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Leselupe.de > Ungereimtes
in den wind geschrieben
Eingestellt am 08. 04. 2003 16:36


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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
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frag nicht
in Auschwitz und Birkenau
der wind ist müde
leise singen die drähte des stacheldrahts

frag nicht
in Bergen-Belsen
der wind ist müde
mild wiegt er das gras auf den hügeln

frag nicht
an den orten des todes
der wind ist müde
er kennt alle fragen






Das war die erste Fassung. Die Endversion steht weiter unten.
__________________
Dafür bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 88
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Danke!
Was für eine Befreiung.

__________________
© Jürgen Locke

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
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Hallo Blaustrumpf,

der Wind...
nahm viele Fragen mit sich,
auch die..die auf den Gesichtern standen.
Die Antwort auf all das...
die kann niemand geben.
Es ist wie..das Denken an das Universum.
Unbegreiflich.
Hat mich sehr bewegt.
Habe in der Nähe Dachaus einmal gelebt und Dachau besucht.
Ich weiß nicht, wieso einige, da lachend, munter tuschelnd, als wären sie gerade in "Körperwelten" umher gingen, ihre Semmeln genüsslich assen, dort waren.

Mit Georges Kommentar kann ich leider nichts anfangen.

lG
Stoffel

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Holger
Guest
Registriert: Not Yet

Zwei starke Verse eingangs.
Der dritte ist leider nicht mehr so prägend.
Da hätte ich mir einen i-Punkt gewünscht.

Der Minimalismus der Worte ist okay.
Mehr braucht es nicht, um wirkungsvoll zu sein.

Beste Grüße
Holger

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Klaus Ant
Guest
Registriert: Not Yet

Geehrter blaustrumpf,

- Warum soll ich da nicht fragen? Weil die genannten Örtlickeiten für sich sprechen?!
Dein Gedicht überrascht und erregt geistige Erschöpfung angesichts des Unfassbaren. Ich wünschte mir jedoch, daß in einer weiteren Strophe der Wind, wenn er wieder ausgeruht ist, ein paar Antworten mitbringen würde, auf Fragen, die von Deinen Kindern mit Recht gestellt werden könnten - und auch von den Kindern von george.

- bitte laß nicht "die Drähte des Stacheldrahts" singen.

Mit vielen Grüßen,

Klaus Ant

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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
Kommentare: 735
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Geschätzter Klaus Ant

Bei dem Veröffentlichungstempo hier in der Leselupe ist ein Text, der einen Monat alt ist, ja nur noch durch Zufall zu finden. Herzlichen Dank, dass du dir trotzdem die Mühe gemacht hast!

Du hast Recht: Die Doppelung Drähte-Stacheldraht ist nicht gut. Da muss ich wohl noch einmal ran. Der Text ist allerdings sehr spontan entstanden. Zu der Zeit gab es eine Auseinandersetzung mit einem Autor, der Auschwitz als Metapher für einen ganz anderen Zusammenhang einsetzte und damit - nicht nur in meinen Augen - missbrauchte. Mit dieser Information wird vielleicht auch die Befreiung, von der george in seinem Kommentar spricht, klarer.

Natürlich kann, muss man in Auschwitz und den anderen Orten des Todes fragen. Aber wenn du hinhörst: Die Antwort ist im Geräusch der Drähte, im Rascheln der Grashalme, eigentlich in Allem, das man hört und sieht. Es wäre schön, wenn der Wind alles in wohl formulierte Sätze brächte. Aber die Antwort ist doch auch bereits in uns, wir kennen sie nur zu gut. Nur weil es so schmerzhaft ist, sie zu denken (oder mehr), hoffen viele auf den Wind.

Eine zusätzliche Strophe wird es bei diesem Text nicht geben. Die großen Appelle des "Nie wieder!", alljährlich zu den entsprechenden Betroffenheitsterminen an geschichtsträchtigem Ort vollmundig verkündet, haben ja doch erschreckend wenig Konsequenz. Sie sind wie eine Kerze auf dem Friedhof zu Allerheiligen: notwendig, sicher auch sinnvoll - aber eher für die Hinterbliebenen. Meinen Neffen und Nichten sage ich die Antwort schon. Auch ohne Wind.

So, nun muss ich erst einmal etwas werktätigen. Aber sei gewiss, die Frage, wie ich die doppelten Drähte vermeide, wird mich beschäftigen. Ich danke dir herzlich!

Schöne Grüße von blaustrumpf
__________________
Dafür bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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