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Leselupe.de > Ungereimtes
kommen und gehen
Eingestellt am 06. 01. 2007 11:05


Autor
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Franka
Foren-Redakteur
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kommen und gehen


fremd sind wir uns geworden
zu viel Zeit lag zwischen Gehen und Wiederkommen
die Bremsspuren auf der Wiese sind längst zugewachsen
wären da nicht die Narben
w√ľrde ich mich vielleicht nicht mal mehr erinnern
das Fahrrad war neu
der einzige Baum war es nicht
auch er trägt seine Narben

aus der Ferne war es leicht dich zu lieben
mit Mutters Lachen im Ohr
so ohne die wei√üe Kreidezeichnung auf dem K√ľchenboden
du warst das Schloss meiner Kindheit
Mama und ich die Schlossherrinnen
bis ein Ungeheuer einbrach
als man es in Ketten legte
warst du schon lange verlassen

in meiner Erinnerung warst du stolz und schön
nun bin ich enttäuscht
der Baum zur Erde geneigt
durch das Dach pfeift der Wind
nur an meinem Fenster noch die alte Prinzessinnengardine
Mutter hatte sie f√ľr mich gen√§ht
ich hätte sie mitnehmen sollen
bei Vaters Neuer gab es keine

deine Scheiben sind blind
als hättest du um uns geweint
zu verkaufen steht noch immer auf dem Schild
doch niemand wollte mit Gespenstern leben
nun bin ich gekommen sie zu vertreiben
deine und auch meine
Feuer soll uns ein Wegbereiter sein
wir haben uns Wärme und Vergessen verdient

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Sonnenkreis
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2005

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Liebe Franka,

Dein Werk gefällt mir sehr gut. Zum einen ist die
Hinf√ľhrung gelungen, sch√∂n und sichtbar bebildert.
Der Dialog klingt lebendig und was mir ganz be-
sonders gefällt: Deine Figur nimmt die Herausfor-
derung der Vergangenheit an.

Und so finde ich √ľber Dein Gedicht ein weiteres Mal
zu einer Wahrheit, die ich immer wieder im Leben be-
obachte:

Wir können ein Leben lang vor den Schatten unserer Ver-
gangenheit versuchen zu fliehen. Sie und uns selber mit
immer neuen Tricks scheinbar √ľberlisten.

Oder wir stellen uns diesen Gespenstern und treten mit
denen in Dialog. Und bekommen somit die Chance einen
Konflikt wirklich f√ľr immer zu l√∂sen.

Ein Haus ist ein passendes Bild: Unser Leben ist auch so
ein Haus...

Liebe Gr√ľ√üe
Sonnenkreis

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lapismont
Foren-Redakteur
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Hallo Franka,

es ist ja bei Deinen Gedichten meist so, dass sich mehrere Interpretationsmöglichkeiten ergeben.

Du bietest mir zwei blutige Schaupl√§tze. Der Fahrradunfall und der Mord in der K√ľche. Dazu Orte einer offenbar ungl√ľcklichen Kindheit.

Zwischen Kind, Eltern und Stiefmutter scheint einiges geschehen zu sein, hinter das ich aber nicht genau komme.
Irgendwie mystisch.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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Franka
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Feb 2006

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Hallo, schade, aber dann kläre ich mal auf.

1. Strophe
Sie war fort, lange, steht vor den Haus ihrer Kindheit, es gibt Erinnerungen. An den Unfall mit dem neuen Rad, vielleicht zu schnell gewesen, die Gewalt √ľber das Gef√§hrt verloren. Dem Baum fehlte danach die Rinde, ihr Blut tropfte in die Wiese, sie hat Narben, vielleicht an Knie, vielleicht an der Stirn, diese Narben erinnern.
2. Strophe
In der Erinnerung sah das Haus immer schön aus, sie sieht es jetzt alt und entzwei, erkennt die Gardinen vor dem Fenster. Irgendwann muss sie ausgezogen sein, zum Vater, der hatte einen neue Frau, dort gab es keine Prinzessinnen oder keine Gardinen oder beides nicht.
3.Strophe
In der Ferne hatte sie oft das Lachen der Mutter im Ohr, musste die Kreidezeichnung der Polizei nicht mehr sehen, sie lebte mit der Mutter allein im Haus, im Schloss, bis man die Mutter umbrachte und sie zum Vater kam.
4. Strophe
Sie kommt wieder, will die Vergangenheit bearbeiten, vergessen, gibt das Haus dem Feuer Preis, der Leser kann entscheiden ob nur das Haus.

Ich bin mir bewusst, dass sich dies nicht alles beim ersten Lesen erschließt, aber ich hatte da doch Hoffnung. Vielleicht doch nicht so gut gelungen.

LG Franka

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Sonnenkreis
Festzeitungsschreiber
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Liebe Franka,

wurde die Mutter wirklich umgebracht oder hat
sie gar selber an sich Hand angelegt? Warum
will die Tochter vergessen? Wäre zuviel Wahr-
heit f√ľr sie gef√§hrlich, weil die ein Ideal
zerst√∂ren w√ľrde? Ist das der "Auftrag" der
Mutter den die Tochter weiter f√ľhrt?

Spannend bleibt Dein Gedicht!

Liebe Gr√ľ√üe
Sonnenkreis

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Franka
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Feb 2006

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Hallo Sonnenschein,

in das Schloss der Kindheit brach ein Ungeheuer ein, es blieb von seiner Tat eine Kreidezeichnung auf dem K√ľchenboden. Wenn ein Kind das miterlebt, oder aufwacht und die Mutter findet oder, oder... dann kann man verdr√§ngen, das Vergessen lernen oder die Erinnerung verbrennen.

LG Franka

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