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Leselupe.de > Feste Formen
ins schwarze - haiku
Eingestellt am 09. 11. 2010 22:42


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Rhea_Gift
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zweige im mondlicht
bleich verwehen die blĂŒten - -
kirschbaum - wo bist du?

__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

Version vom 09. 11. 2010 22:42
Version vom 10. 11. 2010 23:30

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Beba
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Rhea,

dein Text gefÀllt mir, auch von der Idee her. Nur ein Problemchen habe ich damit. Ein Haiku sollte immer einen Moment, einen Augenblick, das Jetzt abbilden. Du schilderst hier einen Verlauf und wanderst ggf. gar noch durch die Jahreszeiten, wobei eine bestimmte Jahreszeit auch ein typisches Merkmal des Haiku ist (siehe kigo). Nur deshalb und nicht, weil mir dein Text nicht gefÀllt, jetzt mal ganz frech eine Variante:

zweige im mondlicht
die blĂŒten verweht -
kirschbaum, wo bist du?


WĂŒrde aber niemals behaupten, dass der Text dadurch besser wird. Nachhall haben beide allemal nach meinem Geschmack.

LG
BeBa

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Bernd
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Da ich mir beim Haiku nicht völlig ĂŒber die Form sicher bin, eine Frage:

Der letzte Satz: "Kirschbaum, wo bist du?" ist formal eine Frage, eigentlich aber bedeutet es: Der Kirschbaum ist nicht mehr da (nicht mehr zu erkennen, versteckt.) Ist das genĂŒgend konkret? Es ist ja eine Betrachtung von außen. Ich sehe den Kirschbaum nicht mehr.

Ist das zulĂ€ssig oder verstĂ¶ĂŸt es formal gegen die Form?

Im ĂŒbrigen gefĂ€llt mir das Gedicht.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Rhea_Gift
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Hallo,

um die Fragen zu klĂ€ren - etwas, das leuchtet, kann zugleich verwehen - Kontrast zum Kirschbaum, der still steht, aber ins Scharze, nicht Sichtbare entschwindet - BlĂŒte durch Leuchten im Mondlich trotz Verwehen immer noch da... hier ist ein Moment geschildert, kein Verlauf.

Fragen sind wie Imperative (horch, ...)erlaubt in Hailkus, die alten Meister haben solches ebenfalls verwendet - denn wer fÀngt denn den Moment ein? Genau, der Mensch... dennoch: es geht um ein NaturphÀnomen, das Menschen, aber auch Tiere erfahren - in nur einem Moment... der Mensch als Naturwesen - das bleibt er hier...

LG und lieben Dank fĂŒr die rege Auseinandersetzung!

Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Beba
Guest
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Hallo Rhea,

quote:
um die Fragen zu klĂ€ren - etwas, das leuchtet, kann zugleich verwehen - Kontrast zum Kirschbaum, der still steht, aber ins Scharze, nicht Sichtbare entschwindet - BlĂŒte durch Leuchten im Mondlich trotz Verwehen immer noch da... hier ist ein Moment geschildert, kein Verlauf.

nun, diese GedankengĂ€nge kommen durch den Text bei mir nicht an. Und sie sind in meinen Augen fĂŒr ein Haiku auch viel zu kompliziert. Das Haiku selbst sollte immer klar und natĂŒrlich sein, die Gedanken danach und der Nachhall dĂŒrfen natĂŒrlich komplizierter werden.

Und was die Frage angeht: es ist schon klar, dass der Mensch die Situation einfĂ€ngt, er bringt aber beim Haiku in der Regel nichts Persönliches hinein, sondern bleibt als Beobachter ganz außen vor. Daher ist Bernds Einwand nach meiner Ansicht durchaus berechtigt.

Ist aber, wie immer, allein meine Ansicht.

LG
BeBa

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Rhea_Gift
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Hallo beba,

Beispiele fĂŒr meine Behauptung:

Ja, Schnecke, besteig den Fuji,
aber langsam, langsam! (Issa)

Auch wohlwollend betrachtet:
das Gesicht im Spiegel
zeigt kalte ZĂŒge. (Issa)

In Kyoto bin ich
doch beim Schrei des Kuckucks
sehn ich mich nach Kyoto.

(Basho)

Sommergras ist alles,
was geblieben ist,
vom Traum des Kriegers.

(Basho)

Ein Frosch springt ins Wasser,
horch, der Laut! (Basho)

Er sieht mich an, der Frosch -
doch was macht er fĂŒr ein Gesicht?

(issa)

Tiefer Herbst,
mein Nachbar -
wie mag's ihm gehen?

(Basho)

Soviel zu den Regeln....

Mit der schweren Vorstellbarkeit hast du vielleicht Recht -

vielleicht:

quote:
blĂŒten im mondlicht,
sie wirbeln, leuchten, fallen -
wo ist der kirschbaum?


>> so wĂ€ren die blĂŒten im Vordergrund und erst die Frage fĂŒhrt zum Baum (die Zweige machten ihn vielleicht vorher zu sichtbar?)


LG, Rhea
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