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Leselupe.de > Gereimtes
konzert
Eingestellt am 27. 02. 2018 09:17


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Mondnein
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    konzert


die partitur
geworfen flog
in meinen verstand
durch den augen ohr sog

die sich selbst erf├╝llende
pro fe tie
der farbwellenl├Ąngen
metro nomie

in t├Ąnzen begreifen
die hand lungen fers fu├č
gesungenen schwingungen
wendelung zimtzungen

interferenzen
durch alle frequenzen
die zungen schlag schmeckenden
lang samen schneckenden



__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Vera-Lena
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Hallo Mondnein,

das gef├Ąllt mir. Jeder erlebt ja ein Konzert anders. Hier geht es darum, dass man die Musik erst begreift, wenn man sich in ihren Rhythmen bewegt. Voller S├╝├če kann sie sein (Zimtzungen) aber auch schneckenhaft langsam zB. beim Adagio.

Bei der Musik sollten die Interferenzen die Wellenl├Ąngen der T├Âne aber nicht aufheben, sondern verst├Ąrken. Wer wei├č, wie Du Dir das gedacht hast.

Ein feiner Text.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Mondnein
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Zuerst einmal, Vera Lena,

dankesch├Ân daf├╝r, da├č Du mir nicht ├╝ber meine Kommentare zu Deinen Gedichten nicht b├Âse bist, sondern ohne Revanchen ein Gedicht liest und besprichst, wie es an und f├╝r sich da steht. Das ist sehr lieb von Dir.

Ja, gut aufgefa├čt.
Ich liebe die theoretische, die "musikwissenschaftliche" Seite der Musik sehr, besonders die mathematische Struktur der Schwingungen. "Interferenzen" sind die Schwingungen, die bei der ├ťberlagerung von Schwingungen und Schwingungen entstehen, und diese komplexe Schichtung ist gewi├č wesentlich f├╝r alle Musik. Das betrifft Intervallbeziehungen und harmonische Funktionen (Kadenzen, Aufl├Âsungsbewegungen von Dissonanzen in Schlu├čwirkungen hinein) in noch bunterer und zugleich subtilerer Weise als die Rhythmen. "Farben" ist dann metaphorisch gemeint, als Analogie zu den Tonh├Âhen. Bei Farben spielen alle Wellenl├Ąngen innerhalb eines blo├čen Oktavrahmens, in der Musik gehts ├╝ber etwa bis zu einem Dutzend Oktaven = Verdopplungsstufen der Wellenl├Ąngen. Diese Verdopplungen erleben wir als Tonidentit├Ąt, nur da├č der gleiche Ton dann eben h├Âher oder tiefer klingt. Das nur als grundlegendes Beispiel, aber das wird Dir gewi├č bekannt sein.

"Prophetie" meint, da├č der Komponist, wenn er die Partitur schreibt, gleichsam ein zuk├╝nfiges Ereignis, das der Auff├╝hrung, vorausschaut. Als ob er aus der Zukunft heraus inspiriert w├╝rde. Diese Idee habe ich auch sonst schon mal "genutzt". Musikalische Strukturen sind gewi├č ├Ąsthetisch anziehender und erlebnissatter als astrologische Planetengeometrien. Eine Sonate zeigt und sagt mehr als der ganze Siebenplanetenakkord. Und erst eine Sinfonie!

grusz, hansz


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Vera-Lena
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Ja, lieber hansz , da gebe ich Dir in allem recht, was Du ├╝ber die M├Âglichkeiten der Musik und nat├╝rlich ├╝ber ihre unglaublich intensive Wirkung sagst.

Mich ├╝berrascht die "Prophetie". Dass jemand etwas komponiert zu einem Ereignis, welches noch nicht geschehen ist, das ist nat├╝rlich ein Ausnahmefall. Aber es gibt nun einmal mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als wir uns das vorstellen k├Ânnen.

Mir w├╝rde dazu die 7. Symphonie von Schostakowitsch einfallen, welche er w├Ąhrend der Belagerung von Leningrad schrieb und, nachdem er ausgeflogen wurde, an seinem dortigen Standort beendete.

Es gibt einen Roman dar├╝ber von Sahra Quigley : "Der Dirigent", den ich mit st├Ąndiger Zustimmung gelesen habe, weil ich damals gleichzeitig im zerst├Ârten Berlin genau solche Szenen erleben musste.

Danke f├╝r Deine freundliche Antwort!

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena



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Mondnein
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Das mit der 7. von Schostakowitsch gef├Ąllt mir, das pa├čt sehr gut.


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