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Leselupe.de > Kurzgeschichten
jesus hat´s verboten
Eingestellt am 16. 03. 2002 00:23


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Stefan_Senn
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

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auch hitzige orte von der kanzel können dieses kalte sakralgebäude nicht erwärmen. ein junges mädchen, jung im vergeich zu den übrigen anwesenden sitzt frierend auf einer harten holzbank. eingepfercht zwischen mammi und omi, zwischen tradition und glauben. geichaltrige findet das mädchen hier nicht. schlafend liegen sie in ihren betten, sich erholend von den strapazen des nachtlebens.
gerne würde auch sie sich erholen. nicht von der nacht, dafür ist kein platz in ihrem leben, sondern vom schweren joch der religion, das ihr aufgebürdet wurde von ihrer familie. ungefragt.
andere leben ohne religion. scheinbar freier und ungezwungener. neid? nein, sie hat offensichtlich bereits resigniert. gegen jesus ist kein kraut gewachsen.
theresa, so wird sie genannt von en partygängern und sozialisierten.
denn man weiß, wo sie ihre sonntagvormittage verbringt, weiß, dass sie im religionsunterricht mit bibelsprüchen glänzt. und man lacht über sie, wenn sie in der großen pause mammis wurststullen hinunterwürgt. alleine, nur geschützt von einem tränenschleier. tapfer wehrt sie sich gegen die unbekümmertheit. doch erfolglos. rotgeränderte augen bitten: lasst mich teilhaben. an an eurem leben. doch stumm und ungehört verhallt. bisher.
steter tropfen höhlt den stein. man leiht ihr ein ohr und reserviert ihr eine stehplatzkarte.
böse pläne. naivität ist ein guter partner, jene in die tat umzusetzen. jetzt scheint sie sich zu öffnen für theresa. die tür zum guten leben, zumindest einen spalt.
blinkende lichter, laute musik. mammi weiß nichts davon. morgen ist sonntagvormittag, der gemeinde wird theresa fernbleiben.
mänerüberschuss. thresa, sei wachsam!
man lacht. theresa, möchtest du noch einen schluck?
komm theresa, ein glas noch und noch eins. die glückliche theresa lacht und fühlt sich unbeschwert.
tuchfühlung. theresa lacht immer noch
oh mammi, wenn du wüßtest. dunkle wolken über einem jugendbett.
das morgengrauen kommt am frühen nachmittag. mit kopfschmerzen, übelkeit und ungewissheit.
nackt liegt theresa in einem fremden bett.
was sie getan hatte man ihr verboten. mammi hat das gesagt und jesus? der sowieso.
hat es ihr gefallen? sie kann sich nicht mehr erinnern...


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violent sorrows seem
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Iris
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Nicht Jesus

Jesus hat es nicht verboten. Er vergnügte sich mit seinen Jüngern. Verboten haben es bigotte Moralapostel. Ein Mensch muß Erfahrungen machen um zu reifen. Was sollte Jesus dagegen haben?

Liebe Grüße
Iris

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Gedrel
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Hallo Stefan, hallo Iris,

was du erzählst, Stefan, ist leider gängige Realität: Religion war immer schon ein üblicher Ersatz für Glauben.
Das kommt nur daher, daß die römisch-katholische Kirche, auch wie die Evangelen, sich von der Bibel abgewandt haben, auf der sie sich einst gründeten.
Die Bibel weist z.B. darauf hin, daß es sich bei der Institution Kirche um "falsche Propheten" handelt (1.Timotheus 4,2-3: "Diese gewissenlosen Verführer sind durch und durch verlogen. Sie verbieten beispielsweise, zu heiraten...). Sehr ärgerlich - für die katholische Kirche, nicht wahr?
Und was daraus resultiert, sehen wir alle: Fanatismus, Unterdrückung und Bevormundung (wie im Fall Theresa) Kriege etc. (um nur einiges zu nennen).

Deswegen muß aber nicht die christliche Lehre schlecht sein. Die Bibel sagt nämlich: Gott will euch frei machen!
Die "Kirche" im Sinne der Bibel ist weder ein Gebäude, noch eine Institution und hat nichts mit Fanatismus zu tun. Sie ist von Gott durch Menschen für Menschen gemacht.

Jesus hat uns von den Geboten freigesprochen. Wir sollten uns aber dennoch daran halten, da sie uns frei von uns selbst machen (damit wir uns z.B. nicht in Lügen verstricken, sondern zu uns selbst stehen können).
Denn: Wer an Jesus glaubt, ist bereits gerettet.

An Iris:
Du hast offensichtlich die Bibel nie gelesen.
Du sprichst so, als wäre Gott und Jesus und der Heilige Geist (der natürlich dazugehört) unterschiedliche Personen. Jesus geht mit dem alttestamentarischen Gott vollkommen konform, d.h. Jesus hätte gegen Gottes Plan verstoßen. Folglich unterstellst du Gott, seine eigenen Regeln zu brechen. Gott hat es nicht nötig, gegen seine eigenen Regeln zu verstoßen, da er sie gemacht hat.
Also können wir davon ausgehen, daß Gott nicht homosexuell ist.
(Und was er für einen Clinch mit den Homosexuellen und Lesben hat, ist seine Sache und da hat sich ein Mensch nichts anzumaßen.)

Also: Glaubt nicht alles, was man euch über die Bibel und Jesus erzählt, sondern lest lieber das Buch, von dem man euch etwas weismachen möchte.

Freundliche Grüße von

Gedrel


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der hitzige Zwerg

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Stefan_Senn
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hallo gedrel,

entschuldige bitte, wenn ich mich jetzt erst antwortete, auf deinen thread der nun doch schon einige zeit zurückliegt. das liegt daran, dass ich als armer schulstressgeplagter 12-klässler, wenig zeit habe, mich meinen online-aktivitäten zu widmen.
wie allgemein bekannt ist, ist die existenz jesu nicht nur in der bibel, sondern auch von diversen römischen geschichtsschreibern erwähnt worden. dies bededeutet, dass die existenz jesu schwer angezweifelt werden kann. allerdings ist es auch eine historische tatsache, dass die evangelisten, die "abenteuer" ok ist eventuell der falsche ausdruck also das leben christi ca. 80-100 jahre nach dessen ableben aufgezeichent haben. dabei stürzten sie sich vor allem auf mündliche erzählungen.
wer also frage ich dich kann nach 80 jahren fehlerfrei berichten über das leben eines mannes, besonders, da anzunehmen ist, dass jesus bereits zur zeit der evangelisten ein mythos eine kultfigur war?
dies nur zur verteigigung meines zugegeben saloppen titels
wer kann dir sagen, ob nicht das, was in der bibel berichtet wird, nicht das wort gottes ist, sondern nur eine phantasie derer, die es nierdergeschrieben haben.
wer kann nachfühlen, wenn jemand der glauben, der christliche glauben, der doch auf eigene erfahrungen und erkenntnisse gründet aufgezwungen wird von "möchtegern-christen" insbesondere in bayern, das land in dem der katholizismus wuchert wie eine pest, um der staatstragenden partei der csu die macht zu sichern.
unter diesen voraussetzugen seinleben fristen zu müssen in einer welt bigotter konservativer ansichten ist meiner meinung nach eine hölle. dies habe ich versucht in meiner geschichte zu verbalisieren.


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