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Leselupe.de > Gereimtes
ich wußte nicht
Eingestellt am 14. 09. 2001 18:49


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rapunzel
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2001

Werke: 8
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ich wußte nicht
daß du worte brauchst


war nicht alles
so einfach
so eindeutig
so offenbar und richtig?

bloß ungesagt


ich wußte nicht
daß ich worte brauche


nun füllt sich
die stille mit leere
füllt sich bis zum rand mit leere
füllt sich mit nichts
bis sie überquillt
bis die angst weicht
weil sie keinen platz
mehr findet


mein schweigen ist heilsam
doch unheilbar

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soleil
Häufig gelesener Autor
Registriert: May 2001

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worte brauchen

Salut Rapunzel,

das sind sehr interessante Zeilen. Mit diesem Thema "Worte brauchen" beschäftige ich mich seit längerem ohne es richtig umsetzen zu können. Vermutlich beschäftigt mich zusehr die Frage: "Warum brauche ich Worte, wenn ich doch die nonverbale Sprache eines Menschen verstehe?"

Dein Gedicht gefällt mir.

Gruß
Soleil

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rapunzel
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2001

Werke: 8
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hallo soleil!

warum wir worte brauchen? hm. worte geben sicherheit. worte können heilen und verletzen. trösten und schmerzen. aufbauen und zerstören.
kommunikation - verbale und nonverbale - ist überlebenswichtig.
zur zeit karl des großen wurde auf dessen auftrag hin ein experiment mit säuglingen durchgeführt, wobei jene ohne verbalen kontakt zu ihren müttern aufwachsen sollten. man wollte beobachten, wie und ob sich deren sprachfähigkeiten entwickeln. die kinder wurden nicht gehätschelt, nicht besungen, nicht mit worten getröstet. keines überlebte das experiment, obwohl sie gefüttert, gewickelt und körperlich wohl versorgt wurden...

davon mal abgesehen, gespräche klären mißverständnisse... natürlich können sie aber auch selbige erzeugen. genau so ist es mit den nonverbalen zeichen, die du zu verstehen glaubst, was ich von mir nicht unbedingt behaupten kann.
so weiß ich beispielsweise nicht einmal genau, was ich selbst für unbewußte signale von mir gebe, wenn ich mich mit anderen unterhalte. vielleicht achtet man zu wenig auf gestik und mimik seines gegenübers sowie auf sein eigenes verhalten.
das ganze hat zwei seiten: häufig wird auf worte zuviel wert gelegt, andererseits gebrauchen wir sie oft unachtsam und unvorsichtig.

ich glaube, man definiert sich selbst durch gespräche mit anderen, beziehungen bauen vor allem auf gespräche auf. doch manchmal ängstigen mich worte. etwas einmal ausgesprochenes ist nicht mehr rückgängig zu machen, worte sind oft zu definitiv und doch meist ungenau... es ist schwierig, sich selbst verständlich auszudrücken, seine gedanken "verbal" umzusetzen.

naja, deshalb schreibe ich lieber. die worte fließen leichter in meine hände als in meinen mund :-)
ich bin ziemlich verschlossen, was meine gedankenwelt angeht, damit hab ich mir allerdings schon ziemliche probleme eingehandelt. denn zu glauben, dein gegenüber verstünde alle deine wünsche, deine gefühle oder sorgen allein aus dem blick in deine augen, ist eine romantische vorstellung, aber keineswegs realistisch.
in gewissen momenten sollte man ganz einfach den mund aufmachen. ein tiefes, ehrliches gespräch kann wunder wirken, und erst dadurch lernt man die menschen wirklich kennen, soweit das möglich ist.
wobei die "nonverbale sprache" natürlich eine sehr wichtige rolle spielt, damit hast du sicherlich völlig recht.

naja :-), jetzt hab ich schon wieder fast einen roman geschrieben. soviel zum thema "unvorsichtiges gebrauchen von worten" ;-)

ganz lieb grüßt:
rapunzel

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