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Leselupe.de > Kurzprosa
kuckuck
Eingestellt am 19. 06. 2008 18:16


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noel
???
Registriert: Dec 2002

Werke: 180
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wir haben uns zerteilt
in perfekte brachialitäten
die zeit skaliert
gut & schlecht normiert
& tauben an den eigenen schreien



sie hätte am liebsten vor sich hin gestiert. stundenweise.
mit offenen augen sich in sonnenreflexen versenkt.
sie hatte keine schlechte laune. sie hatte gar keine.
der tag war nicht vorhanden- für sie - zumindest war die zeitrechnung in ihrem raum nicht präsent. in ihr bahnten sich lose wortkombinationen zu bildern, die sich fast beliebig ein& ausblendeten. sie nahm wahr was war, doch nur kurz. die inneren töne waren lauter.
sie konnte sich nicht, sie wollte sich nicht entziehen.

DIE KINDHEIT IST NICHT LEICHT & MAN HAT ES AUCH NICHT LEICHT ALS KIND. ÄNGSTE, KATASTROPHEN, HILFLOSIGKEIT, PROBLEME… ALLES IST VORHANDEN, WIE IN JEDEM ALTER. ABER DIE RAUMZEITLOSIGKEIT, DAS
MÖGLICHERE SEIN IM EIGENEN RHYTHMUS… DAS MISSE ICH


sie ruhte, ruhte in sich, wollte ruhen, gedanken freien lauf lassen, ohne äußerliche bestimmtheiten & doch musste sie telefon, handy bedienen, musste auf mails reagieren, musste bescheiden widersprechen und die betroffenen informieren.
warum konnte sie mit ihrer zeit nicht machen wessen sie bedarf?
sie wartete. wartete auf besprechungen. wartete auf sitzungen. wartete auf ausschĂĽsse.
& wenn es soweit war, sehnte sie sich nach nichts mehr, als nach deren ende.
hoffte sie, dass sich niemand verschränkter arme & betont lässig in die lehne seines stuhles fläzte, um mit sätzen wie: „nun ja, schon… aber ich sage mal.“ den feierabend zu verzögern.

DIE KINDHEIT IST NICHT LEICHT & MAN HAT ES AUCH NICHT LEICHT ALS KIND. ÄNGSTE, KATASTROPHEN, HILFLOSIGKEIT, PROBLEME… ALLES IST VORHANDEN, WIE IN JEDEM ALTER. ABER DIE RAUMZEITLOSIGKEIT, DAS
MÖGLICHERE SEIN IM EIGENEN RHYTHMUS… DAS MISSE ICH


klar war, man musste sich in szene zu setzen verstehen. musste wissen, wann die zeit war um den raum mit lauter ICHs anzufĂĽllen. musste wissen, wann man nicht nur ausladende, vielsagende gesten in den raum breitete, sondern auch, wann man die entsprechend beeindruckende worte dazu verlieren musste.
der eintritt musste schon auftritt & der abgang etwas anHALTendes sein.

verständlich war es ihr, dass man so getaktet war, aber nicht nachempfindbar. nicht für sie. nicht an diesem tag, den der kalender reihte, mehr nicht.
sie grenzte aus dem raum, den andere säumten & räumte ziel- & planlos vor dem innerauge hervor.

als sie wieder wahrnahm schien es ihr, als höre sie im raum den ruf des kuckucks...





__________________
© noel
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level) .

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Franka
Foren-Redakteur
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Liebe noel,

ich habe deinen Text leider noch nicht zu Ende gelesen. Das liegt nicht am Inhalt, sondern an der Form. Hier mal meine GrĂĽnde:

1. Im Bereich der Prosa sollte/muss unsere gute alte
Rechtschreibung Anwendung finden.
2. Ich mag es nicht, wenn ich angeschrieen werde, das
geschieht hier aber durch den Fettdruck. Die Ă„nderung der
Schriftgröße ist vielleicht ausreichend. So hat der Leser Platz für eigene Interpretation.

Vielleicht sollte ich das in den Forentext noch aufnehmen, denn auch andere User pflegen gern die durchgängige Kleinschreibung, was das Lesen doch erheblich erschwert.

Lieben GruĂź
Franka


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Papyrus
Guest
Registriert: Not Yet

Ich find den Text bemerkenswert,

(und jeder sollte schreiben wie er wollte,
fett oder ganz klein)

Unsere Degeneration. Immer präsent sein. Funktionieren. Immer Ich sein. Die Zerrissenheit. Einerseits etwas wagen und dann froh sein wenn es vorbei ist. Keine Ruhe finden. BurnOUT. Kein Raum für Rückzug. Man kann nicht sagen, es gehe einem schlecht. Es muss immer weiter gehen, fürs Projekt. Fürs Leben. Man will ja akzeptiert werden und geliebt. Ob nun im Beruf der keinen Platz für Träumerein lässt oder in der Gruppe die sich nichts zu sagen hat oder man es nur annimmt dass man ihr nichts sagen kann. Authenzität fehlt. Oberflächliches Leben.

Manchmal interessiere ich mich für alle Menschen, möchte wissen was sie fühlen, was sie denken, wenn sie allein sind. Denn hinter allen Masken und Oberflächlichkeiten sind wir ja einfach nur kleine Erdenbewohner die geliebt werden wollen.


GruĂź pap

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Joh
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Wenn man das ZurĂĽckschrecken der zu groĂźen Buchstaben ĂĽberwunden hat flieĂźt der Text, regt an mit und weiterzudenken.
Der plötzliche, übermächtige Überdruß des Denkens, der Gefühle, die sich in die Kindheit flüchten möchten, abdriften nicht mehr hier, sondern in sich, bei sich sind. vielleicht ein erster unvollkommener Schritt, ein Zeichen gesetzt für einen möglichen Weg, der heißen könnte: Geplante Auszeit von der Oberflächlichkeit. Auszeiten im BewußtenSein genießen. Das ist es, was wir Kinder im Laufe der Zeit verlieren lassen.

Johanna

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noel
???
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@ jo, papyrus & nachts

vielen dank fĂĽr die eindrĂĽcke...
sie bewegen mich weiter

@ franka
ich verstehe was du umschreibst, aber ich kann es nicht nach empfinden
& würde ich es danach ändern, wäre es nicht meines.
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