele, viele interessante texte

ciao

nikita

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2247
Kommentare: 11064
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Hallo, nikita,
geklaut ist es eigentlich nicht. Der Gedanke ist alt und liegt in der Luft und es ist eine eigene Verarbeitung. Ich habe auch weitere Quellen angegeben, die sich mit einem Teil des Themas befassen. Sind alles eigenständige Kunstwerke.

Viele Grüße von Bernd.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

Werke: 1
Kommentare: 875
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hallo nikita,

der text macht nachdenklich und der bezug auf die
bibel, auf gryphius u.a. , macht ihn eher stärker.
es ist völlig legitim und oft ein gewinn für einen text,
wenn er metaphern und bilder tradiert, die bekannt sind.


meint

montgelas

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10341
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Hallo ganji,

Dein Text lädt mit seinen Bildern zum Verweilen ein.

In der ersten Strophe wird beschrieben, wie das Lyri in etwas Zeitloses, Ewiges eintaucht.
Später, wenn es wieder in unsere Zeitdimensionen eintritt hat es von dort etwas mitnehmen können, die Hoffnung.

Mit dieser Hoffnung kann es dann alle Prüfungen bestehen, die als Zeitliches festgelegt sind.

So lese ich Deinen Text, aber ich denke, da gibt es mehrere Lesarten.

Liebe Grüße von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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