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Leselupe.de > Gereimtes
immer wieder gern gesehen: das meisterwerk eines freundes
Eingestellt am 20. 05. 2002 02:12


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paula pink
Hobbydichter
Registriert: Apr 2002

Werke: 8
Kommentare: 3
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Die Unsterbliche Karriere des Herrn Anzugmann

//: Warten – Worauf? Was verlie├č man?
Was war┬┤s worauf man stie├č dann?
Ungewi├čheit voller Neuheit,
interessant doch birgt┬┤s Beklemmtheit.

Aus den Dingen auferstanden
die vollst├Ąndig schon vorhanden
doch nicht ebenso verstanden
sich in vielen Schicksalsbanden
zu der Lebensleiter wanden
die betreten man bevor
man einen Laut durchs eig┬┤ne Ohr
von anderen zu Klang gebracht
f├╝r sich zu einem Sinn erdacht.
Nur Bilder sind┬┤s. Die Welt erfahren,
wird mancher erst nach vielen Jahren.

Ein Anderer sieht keine Welt,
er scheint im Umfeld abgestellt.
Doch solche Leute aufgebaut
in Jobs hinein die ausgeschaut
ja ausgedacht f├╝r sie, erschaffen,
sind Zirkusakt f├╝r Anzugaffen
die stets rivalisch ├Ąngstlich starren,
auf Schw├Ąche ihrer Gegner harren,
um Psychomob, Intrigenschwert
zu schwingen f├╝r finalen Wert.
Erfolg! Erfolg der F├╝hrungsklasse.
Mensch pass├ę? Es stimmt die Kasse!

Die Seele nun dem Geld verschrieben,
wird dieser Mensch von Angst getrieben.
Jemand k├Ânnt den Reichtum stehlen,
dem neuen Held das Los verhehlen
sich einzukaufen ins Gesch├Ąft:
Er s├Ągt im Geist am Stuhl des Chefs,
tr├Ąumt heimlich von Majorit├Ąten
und neuen Faxkopierger├Ąten,
die er sofort zur rechten Zeit
h├Ątt┬┤ eingesetzt mit Sicherheit
um frohe Kunde den Kollegen,
nein – Marionetten darzulegen,
da├č er jetzt endlich, welches Gl├╝ck,
vom Kuchen hat das gr├Â├čte St├╝ck.

Erwacht, der Anzugmann beim Chef,
kann lesen ein Fax ans Gesch├Ąft.
Sieh┬┤ da, oh Schreck ein Gro├čkonzern
will kaufen uns sofort so gern:
„Und tust du┬┤s nicht, glaub mir mein Freund
ist euer Alptraum angetr├Ąumt.
Wartet nicht sehr lange Zeit
R├╝cklagen sind Vergangenheit.
sie schwinden, weil die Auftragslage
nicht g├╝nstig sein wird dieser Tage,
die wir┬┤s einfach brauchen lassen
um Vertr├Ąge zu verfassen
die am Ende flehend ihr
werdet unterzeichnen mir.
F├╝r ein Taschengeld gekauft,
weshalb ihr eure Haare rauft.
Die K├Âpfe sind seit Jahren kahl,
man rauft ja nicht das erste Mal,
und nicht das letzte Mal bestimmt
weil┬┤s immer was im Leben nimmt.“

Da er┬┤s als erster lesen kann,
denkt sich besagter Anzugmann:
„ Nur Warten im rechten Moment
kauf┬┤ ich Prozentsatz der noch trennt
mich von der Majorit├Ąt von allen,
dann w├╝rden manche Schwellen fallen!
Endlich h├Ârte mir jemand zu,
verantwortungsvoll, mit dem Kanzler per Du.
Reichtum, Einflu├č, Wohlstand, Macht.
in einem Jahr zum Gott gemacht
aus eignem Willen eigner Kraft.“
Der Anzugmann hat┬┤s echt geschafft,
hat Aktienmehrheit sich errafft.

Nun gut das Jahr war mal vorbei,
dem Chefdeck schien es einerlei,
da├č innerhalb der letzten Wochen
der Geldflu├č st├Ąndig unterbrochen.
Man schob┬┤s auf┬┤s Wetter, auf den Osten,
auf unvorhergeseh┬┤ne Kosten.
Wahrscheinlich also war┬┤s kein Wunder,
da├č pl├Âtzlich wertlos all der Plunder,
stand da gepf├Ąndet per Regre├č,
weil┬┤s Firmenkapital im Stre├č
den Material- und Arbeitspreis
nicht tragen konnte, man entgleist.

„Nun Herr Sperrmajorit├Ąt,
sag mir wie es heute geht!“
so des Faxens Grusseszeile
auf Anzugmanns Tisch schon ┬┤ne Weile
bedeutungsschwanger liegt bereit,
um zu beenden dessen Zeit.

„Endlich halb neun, Kaffeeautomat:
Kaffee und Mousse au chocolat!“
Zur├╝ck im B├╝ro nach der Konferenz
erweist bekannter Konzern Referenz.
In Anbetracht des bewu├čten Schreibens
verflog bald die Freude des Fr├╝chst├╝ckstreibens.
Nun las er endlich weiter als wir
was Direktor des Gro├čkonzerns schrieb:
„Anzugmann, ich sage es Dir:
Was immer Dich an die Spitze trieb,
ist bald vorbei, es ist soweit.
Eine Woche habt ihr noch Zeit,
dann ist die Fusion der n├Ąchste Schritt,
folgend darauf bekommst Du den Tritt
um wegen Einsparung entlassen
zu sp├╝len in der Kantine die Tassen.
Aber willst Du aus der Firma geh┬┤n
bevor sie geschluckt, ich k├Ânnt┬┤ es verstehen.
Darum biete ich Dir, Anzugmann,
die letzte Chance zum Absprung an.
Verkaufe mir nur deine Majorit├Ąt,
bekommst noch ein Zeugnis, so gut es geht
und obendrauf noch ein Haus am Meer,
vielleicht eine Yacht oder so hinterher.“
„Verlockend, verhei├čend
Yacht, Geld, Meer und mehr,
alleine entgleisend
die Firma. Nicht schwer
die Entscheidung bei diesem Mal:
Ich verkaufe sofort, auf jeden Fall!“

Gesagt, bald getan. Schon am n├Ąchsten Tag
lesend der Anzugmann im Vertrag
sieht alten Chefdecks Abtritt beschlossen.
Sein gr├Â├čter Rivale seit jeher begossen
so wie ein Pudel wird dann dasteh┬┤n.
Er lacht dabei: „Ich werde vor ihm geh┬┤n!
Ja, so ist es. Noch 2 Wochen,
dann lach┬┤ ich bestens ├╝ber ihn.
Der Teich dem er einst entkrochen,
da geht die Kr├Âte wieder hin!“

In seinen provinziellen Rachegel├╝sten
mi├čachtet er manche Klausel des Prokuristen,
sie ├╝berfliegend ├╝bersieht er recht viel.
Endlich: Hier unterschreiben, das wirkliche Ziel.
Unterschrieben, kuvertiert,
freigestempelt, ab daf├╝r!
Im Postausgang am selben Morgen
von pfleglichen H├Ąnden sorgsam geborgen
der Brief landet im rechten Wagen,
am gleichen Tag noch ausgetragen.

Am Freitag, dem letzten Tag uns┬┤res Freunds,
hat der Chef dessen Gro├čkonzerns nicht vers├Ąumt
ihn gleich nach vierzehn Arbeitstagen
dort abzuholen mit neuem Wagen.
Diesen gleich an ihn verschenkt
„Mein Gott wie dies Gef├Ąhrt sich lenkt,“
auf dem Weg zur Autobahn,
wohin auf Gehei├č Herrn Direktors sie fahr┬┤n,
erz├Ąhlt dieser ihm ├╝ber┬┤s Mittelmeer
wie sch├Ân es doch Novembers w├Ąr.
„Ach ja das Haus, das war nicht schwer
wir fliegen hin gleich hinterher.“
„Hinter was?“ fragt Anzugmann,
weil er es nicht wissen kann.
„Ach ja,“ Chefprokurist
„sie wissen noch nicht was es ist.
Entschuldigung!“ Erkl├Ąrt sofort,
erz├Ąhlt vom Flugplatz andernorts,
dort f├╝hren sie gerade hin.
„Pardon nochmal, wo war mein Sinn?“
„Nach Spanien noch am selben Tag?“
Nach kurzen Zeit: „Na, wenn er mag.“
Glaubt er zu denken, doch er sagt
besagten Satz zum heut┬┤gen Tag.
„Mein Herr, sie scheinen aufgedreht
und sorge mich wie┬┤s ihnen geht,“
bekundet so der Prokurist,
da├č ihm am Anzugmann gelegen ist.
„Die Reise ist┬┤s, der schwere Tag,
vielleicht die Einl├Âsung, ja ja der Vertrag.“
Nach der letzten Autostunde
Motor bremst. Die letzte Runde
nicht nur f├╝r die Kurbelwelle,
auch an Anzugmannens Stelle
steht man, schreitet dann hinfort
in den High-Tech-Glam-Airport.

Geflogen war Herr Anzugmann nie vorher,
darum fiel die Entspannung beim Take-Off recht schwer.
„Wir fliegen nicht lange,
und sie zeigen Science-Fiction.“
Doch Anzugmann bange,
klammernd an Sitzen:
„Wie lange das dauern wird, ist mir egal.
Es ist eben am schlimmsten beim ersten Mal!“
Endlich auch die Stewardessen
zeigen kl├Ągliche Interessen
an dem Mann, der ohne Tadel,
sich dort benimmt wie, na blamabel.
Beruhigend, geduldig sprechen sie
mit Anzugmann, reichen Kaugummi,
sagen „Entspannen sie, genie├čen sie die Reise.“
„Gleich wirkt die Bet├Ąubung“, doch das sagen sie leise.

Der Anzugmann wirkt jetzt entspannt,
doch sein Gef├╝hl bleibt unerkannt.
Gel├Ąhmt, vergiftet, voller Wahn,
bewegungslos starrt er sie an.
Die Stewardessen regungslos
heben ihn vom Polster hoch,
um ihn noch im gleichen Schwang
zu tragen zu dem Frachteingang.
Als tot erkl├Ąrt der Businessclass
steckt man ihn in ein Plastikdress
erinnernd an Azubizeiten:
Restm├╝lls├Ącke, schwarz, die breiten.

„Wo zur H├Âlle bin ich hier?
So dunkel – wer spricht von der T├╝r?
Die T├╝r, es kann nicht viele geben.
Sie trachten mir nach meinem Leben.
Warum ist das f├╝r mich so neu?
Rivalit├Ąt, ich war ihr treu!
Doch sowas hab┬┤ ich nie bemerkt:
Mein Leben w├Ąr┬┤ so schnell verwirkt!“
Und nun, da er liegt matt und brach,
f├Ąllt ein ihm was Gro├čmutter sprach:
„Kannst lebend du auch viel erhaschen,
das letzte Hemd hat keine Taschen.
Drum ist das Leben mal am Ende
dein Reichtum geht in and┬┤re H├Ąnde...“
„Wer will das nur, hat er┬┤s erfahren,
der Konkurrent, das Rankgebahren?
R├Ącht er sich nun als letzte Tat
da er nichts zu verlieren hat?
Wahrscheinlich sowas – dann tut es halt!
2000 Meter dann bin ich kalt...“

Man ├Âffnet den Sack in dunklem Raum.
Dort steh┬┤n noch Leute, doch sieht man┬┤s kaum.
Genau gesehen sind es au├čer ihm zwei
doch stehen sie relativ nahe dabei.
Relativ nat├╝rlich zu der Gr├Â├če der Kammer,
au├čen links und rechts dr├Âhnt Turbinengejammer.
Er erkennt, nun im Licht war es schnell entdeckt,
klar des Flugzeugs Containerdeck
und die zwei M├Ąnner nebenbei.
Sie sind bekannt sich alle drei.
Der Eigner den er einst geschlagen,
der and┬┤re schl├Ągt ihm in den Magen.
Es ist eben der, den einigen Tagen
er h├Ątte Verlierer zu nennen gehofft.
Doch wieder kommt er um ihn zu plagen,
wie schon zuvor allzugut und zu oft.

„Doch was, der Direktor Gro├čkonzern,
die Verbindung zu euch scheint recht fern.
Auf jeden Fall mit meinem Blick,
erl├Ąutert bitte solch Geschick!“
Anstalt dazu macht man nicht
schl├Ągt ihm stattdessen ins Gesicht.
Und nun ein Letzter tritt ins Licht:
„Es ist soweit, welch ein Gedicht!“
So spricht Direktor Gro├čkonzern
der scheinbar beiden nicht so fern
wie Anzugmann zuvor vermutet.
Na ja, er schaut zu wie er blutet.
Nur Illusion, der gro├če Deal
gut inszeniert, ist aus das Spiel?

Noch nicht – zu l├Âsen sein Verwundern
erkl├Ąrt man ihm die n├Ąchsten Stunden,
von Tritt und Schlag stets wachgehalten,
wie sie die Menschen Narre halten
bis schlie├člich Eifersucht und Gier
den klugen Mann als wildes Tier
von Rache wegen Mi├čerfolg
bis zum Tode durch den Dolch
treibt in den Wahn der Blasphemie,
kurz gesagt Diablerie.
„Jeder kauft alles, dauernd f├╝r immer
dem Konto geht┬┤s besser Humanit├Ąt schlimmer.
Doch uns drei┬┤n ist das egal,
Seelenkauf ist auch normal!
Lies besser was du unterschreibst,
wenn Handel du mit meinen treibst
vom ersten Tag der Machtmoral.
Der Traum vom Chefsein – oft fatal!
Wie teuflisch es doch wieder war,
jetzt bist auch du wie mein Altar.
Wir halten durch dich Messen ab
bis du sinkst in dein kaltes Grab,
und dar├╝ber nat├╝rlich noch hinaus,
doch bleiben wir beim endlichen Graus.
Ach ja, du kriegst deinen Job zur├╝ck
mit w├╝rdigem Partner mit selbem St├╝ck.
Das Veto im Zweifel bleibt bei mir
denn Asmodis steht hinter dir.
Nicht nur hier drinnen in meiner Gestalt
sondern in vieler: Mann, Frau, jung, alt,
arm oder reich wie dieser Prokurist,
sprich jeder Form die denkbar ist!
Wie gut ausgebildet du immer schon schienst
wei├čt du erst wenn allzu leicht Ruhm du verdienst
den manche so niemals erreichen w├╝rden.
Daf├╝r tr├Ągst du andere B├╝rden.
Zum Beispiel erf├╝llst Du nur noch mein Begehr┬┤.
Und fragst du warum, weil es schlecht f├╝r dich w├Ąr┬┤
w├╝rdest du einmal nur mich betr├╝gen,
vielleicht auch nur ein bi├čchen l├╝gen!
Nun an: Willkommen! Die ewige H├Âlle
beginnt f├╝r dich an dieser Stelle!“

Ab jetzt Anzugmann auf der Suche nach Flucht
die nie er findet, wie lang er auch sucht.
Niemand will haben den Platz den wir kennen.
Wen wird man den Verlierer nennen?
Alle au├čer Asmodis dem Ewigen Einen,
er h├╝tet im Stillen, im Dunkeln die seinen.
Im Schatten wuchsen sie alle heran
er macht zu D├Ąmonen wen er nur kann.
In vieler Form, durch manch┬┤ Geschick
bringt Teufelswerk das b├Âse Gl├╝ck.

Erinnern kann ├╝brigens niemand von Dreien
sich an das Gespr├Ąch, nur der Ewige Eine.
Die andern als Partner vom Ruhme verw├Âhnt
haben ihm bis zum Tod auf Erden gefr├Ânt.
Ist es soweit f├╝r den letzten Gang
geht er f├╝r sie retour zum Anfang.

„Ein Lichtschein bricht rein, die Augen tun weh.
Oh ja ich seh┬┤, ich seh┬┤, ich geh┬┤
nach drau├čen dieser Lebenswille!
Ich atme tief durch und schrei dieser Stille
ein lebendes Ende im kalten Raum ein.
Es wird wieder warm, man wickelt mich ein.
Ich liege nun am Fenster zum Garten,
kann nichts verstehen nur Sehen und Warten.“ ://

__________________
ich hoffe freude bereitet zu haben
ihre paula pink

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