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Leselupe.de > Ungereimtes
komm schon!
Eingestellt am 11. 11. 2003 15:17


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Venus
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Oct 2003

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komm schon!

du bist so dunkel
in dir
sei doch mal leichter
jaja nichts ist schwerer
doch ich schließ’ dich her
und dein nachtgebet fort
rein in mein hosianna!

lass uns abheben
durchknallen
im weiterfliegen
der nacht drei kleine kinder schnÀbeln
jahrelang zeit verstreicheln
alle krĂŒge in die brunnen schleudern
hören wie sie leben erbrechen!

der trÀgheit luftbÀuche einblasen
kichernd zusehen
wie sie platzen
den acker pflĂŒgen
mit ihren krallen
die dir lange genug
die seele vereisten
bevor sie endlich verbröseln
und als fetzenkonfetti
durch unsre kĂŒsse regnen


© Venus

__________________
den wind im rĂŒcken, sterb ich mich ein
in den großpassat -
und lebe erst recht

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Dietmar
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2003

Werke: 38
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Hallo Venus,
...wunderschöne Poesie, verdichtet mit vielen unglaublichen Bildern und einen sehr guten Sprachrythmus.
Habe dein Gedicht sehr oft durchgelesen und immer wieder
neue Bilder entdeckt.
Liebe GrĂŒĂŸe, Dietmar

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caruso
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Venus,

"der TrÀgheit LuftbÀuche einblasen" - ich blicke stirnrunzelnd weil ich mir keinen Reim drauf machen kann, klarst Du mich auf?

Ansonsten gefÀllt es mir, obwohl es holpert.

Übrigens bist Du eine wunderschöne Frau, buona serata, caruso

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Jongleur
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Aug 2001

Werke: 32
Kommentare: 315
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ĂŒbermĂŒtig lieben

Hallo Venus,
Dein Gedicht lebt von den ungewöhnlichen, prallen, ĂŒbermĂŒtigen Bildern! Dir - wĂŒrde ich folgen! Auf der Stelle!
Komm schon!
Wenn da das angesprochene Du nicht sein Nachtgebet - auf *hinterher* verschiebt ....!

Ein paar Einzelheiten:

Am meisten mag ich:
der nacht drei kleine kinder schnÀbeln
und
zeit verstreicheln

Schwierigkeiten macht mir der undurchsichtige Einstieg.
Ein "da draußen" widerspricht fĂŒr mein GefĂŒhl dem Ort, wo sich einer fĂŒrs "Nachgebet" aufhĂ€lt ...
Wenn man's wegließe?

komm schon / du bist so schwierig / mit dir /
sei doch mal leichter

Hier finde ich mich eher hinein.
Ob es jetzt diese "schwerer"-Zeile noch braucht. Mit der ungewöhnlichen Wendung "schwierig mit dir" und der Aufforderung "leichter" zu sein (also schon das Gegensatzpaar schwer/schwierig - leicht) finde ich das Thema ausgereizt. Noch einmal jaja nichts ist schwerer scheint mir da zuviel.

In der zweiten Strophe wĂŒrdest Du - fĂŒr mein SprachgefĂŒhl - durch eine winzige Umstellung einen fliegenderen Rhythmus erreichen, vorantreibend:

lass uns abheben
im weiterfliegen durchknallen
der nacht drei kleine kinder schnÀbeln

lass uns abheben durchknallen
im weiterfliegen
der nacht drei kleine kinder schnÀbeln


leben erbrechen - ach nein. Erbrechen ist ein Krankheitszustand. Ich könnte mir ein Auseinanderbrechen der KrĂŒge vorstellen, die so ĂŒbervoll mit Leben gefĂŒllt sind:

alle krĂŒge in die brunnen schleudern
hören
wie sie vor leben zerbrechen!


Und in der Folge ein, zwei FĂŒllselwörtchen streichen:

der trÀgheit luftbÀuche einblasen
kichernd [dabei] zusehen
wie sie platzen und
den acker pflĂŒgen
mit ihren krallen
die dir lange genug
die seele vereisten
bevor sie endlich
verbröseln - [fetzen]konfetti
das durch unsre
kĂŒsse regnet

Dass die TrÀgheit "Krallen" besitzt - mmh, damit hÀtte die TrÀgheit etwas Spitzes, Wehrhaftes, Schnelles, denn die Krallen sind doch Attribute schneller Tiere. Aber dazu fÀllt mir jetzt nichts mehr ein.

GrĂŒĂŸe,
Jongleur

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Venus
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Werke: 99
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Herrjeh!
So ein Ehre!

Ein aufrecht herzliches Dankeschön, fĂŒr deinen ausfĂŒhrlichen Kommentar, Jongleur!

Jede deiner Anmerkungen ist fĂŒr mich nachvollziehbar und in der Tat einleuchtend. Deine VerbesserungsvorschlĂ€ge sind das Resultat eines geĂŒbten Kopfes!!

Wenn du mir erlaubst, wĂŒrde ich sie gerne verwenden und das Gedichtchen entsprechend umschreiben.

Die Krallen sollen sich auf die geplatzten LuftbÀuche beziehen.
Also, der TrĂ€gheit das (ĂŒbertriebene) Gegenteil einblasen > den Luftbauch nĂ€mlich -

Der Gedanke ist so entstanden:
Wenn etwas aus dem Bauch heraus geschieht, dann ist es spontan, das Gegenteil von trÀge. Und die Luft ist abgeleitet aus dem Atem.
Zusammen ergibt das dann einen Luftbauch
(jetzt muss ich wirklich selbst lachen; hÀtte niemals gedacht, dass ich das mal erklÀren soll!)

Die Krallen sind der letzte Rest vom zornigen Festhalten der TrÀgheit.
Und die wiederum pflĂŒgen das „neue Feld“ > den Acker also.

So ist das in etwa entstanden, in meinem Wirrkopf.
Der aber hoffentlich etwas an Form gewinnt, durch die großartige Hilfestellung hier in der LL.
Ich wĂŒnsche mir wirkich sehr, zu lernen.

Und du, lieber jongleur, warst mir dabei eine ausgezeichnete UnterstĂŒtzung!

Meinen Dank nochmal
und recht freundliche GrĂŒĂŸe,
Venus

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Venus
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lieber caruso,
recht herzlichen dank, fĂŒr deinen kommentar und den erneuten besuch!
den "luftbauch" hab ich in der ausfĂŒhrung oben versucht zu erklĂ€ren. ich hoffe, es ist mir ein bisschen gelungen...

aber nicht immer, mĂŒssen die gedanken ja perfekt im kopf zu lösen sein - auch das hat, wie ich meine, seinen reiz.

lg,
die schöne, holpernde Venus
;o)
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