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Leselupe.de > Humor und Satire
jesus loves you
Eingestellt am 01. 03. 2002 19:11


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Stefan_Senn
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Registriert: Jan 2002

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Whoaah, war das eine Nacht. Jesus, der Mann, den sie Messias nannten, erhob sich aus seinem Nachtlager. Den ganzen Tag predigen, diese ungl├Ąubigen Massen, diese stupiden, einfachen Leute von seiner Idee ├╝berzeugen, immer in Gleichnissen reden und ab und zu ein Wunder, eine kleine Showeinlage f├╝rs staunende Volk.
Ja, fr├╝h am Morgen war die Zeit, in der er von diesem Gef├╝hl ├╝bermannt wurde, sein Handeln sei sinnlos. ├ľfters schon wollte er diese ganze Predigerscheisse aufgeben, sich irgendwo als Zimmermann niederlassen und mit seiner Frau eine Fussballmannschaft voll kleiner B├Ąlger haben, auf die er stolz sein konnte, denen er die Welt erkl├Ąren konnte.
Ja, alles k├Ânnte so einfach sein, w├Ąre da nicht sein Daddy, sein alter Herr, der ihm immer wieder im nacken sass und ihn ermahnte:"Junge, DU bist der Auserw├Ąhlte, mit deinen Stories k├Ânnen wir Milliarden aufs Kreuz legen, wir k├Ânnen Reicht├╝mer anh├Ąufen, Macht haben, Frauen, ged├╝nstete Schafe, Wein, was du willst. Mensch, alles liegt an dir. DU bist die Speerspitze der Revolution. Also Kleiner, entt├Ąusch Daddy nicht und mach deinen Job gut!"
Ja, Jesus war ein folgsamer Junge-wenn auch wiederwillig, bisher hatte er sich immer Daddy┬┤s Worten gef├╝gt.
Seufzend blickte er zu seiner Linken, auf die schlafende Maria Magdalena. Stolz erf├╝llte ihn. Er war der Liebhaber dieses Teufelsweibes, hatte sie aus dem Sumpf der Prostitution geholt, sie besch├╝tzt vor den geifernden Mengen die sie steinigen wollten und sie auch jetzt noch ├Ąchteten und mieden.
Yeah Maria Magdalena-voll von Liebe und Z├Ąrtlichkeit und sie war sein.Sie gab ihm Kraft, dieses Leben zu ├╝berstehen, war sein Sonnenstrahl am regnerischen Himmel, sein rettungsanker im st├╝rmischen Ozean des Alltags. Er k├╝sste sie sanft auf die Stirn und erhob sich aus seinem Nachlager. Er blickte nochmals auf seine schlafende Geliebte. Wie s├╝├č, wie lieblich, kein Engel aus Daddy┬┤s Lustgarten konnte mit ihr konkurrieren. Ja-sie war eine ganz besondere Frau.
Es klopfte an der T├╝re:"Jesus, Alter, schon wach?"
"Hmm ja-schon, komm rein!"
Die T├╝re ├Âfnnete sich und Petrus betrat sein Schlafgemach. Mit einem Grinsen auf den Lippen wies er mit dem Kinn aufdie schlafende Maria:"Wiedermal die Botschaft der Liebe unter┬┤s Volk gebracht, was??" Jesus konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen:"Sicher, du weisst ja: Liebe deinen N├Ąchsten!"
Ja Petrus o petroV, der Mann, den sie "Fels" nannten, ein vollb├Ąrtiger Schrank von zwei Metern, mit Pranken wie Tennisschl├Ągern, aber einem weichem Gem├╝t. Jesus┬┤ bester Kumpel und eine Art Sekret├Ąr, seine rechte Hand sozusagen. "Hast du deine heutige Rede schon fertig?" "Logisch!" Jesus tippte gegen seinen Kopf:" Alles gespeichert, heute werden wir eine rhetorische Sternstunde erleben!" "Wow, ich freu mich!"
Nach einem kurzen Fr├╝hst├╝ck mit den 12 Jungs, in denen Iscey, wie sie ihren Judas Iscariot nannten die Stimmung mit ein paar R├Âmerwitzen gehoben hatte, machten sich die 14, Jesus die Jungs und Maria Magdalena, auf den Weg. Und schon nach einigen Schritten kamen sie wieder auf ihn zu, diese stupiden Fans, erwachsene M├Ąnner, die sich vor Jesus auf die Knie warfen und seine Sandalen nassheulten, Frauen, die sich die Kleider vom Leib rissen und extatisch schrien:"Jesus, planz┬┤ mir deinen heiligen Geist in den Leib!"
Die Jungs bem├╝hten sich, Jesus die Spinner vom Hals zu halten, weil sie wussten, wie sehr er sie hasste. Er, der einsame Denker, der stets gezwungen war, sich in Menschenmassen zu begeben. Er hatte Maria, seine 12 Kumpels, mehr brauchte er eigentlich nicht zum Gl├╝cklichsein, dennoch: jeder tag war f├╝r ihn wie ein Dolchstoss, immer schwerer fielen ihm seine Reden, Vaters Worte zur Erde zu f├╝hren, seine verspulten Gedanken zu verk├╝nden.
In Momenten wie diesen, in denen sich seine Lippen zu einem seligen L├Ącheln verzogen, war es am schlimmsten-schlimmer noch als am Morgen.
Die Jungs wussten dies, Daddy wusste es auch, doch von ihm kam keine hilfe, nicht der Hauch einer Unterst├╝tzung-nur monotone Durchhalteparolen.
"Ich kann nicht mehr, bitte Papa, hol mich raus aus dieser Scheisse!"
Im Momenten wie diesem kam ihm der innere Dialog mit seinem Pa wie Sissyphosarbeit vor-er wusste was Vater sinngem├Ą├č antworten w├╝rde: "Junge, Mann REISS dich zusammen, Mensch, du bist doch ein Mann, andere w├╝rden ihre nieren f├╝r ein bisschen Ruhm geben und du f├╝hrst dich auf, als w├╝rden sie dir die Beine abhacken. Steh auf, verdammt und sag ihnen was sie h├Âren wollen!"
Nach einem endlos scheinendem Fussmarsch hatten sie endlich Jerusalem erreicht. Jesus war m├╝de, hatte auf dem ganzen Weg wie imer seine Pflicht getan: ein paar Auss├Ątzige geheilt, ein paar Blinden das Augenlicht gegeben, Depressive getr├Âstet und allen Vaters Gedanken eingeh├Ąmmert.
Eine lange Schar begeisteter Anh├Ąnger waren den 14 gefolgt.
Heute sollte er wieder eine Rede halten, in der Hauptstadt-ein Gro├čereignis. Lange vor seiner Ankunft hatten sie die Stadt mit Plakaten vollgepflastert.JESUS LIVE-heute in Jerusalem auf dem Stadtplatz. Das Podium, auf dem er sprechen sollte, war mit Palmbl├Ąttern und Bl├╝ten dekoriert und von tausenden Menschen umringt, die bei Jesus┬┤
Anblick in Begeisterung und Verz├╝ckung ausbrachen.
Sprechch├Âre schwollen an:"JESUS, DU BIST DER BESTE!
JESUS CHISTUS, DIE MESSAGE, BEI DER MAN MIT MUSS!"
Mit Hilfe der Jungs bahnte sich Jesus einen Weg durch die Menschen, bis er auf dem Podium stand. Mit einem Augenblick war es mucksm├Ąuschenstill geworden.
Alles war gespannt, hing an seinen Lippen, in Erwartung einer bahnbrechenden Rede.
Tausende Augenpaare waren auf ihn gerichtet auf Jesus, den Messias. Seine Rede in der Hauptstadt-Ein Gro├čereignis.
"Nein!" dachte er "ich kann nicht mehr!" Er erhob die Stimme:"Leute-wisst ihr was? Leckt mich am Arsch
__________________
violent sorrows seem
a modern ecstasy

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Bruno Bansen
Guest
Registriert: Not Yet

Satire

Hi Stefan! Da offensichtlich der Erste, der Deinen Text gelesen hat, mit diesem nicht einverstanden war und diesen mit einer "1" , also schlecht bewertete, der N├Ąchstet jedoch gegenteiliger Ansicht war und eine "10" vergab, kann man bereits hieran erkennen, da├č da offensichtlich eine Kontroverse in's Haus steht.

Vorweg: Ich vergebe auch eine hohe Punktzahl, eine "9", weil Du das Thema ganz hervorragend, vor allem satirisch bis zum geht nicht mehr angefa├čt hast und da wir uns hier innerhalb der Rubrik "Satire" befinden, kann nur das f├╝r eine Bewertung ma├čgeblich sein. Ich glaube nicht, da├č ein Herr Jesus humorlos gewesen ist und ich bin sicher, da├č er diese meisterhafte Satire von Dir ziemlich heftig grinsend sich zu Gem├╝te gef├╝hrt h├Ątte! Gl├╝ckwunsch.

Viele Gr├╝├če.

Bruno

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Zeder
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Hallo Stefan,
wieso geht mir beim Lesen Deiner Geschichte dauernd ein Satz durch den Kopf:
"...und jeder bitte nur ein Kreuz!"
Wieso habe ich dauernd diese gepfiffene Melodie im Ohr?
...hmmm...

Eine ganz tolle Geschichte!
"...Daddy wusste es auch, doch von ihm kam keine Hilfe...nur diese Durchhalteparolen": Super!

Ganz kleine Anmerkung: Wenn Du noch den einen oder anderen Tippfehler ausradieren k├Ânntest, w├Ąre es optimal!

Viele liebe Gr├╝├če


__________________
"Die Ceder ist ein hoher Baum, oft schmeckt man die Citrone kaum" (Wilhelm Busch)

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