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Leselupe.de > Humor und Satire
krank!
Eingestellt am 12. 03. 2002 09:48


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RockRebell
Hobbydichter
Registriert: Sep 2001

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es fängt immer ganz harmlos an, unscheinbar. ein bisschen kratzt es im hals, ein paar mal husten, dann wieder gut - die nächsten 30 minuten. als dachdecker denke ich mir, kennste, haste öfter, kommste mit klar. prima. denkste.
abends liegt die freundin flach, ist heiss (nein - fieber mein ich) und gibt einem einen schönen vorgeschmack auf die dinge die da kommen. gut, denke ich mir, grippe, alle haben sie, ich auch, aber immer nur ein bisschen und rechne mit rauhem hals und husten. am morgen danach schafft man es dann zwar noch zum computer und erledigt auch die pflichtsurfübungen in gewohnter manier, aber dann geht nix mehr. schüttelfrost!
schüttelfrost!?! ich hatte keinen schüttelfrost mehr, seit ich 8 oder 9 war. die haut fühlt sich an wie... tja. wie? wie wenn sie garnicht da wäre und die zärtlichen finger der freundin tröstend über das rohe fleisch streicheln. jeder finger ein schrei.
wenn das das schlimmste ist, was passieren kann, na gut, komm ich mit klar. fein. isses aber nicht. die temperatur steigt, aber mir ist kalt, egal wie tief ich mich in die decken einhĂĽlle, es - bleibt - kalt!
alter kiffertrick, wenn´s mal zuviel war und der körper mit der wärme nicht nachkommt: unter die bettdecke atmen. funktioniert beim kiffen prima, aber nicht bei grippe, weil man erstickt. oder zumindest meint, zu ersticken. grauslig.
als wäre das nicht genug, weicht sämtliche kraft aus den muskeln in die gelenke. soweit kein problem, aber die kraft gehört nun mal nicht in gelenke. also rumort und bohrt sie dort und will raus. bloss wohin? das atmen fühlt sich mittlerweile an wie wenn man kochenden wasserdampf einatmet (nur sehr viel trockener) und ich denke wehmütig an den morgendlichen raucherhusten, bei dem sich wenigstens noch was aus der lunge lösen kann. tja, die lunge. sie fühlt sich an, als wäre sie mit blei ausgegossen (mit flüssigem!) und auf dem brustkasten läge ein betonklotz.
mittlerweile liegt man dann seit 48 stunden im bett und ernährt sich von pillen und wasser - zwischendurch den ein oder anderen kartoffelchip und ein schlückchen cola, damit der körper nicht ganz ohne nährstoffe ist. wehe dem, ich drehe mich vorsichtig auf die andere seite, weil arm, bein, ohr, auge, nasenloch und backenzähne der einen seite eingeschlafen sind - wund kann ich nicht sagen, weil sich alles wund anfühlt. egal, wie vorsichtig das von statten geht, der magen will unbedingt seinen inhalt preisgeben - auch wenn keiner vorhanden ist. aber hat auch was gutes, nach dem toilettenkniegang tut das husten nicht mehr so weh und es löst sich ein bisschen was. ausserdem kann ich mir die nase putzen und frisches wasser holen und neue schleimlöser und scheissegal-pillen einwerfen. das einzige, was letztere jedoch zu bewirken scheinen, ist, dass mir scheissegal ist, dass ich irgendwann wieder gesund werde... die zeit verliert sich in wach, dösen, trance, traum, und irgendwann verschwimmt alles zu etwas, das ich nicht mehr auseinanderhalten kann. naja. zumindest weiss ich, dass ich dann, wenn es weh tut, wach bin.
aber dann - morgens !MORGENS! aufgewacht und... na, geht´s nicht schon ein kleines bisschen besser? wie lange liege ich schon hier? das interesse an der welt kehrt zurück und wir stellen fest, dass wir volle 5 tage medikamentenvernebelte krankheit durchlitten haben und auch seitdem nichts mehr gegessen haben. essen? uaaah.... das loch im bauch ist so gross wie der grand canyon (es gibt grösseres, aber ich will nicht übertreiben), und der gedanke an essen ist... naja, genauso unbekömmlich wie das essen im moment selbst. aber der tag nimmt seinen lauf und man nimmt die aussenwelt wieder wahr, schnuppert vielleicht mal die luft von draussen - huströchel, riecht schon komisch, wenn die lunge seit 5 tagen nur staub, medizin und krankheit mitgekriegt hat - und fängt die ersten vernünftigen unterhaltungen an.
am mittag des nächsten tages klappt es dann mit dem einkauf, frisches schwarzbrot, aufschnitt, käse, tartar mit ei und zwiebeln, milch, gemüsesaft, fruchtsäfte... alles, was man braucht, um wieder zu den lebenden zurück zu kehren. die katzen nicht vergessen - wenigstens die haben zwischendurch immer wieder was gekriegt, aber jetzt muss nachschub ran. ein einkauf von 1,5 stunden dehnt sich so zu einer unternehmung von 4 stunden aus, aber dann ist es geschafft. letzte anstrengung und alles in die küche schleppen - gott, knochen und muskeln beschweren sich nach 5 tagen lotterleben im bett.
aber dann... der tisch ist gedeckt, aufschnitt und brot liegt bereit, säfte stehen frisch eingegossen da - was für ein anblick.
der erste schluck gemüsesaft - GESCHMACK. aaaahhh.... nicht mehr das staubige aroma von pillen und pulvern, sondern richtiger geschmack. und der erste biss in die fett belegte schwarzbrotstulle... gänsehaut in reinform, was könnte schöner sein....

wir sehen uns an und denken das gleiche:

danke, gott, dass wir so krank sein durften!

in diesem sinne

DER rebell

__________________
leer und ausgebrannt
platz und fruchtbarer boden
fĂĽr neues denken

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mrjingle
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2002

Werke: 6
Kommentare: 32
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Hihi!
Besonders die Nährstoffaufnahme während der Grippe war mir neu. Ich sollte es bei meiner nächsten Krankheit vielleicht auch mit Chips und Cola ausprobieren.
Kommt mir alles sehr bekant vor.
GrĂĽĂźe
Stephan
__________________
Die Geister die ich rief
werd ich nun nicht wieder los.
Sollen sie ruhig bleiben,

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