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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
komische geschichte
Eingestellt am 11. 08. 2006 09:42


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Paul
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komische geschichte

personen 3, er, ich und der andere. im folgenden abgekĂĽrzt, e, i und a.

und eines morgens klopfte es an der tĂĽr.
e:„gottfried benn.“
i:„aha, angenehm und der weitere?“
e:„van gogh, ich rettete ihn aus den kohlebergwerken.“
i:„soso, dann hereinspaziert. kaffee, tee?“
e:„gerne.“
i:„koh-leber, wenn ich fragen darf, was organisches? mit zucker, milch oder schwarz?“
e:„schwarz beide, danke. am end wars dann das ohr.“
i:„ab?“
e:„ab.“
i:„hier ist kaffee.“
e:„danke.“

(schweigen, schlĂĽrfen)

i:„und selber?“
e:„arzt.“

(schweigen, schlĂĽrfen)

e:„und dichter.“
i:„und dichter? noch kaffee?“
e:„gerne.“

(schweigen, schlĂĽrfen)

i:„van gogh sagt gar nix.“
e:„nein, er malt.“

(schweigen, schlĂĽrfen)

i:„aha.“

(schweigen, schlĂĽrfen)

i:“was?“
e:“blumen. explizit: sonnenblumen.“
i:“und das läuft?“
e:“so lala.“

(i denkt nach, e macht neuen kaffee)
a:“ach, endlich kaffee.“
e:“ja.“
i:“ja.“

(schweigen, blubbern – die kaffeemaschine)

das wars.
was weiter geschieht, huscht im verborgenen. insgesamt gesehen scheint es zu einem guten ende gekommen zu sein. kann sein das zwischenzeitlich ein ohr angeklebt, ein arzt abberufen wurde oder der kaffee zur neige ging. kann aber auch ganz anders...





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flammarion
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hm,

komisch: ja. geschichte: nein.
darum verschiebe ich es nach experimentell.
lg
__________________
Old Icke

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Paul
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ok.

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dockanay
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lieber paul,

ich antworte eigentlich der redaktion (vielleicht auch in deinem namen, wenn du es willst), da ich deinen text schon als eine 'komische geschichte' lese und nicht als experiment. es ist eine kurzgeschichte in seiner gedrungensten form.
es gibt, literaturwissenschaftlich betrachtet, zunächst keine einheitlichen merkmale, die bei einer kurzgeschichte vorkommen müssen, weshalb deine wahl, nach einem einleitenden epischen satz, in einen dialog überzugehen vollkommen gerechtfertigt ist. wenn wir uns dennoch gemeinsame merkmale einer geschichte (oder kurzgeschichte) ansehen wollen, die häufig bei dieser gattung auftreten, so kann ich folgendes auf dem stand der heutigen literaturwissenschaft zusammenfassen:

-geringer umfang
-keine einleitung (bzw. sehr kurze einleitung)d.h. keine exposition
-ĂĽberraschender einstieg
-offener schluss oder eine pointe
-ein oder zwei hauptpersonen stehen im mittelpunkt (es gibt jedoch auch kurzgeschichten mit deutlich mehr hauptpersonen
-ein entscheidender einschnitt aus dem leben der handelnden person wird erzählt
-chronologisches erzählen
-einsträngige handlung
-wenig handlung
-metaphern und leitmotive weisen den leser auf wichtige gesichtspunkte der geschichte hin
-der höhepunkt/wendepunkt ereignet sich am ende der geschichte
-themen sind probleme der zeit
-die figuren sind menschen, die nicht herausragen, sie sind keine helden
-es bleiben noch fragen ĂĽbrig (offenes ende), der leser muss zwischen den zeilen lesen

diese merkmale treffen auf deinen text fast ohne einschränkung zu, weshalb von dir hier der gattungsbegriff richtig gewählt wurde. nicht umsonst werden die dramatasichen texte von anton tschechow durchgehend als geschichten, die in sich geschlossen sind, angesehen, obwohl sie als theaterstücke nur von dialogen leben.

im ĂĽbrigen eine wirklich amĂĽsante geschichte, die im kern jedoch auf grundlegende probleme der kunst eingeht (schaffungsprozess, innerer drang, wahn) , da zwei der pessimistischsten gestalten der kunst aufeinandertreffen...

lg dockanay

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Paul
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aha.
danke fĂĽrs befasse. und kommentieren.
das experiment sah ich dann da drin, daĂź eben jene pessimistischen (pessimisstischsten? grundgĂĽtiger, da fielen mir noch ein paar mehr ein, nietzsche trifft curt cobain...;-)) menschen, aufeinandertreffen.
ansonsten hast du puktum recht, eine geschichte bleibts. eine dialogisierte eben.
im weiteren hab ich keinen blassen schimmer, was heute der aktuelle stand der literaturwissenschaften ist (alles flieĂźt?), aber scheint mir ganz stimmig.
ich habe eben nur artig meine hausaufgaben gemacht, kam ĂĽber tschechow (ĂĽbrigens auch arzt, wie benn) dann zu den oberiuten (google: oberiu oder wikipedia, wenns nicht klappt: daniil charms), ein bischen dada noch obendrauf, schon haben wir den salat.
es gibt ja ganze wissenschaften, die sich nur mit dem absurden befassen, hut ab!
warten auf godot...;-)
ich hab leider keine muse dafĂĽr und wer dann wie irgendwelche dinge wo einordnet auch nicht.
bleibt eben die erkenntnis, daĂź ich diogenes schon ziemlich toll fand. damals...
oh, ich muĂź los, die kaffeemaschine blubbert...
chapeau



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